mini|hochkant|Evangelische Pfarrkirche Puderbach mini|Blick auf das winterliche Puderbach mini|Puderbach, Luftaufnahme 2015 Puderbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Der Ort ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Puderbach ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.

Geographie Puderbach liegt zwischen Neuwied und Altenkirchen am Rande des Naturparks Rhein-Westerwald. Durch das Gemeindegebiet fließt der Holzbach. Neben dem Hauptort Puderbach umfasst die Ortsgemeinde die Ortsteile Haberscheid, Niederdreis (mit dem Wohnplatz Niederdreisermühle), Reichenstein und Richert (mit dem Wohnplatz Strunkeich). mini|Haberscheid, Luftaufnahme (2016)

Geschichte Die Kirche und das Kirchspiel Puderbach wurden erstmals im Jahre 1256 erwähnt. Im gleichen Jahr sind auch Gerichtsrechte der Walpoden von Reichenstein-Neuerburg an einem Berg bei Puderbach bezeugt. Dort errichteten sie später die Burg Reichenstein. Das Gericht mit der Gerichtslinde wurde erstmals 1553 genannt.

Puderbach gehörte in den Jahren 1591 bis 1806 zum Amt Dierdorf der oberen Grafschaft Wied. 1816 kam der Ort zum neu gebildeten preußischen Landkreis Neuwied.

Am 7. Juni 1969 wurden die vier bis dahin selbständigen Gemeinden Haberscheid, Niederdreis, Reichenstein und Richert nach Puderbach eingemeindet.

Einwohnerstatistik Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Puderbach bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 450 1835 609 1871 864 1905 854 1939 1.200 1950 1.278 1961 1.378 1970 1.720 Jahr Einwohner 1987 2.113 1997 2.272 2005 2.274 2010 2.215 2011 2.425 2017 2.362 2018 2.38920222.467 mini|400px|Einwohnerentwicklung von Puderbach von 1815 bis 2018

Konfessionsstatistik Mit Stand 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 19,3 % römisch-katholisch, 52,1 % evangelisch und 28,6 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Puderbach Stand 30. Mai 2005 Die Anteile der Protestanten und der Katholiken an der Gesamtbevölkerung sind seitdem gesunken. Ende Januar 2026 waren 37,4 % der Einwohner evangelisch und 15,2 % römisch-katholisch. 47,7 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Puderbach, abgerufen am 4. Februar 2026

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Puderbach besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilungen im Gemeinderat: Wahl SPD CDU Grüne FWG WGB WGK WGR Gesamt 2024 4 4 – 8 2 1 1 20 Sitze 2019 5 4 2 5 – – – 16 SitzeRheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019 – Puderbach 2014 7 4 1 4 – – – 16 Sitze 2009 8 4 – 4 – – – 16 Sitze 2004 10 6 – 4 – – – 20 Sitze

Bürgermeister Oliver Klein (FWG) wurde am 26. August 2024 Ortsbürgermeister von Puderbach. Er hatte sich bei der Stichwahl am 23. Juni 2024 mit einem Stimmenanteil von 62,5 % durchgesetzt, nachdem bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte.

Kleins Vorgänger Manfred Pees (CDU) hatte das Amt seit 2014 inne und kandidierte nach zwei Wahlperioden bei der Wahl 2024 nicht erneut. Zuvor war Kurt Nieß 25 Jahre Ortsbürgermeister von Puderbach.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Burgruine Reichenstein, 1310–1320 von Ludwig III von Reichenstein erbaut, 1618 zerstörte der damalige Besitzer Graf zu Wied die Burg vollständig. Jüdischer Friedhof

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Neuwied an der Bundesautobahn 3. Der nächstgelegene ICE-Bahnhof ist in Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Die Entfernung zum Bahnhof Altenkirchen(Westerwald) beträgt ca. 12 Kilometer, zum Bahnhof Au (Sieg) an der Siegstrecke ca. 23 Kilometer.

Puderbach liegt an der Eisenbahnstrecke Holzbachtalbahn (Altenkirchen-Flammersfeld-Puderbach-Selters-Siershahn), auf der seit 1984 keine Personenzüge mehr im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) verkehren. Da 2006 der Güterverkehr auf der Holzbachtalbahn wieder aufgenommen wurde, ist die Strecke in gutem Zustand und durchgehend befahrbar, daher finden dort jährlich Sonderfahrten mit Schienenbussen durch den Verein Brexbachtalbahn e. V. statt.

mini|Holzbachtalschule Puderbach mini|Der Bahnhof Puderbach im Jahre 2024

Bildung Das Schulzentrum in Puderbach ist Standort einer Realschule plus und einer Grundschule.

Persönlichkeiten Elsa von Reichenstein (1408–1485), Äbtissin, wurde auf Burg Reichenstein geboren Eduard Keetmann (1840–1910), deutscher Theologe, Pfarrer, Oberstudiendirektor und Schulrat. Karl Reinhardt (1849–1923), deutscher Lehrer und Schulreformer, geboren in Puderbach Friedrich Wilhelm Hachenberg (1884–1960), deutscher Politiker (CDU), geboren und gestorben in Puderbach

Literatur

Albert Hardt: Vom Holzbach zur Wied. Geschichte des Puderbacher Landes. Neuwieder Verlags-Ges., Neuwied 1992.

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Puderbach Ortsgemeinde Puderbach in der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Puderbach bei SWR Fernsehen, 19. Februar 2006

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neuwied Kategorie:Ersterwähnung 1256