Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Fläche: 443 km² Gliederung: 31 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: 18.576 (31. Dezember 2017) Adresse desDekanatamtes: Hauptstr. 1174572 Blaufelden Dekan: Siegfried Jahn Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Blaufelden innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Blaufelden war bis Ende 2023 einer von 44 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet war deckungsgleich mit dem Dekanat Blaufelden. Zum 1. Januar 2024 fusionierte er mit dem Kirchenbezirk Crailsheim zum Kirchenbezirk Crailsheim-Blaufelden.Fusion: Kirchenbezirke Crailsheim und Blaufelden werden eins. SWR Aktuell, 31. März 2023, abgerufen am 28. Januar 2024.
Geografie Der Kirchenbezirk Blaufelden lag im Norden der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste den Norden des Landkreises Schwäbisch Hall, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Blaufelden, Gerabronn, Kirchberg an der Jagst, Langenburg, Rot am See, Schrozberg und Wallhausen.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Blaufelden grenzte an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Südosten): Crailsheim, Schwäbisch Hall, Künzelsau und Weikersheim (alle Prälatur Heilbronn). Im Osten hatte er eine Grenze zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
Geschichte Das Gebiet des heutigen Dekanats bzw. Kirchenbezirks Blaufelden gehörte vor 1803 zur historischen Landschaft Hohenlohe, das teilweise in mehrere Linien aufgeteilt war, sowie zur Markgrafschaft Ansbach. Im gesamten heutigen Gebiet des Dekanats Blaufelden wurde von den jeweiligen Landesherren bis 1556 die Reformation eingeführt. Im Gebiet liegen die ehemaligen hohenlohischen Residenzstädte Kirchberg an der Jagst und Langenburg, die Sitz eines Superintendenten wurden (Kirchberg erst 1650). Das General-Konsistorium für Hohenlohe befand sich in Öhringen. Der Raum Blaufelden gehörte kirchlich zum Kapitel Crailsheim. Nach dem Übergang an Württemberg wurden Langenburg und Blaufelden 1810 je Sitz eines württembergischen Dekanats und der Ortspfarrer von Blaufelden bzw. der Stadtpfarrer von Langenburg zum Dekan ernannt. Die formelle Errichtung des Dekanats Blaufelden erfolgte am 23. November 1810. Das zugehörige Oberamt hatte zunächst ebenfalls in Blaufelden seinen Sitz. Durch Verordnung vom 8. Juli 1811 wurde es dann nach Gerabronn verlegt (Siehe: Oberamt Gerabronn). Beide Dekanate gehörten seit ihrer Gründung zunächst zum Generalat Schwäbisch Hall, nach dessen Auflösung kamen sie zum Generalat (heute Prälatur) Heilbronn.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinden Niederstetten, Sichertshausen, Oberstetten und Wildentierbach in den Kirchenbezirk Weikersheim umgegliedert. Im Gegenzug erhielt der Kirchenbezirk Blaufelden vom Kirchenbezirk Künzelsau die Kirchengemeinde Ettenhausen.
Durch Kirchengesetz vom 28. November 1974 wurden die Dekanate bzw. Kirchenbezirke Blaufelden und Langenburg mit Wirkung vom 1. Januar 1976 zu einem Kirchenbezirk zusammengeschlossen. Er erhielt durch Verordnung vom 2. Mai 1975 die Bezeichnung Evangelischer Kirchenbezirk Blaufelden.
Im Jahr 2012 Umgliederung der Kirchengemeinde Eberbach in den Kirchenbezirk Künzelsau sowie 2017 Umgliederung der Kirchengemeinde Ruppertshofen in den KiBez Schwäbisch Hall.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks oblag der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Der letzte Dekan war seit 2010 Siegfried Jahn (* 1959), der zugleich Pfarrer in Blaufelden war.
Dekane des Kirchenbezirks Blaufelden seit 1810 1810–1811 Johann Heinrich August Welsch (bereits seit 1795 Pfarrer in Blaufelden) 1811–1817 Ernst Christoph Mutschler 1820–1828 Johann Christian Speier 1829–1836 Ferdinand Ludwig Immanuel Dillenius 1836–1838 Johann Christian Ludwig Franz Vogt 1838–1841 Johann Erst Gleissberg 1842–1848 Gottlob Heinrich Friedrich Scholl 1849–1873 Karl Friedrich Klett (1870–1873 führten Dekan Raiffeisen von Langenburg und Pfarrer Cranz von Reubach die Amtsgeschäfte) 1873–1879 Ludwig Ernst Osiander 1880–1885 Jakob Christian Löffler 1885–1891 Christian Friedrich Lang (1841–1913) 1891–1897 Dr. Theodor Friedrich Köstlin (1845–1932) 1898–1902 Hermann Eytel 1902–1907 Christian Julius Schall 1907–1911 Reinhold Vollmer (1866–1946) 1912–1920 Theophil Laissle 1921–1932 Gottlob Kröner (1867–1937) 1932–1950 Dr. Otto Hohenstatt 1950–1975 Herbert Lang (1901–1989) 1976–1991 Gustav Rümelin (1927–1999) 1992–2009 Emil Haag (* 1946) 2010–2023 Siegfried Jahn (* 1959)
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Blaufelden gab es insgesamt 31 Kirchengemeinden. Davon haben sich neun Kirchengemeinden zu insgesamt drei Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2017 und sind gerundet.
Das Gebiet des Kirchenbezirks gehörte überwiegend zur historischen Landschaft Hohenlohe und zur Markgrafschaft Ansbach. Die Landesherren in beiden Gebieten führten früh die Reformation ein. Daher ist das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt daher fast in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In allen Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.
Kirchengemeinde Billingsbach Die Kirchengemeinde Billingsbach (ca. 420) umfasst den Ortsteil Billingsbach mit den zugehörigen Weilern der Gemeinde Blaufelden. Kirchlich gehörte der Ort mit der Filiale Raboldshausen zunächst der Pfarrei Bächlingen zugeordnet. Im 13. Jahrhundert wurde Billingsbach eine eigene Pfarrei, zu der auch die Orte Ettenhausen, Herrentierbach und Riedbach gehörten. Über die Herren von Hertenstein und deren Erben gelangte das Patronat der Kirche, die wohl dem Hl. Johannes geweiht war, 1446 an Hohenlohe, das die Reformation durchführte und die Pfarrei dem Dekanat Langenburg zuordnete, dem sie bis zum Zusammenschluss mit dem Kirchenbezirk Blaufelden angehörte. Dem frühgotischen Turmchor der Kirche wurde später ein Turm mit Kuppeldach und Sakristei angebaut. Das Schiff wurde 1725 verlängert und das Dach erhöht. 1964/66 wurde die Kirche renoviert. Von der 1670 im Filialort Raboldshausen abgebrochenen Kapelle stehen noch zwei Geschosse des gotischen Turmchors.
Die Kirchengemeinde Billingsbach wird gemeinsam mit den Kirchengemeinden Ettenhausen, Herrentierbach und Riedbach vom Pfarramt in Ettenhausen betreut.
Kirchengemeinde Blaufelden mini|hochkant|St. Ulrich in Blaufelden Die Kirchengemeinde Blaufelden (ca. 1.740) umfasst den Hauptort und die Weiler Blaubach, Erpfersweiler, Niederweiler, Schuckhof und Wittenweiler der Gemeinde Blaufelden, wobei der Schuckhof erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Oktober 1955 der Kirchengemeinde Blaufelden zugeordnet wurde. Teile dieser Siedlung gehörten zuvor zur Kirchengemeinde Rot am See.
Erste kirchlich Belege in Blaufelden sind mit der Burg der Herren von Blaufelden in Verbindung zu bringen, auf der es ab 1280 eine Kapelle gab. Die dem Heiligen Ulrich geweihte Kapelle wurde von der Pfarrei des benachbarten Michelbach an der Heide betreut. 1362 wurde die Kapelle zur Pfarrkirche erhoben und ein Friedhof angelegt. Im Jahr 1423 wurde mit dem Bau der heutigen Kirche St. Ulrich begonnen. 1490 war das Kirchenschiff fertig, in den Jahren 1502 bis 1509 wurde der Chor mit dem Turm darüber errichtet. Der Kirchturm diente ursprünglich als Wehrturm. Die erste Glocke wurde noch während der Bauzeit 1505 installiert. Die Landesherren, die Markgrafen von Ansbach führten ab 1526 die Reformation durch. Danach wurden in der Kirche fünf Emporen eingebaut. 1835 setzte ein Blitzschlag die Turmspitze in Brand und zerstörte sie. Beim Wiederaufbau wurde die Spitze kleiner gehalten und der charakteristische Umgang hinzugefügt. Im 19. Jahrhundert wurde Blaufelden Sitz eines Dekanats, das seit 1977 auch das Gebiet des ehemaligen Dekanats Langenburg umfasst.
Der heutige Blaufeldener Ortsteil Wittenweiler gehörte bis ins 14. Jahrhundert zur Pfarrei Michelbach an der Heide und kam dann zur Pfarrei Blaufelden.
Kirchengemeinde Brettheim Die Kirchengemeinde Brettheim (ca. 660) umfasst den Ortsteil Brettheim mit den zugehörigen Weilern (ohne Hilgartshausen) der Gemeinde Rot am See. Die Kirche St. Peter und Paul wurde 1262 erstmals erwähnt. 1379 gelangte sie an das Stift Feuchtwangen. In der Reformationszeit kam sie an die Markgrafschaft Ansbach. Im 18. Jahrhundert erwarb die Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber die Hoheitsrechte teilweise. Die Kirche mit romanischem Turmchor aus dem 13. Jahrhundert wurde in spätgotischer Zeit nach mehreren Bränden 1528 sowie 1658 und 1722 neu gestaltet und 1911/12 völlig umgebaut. Die Turmuntergeschosse blieben erhalten. Im Turmchor sind noch Wandmalereien erhalten. Das Schiff, die Sakristei und die Vorhalle sind modern. Der frühere Wehrkirchhof ist noch erkennbar. Das Pfarramt Brettheim betreut auch die Nachbarkirchengemeinde Hilgartshausen.
Kirchengemeinde Ettenhausen Die Kirchengemeinde Ettenhausen (ca. 380) umfasst die Stadtteile Ettenhausen und Bartenstein mit deren zugehörigen Weilern der Stadt Schrozberg. Kirchlich gehörte Ettenhausen zunächst zur Pfarrei Billingsbach. 1334 wurde eine bereits bestehende Kapelle zur Pfarrkirche erhoben. Zu ihr gehörte zunächst auch Herrentierbach und bis zum Dreißigjährigen Krieg auch Riedbach. Die Kirche steht auf halber Höhe des Talhangs in Richtung Bartenstein. Der Turm stammt noch von der Kapelle, das Schiff wurde 1765 umgebaut.
Bis 1933 bildete die Kirchengemeinde Ettenhausen mit der Kirchengemeinde Sichertshausen die Gesamtkirchengemeinde Ettenhausen im Kirchenbezirk Künzelsau. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. April 1933 wurde die Kirchengemeinde Sichertshausen der Kirchengemeinde Niederstetten (damals Kirchenbezirk Blaufelden) zugeordnet, mit der sie seither die Gesamtkirchengemeinde Niederstetten bildet. Mit Wirkung vom 1. April 1939 wurde die Kirchengemeinde Ettenhausen in den Kirchenbezirk Blaufelden sowie die Gesamtkirchengemeinde Niederstetten mit ihren beiden Teilkirchengemeinden Niederstetten und Sichertshausen in den Kirchenbezirk Weikersheim umgegliedert.
Bartenstein gehörte kirchlich stets zu Ettenhausen. Doch hatten die Bewohner mit der Burgkapelle auch eine eigene Predigtstelle. 1667 traten die Landesherren, die Grafen von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst zum Katholizismus über und richteten danach katholische Gottesdienste in der Burgkapelle ein. Eine eigene Pfarrei konnten sie jedoch nicht errichtet, wohl bauten sie aber 1716 eine eigene Kirche im Schloss ein. Sie umfasst den Nordflügel des Schlosses. Als Kirchturm dient der Schlossturm. Zwischen den evangelischen und katholischen Bewohnern gab es mehrere Streitigkeiten, die im sog. „Osterstreit“ von 1744 bis 1750 ihren Höhepunkt erreichten. Damals griffen Ansbacher Truppen ein und sicherten die Rechte der evangelischen Bewohner.
Das Pfarramt in Ettenhausen betreut auch die Kirchengemeinden Billingsbach, Herrentierbach und Riedbach.
Gesamtkirchengemeinde Gaggstatt mini|Die Kirche von Gaggstatt Die Gesamtkirchengemeinde besteht aus den Kirchengemeinden Beimbach, Gaggstatt und Mistlau.
Kirchengemeinde Beimbach