mini|Eingang eines Baumarktes in Deutschland mini|Innenansicht eines Baumarktes in Japan Ein Baumarkt ist ein großflächiges Einzelhandelsgeschäft, das sich auf Materialien für professionelle Handwerker, aber auch ambitionierte Hobbyheimwerker sowie Freizeitgärtner spezialisiert hat.

Bis etwa in die 1970er Jahre gab es die Materialien nur in spezialisierten Geschäften:

Werkzeuge, Beschläge, Schrauben und Nägel beim Eisenwarenhändler Farben, Lacke und Tapeten im Farbenfachgeschäft Holz als Bretter, Dielen, Leisten, Balken oder Pfosten beim Holzhändler oder direkt im Sägewerk Baustoffe wie Sand, Kies, Gehwegplatten, Mauersteine oder Ziegel im Baustoffhandel Pflanzen und Bäume in einer Gärtnerei oder Baumschule

Baumärkte wurden konzeptionell aus den USA übernommen, wo sie unter der Bezeichnung „Hardware Store“ bekannt sind. Es wird auch häufig von der „DIY-Branche“ (Abkürzung für: Do it yourself) gesprochen.

Geschichte Mitte August 1959 eröffnete der Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler in Zürich-Albisrieden den ersten Baumarkt der Schweiz unter dem Namen Do it yourself (später: Do it + Garden Migros). Nach dem amerikanischen Vorbild der «Do-it-yourself-Bewegung» wollte Duttweiler den Menschen «vermehrte Möglichkeiten für eine positive Gestaltung der Freizeit» bieten. Ein Jahr später eröffnete Bauhaus, der erste deutsche Baumarkt. Das Unternehmen wurde 1960 von Heinz Georg Baus in Mannheim gegründet. 1968 wurde von Otmar Hornbach in Bornheim (Pfalz) der erste kombinierte Bau- und Gartenmarkt in Deutschland eröffnet.

Marktsituation heute Europa und weltweit

mini|OBI-Baumarkt in Wien-Favoriten mit rd. 10.000 m³ Verkaufsfläche (2014 eröffnet)

2014 wurde in Kiew der mit 105.000 Quadratmetern Verkaufsfläche bis dahin weltweit größte Bau- und Gartenmarkt eröffnet.Epicentr K: Der größte Baumarkt der Welt. In: baumarktmanager.de, 6. Januar 2015.

Die US-amerikanische The Home Depot Inc. mit Sitz in Atlanta ist der Marktführer in den USA und behauptet von sich, die größte Baumarktkette weltweit zu sein. Ihre größten Wettbewerber auf dem US-Markt sind Lowe’s und Ace Hardware.

Deutschland

Nach der Definition des Branchenverbands BHB (Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte e. V.) muss ein Baumarkt allerdings mindestens 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche bieten und über eine bestimmte Warenklassifikation verfügen, um als solcher vom BHB anerkannt zu sein. Nach dieser Definition gab es 2021 in Deutschland 2091 Baumärkte mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von 13.261 Quadratmetern.

Die schlechte Finanzlage vieler Baumärkte, eine mangelhafte Marktpositionierung und der starke Preiskampf setzen die Branche unter Druck. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young prognostizierte bereits 2005, dass von den damals 14 großen Baumarktketten im Jahr 2015 abhängig von der Wahl ihrer zukünftigen Strategie im besten Fall sieben, im schlechteren Fall nur drei Unternehmen übrig blieben. Angesichts der Insolvenz des Baumarkt-Konzerns Praktiker im Jahr 2013 und dem damit verbundenen nahezu gleichzeitigen Verschwinden von drei Baumarktketten (Praktiker, Max Bahr und extra Bau+Hobby) traf diese Prognose zumindest teilweise tatsächlich ein.

2007 übernahm die Rewe-Kette sämtliche Marktkauf-Baumärkte und wandelte diese in Toom- oder B1-Baumärkte um.

Die größten Baumärkte in Deutschland waren 2022 Obi, Bauhaus, Hornbach, die Rewe Group mit Toom und B1, Hagebau, sowie Globus. Sie erreichten zusammen einen Umsatz von 20,2 Milliarden Euro (Stand: 2022).

+ Die umsatzstärksten Baumärkte in Deutschland Unternehmen Sitz Umsatz 2022 in Deutschland brutto Obi(zur Unternehmensgruppe Tengelmann mit Sitz in Mülheim an der Ruhr) Wermelskirchen 4.400 Millionen Euro Bauhaus Belp (Schweiz) 4.400 Millionen Euro Hornbach Bornheim (Pfalz) 3.390 Millionen Euro Toom Baumarkt (mit B1 Discount Baumarkt)(zur Rewe Group) Köln-Porz 3.145 Millionen Euro Hagebau mit hagebaumarkt, WERKERS WELT und Floraland Soltau 2.948 Millionen Euro Globus St. Wendel 1.934 Millionen Euro Eurobaustoff Handelsgesellschaft (i&M Bauzentrum) Karlsruhe 1.647 Millionen Euro Bauvista Lage 1.050 Millionen Euro Hellweg (Baumarkt) Dortmund 850 Millionen Euro

Österreich In Österreich haben Lagerhaus, Obi, Bauhaus und Hornbach zusammen nahezu 90 % Marktanteil. Es gibt rund 870 Standorte mit zirka 1,57 Millionen Quadratmetern Verkaufsfläche.

Schweiz +Baumärkte in der Schweiz Unternehmen Sitz Markteintritt Anzahl der Filialen (Stand: 25. Mai 2026) Quelle(n) Landi Schweiz AG Dotzigen 270 Jumbo (Division Coop) Basel 1974 124 Obi Schweiz GmbH Neuhausen am Rheinfall 1999 15 Brico SA Manno 1985 10 Hornbach Baumarkt (Schweiz) AG Oberkirch 2002 8 Bauhaus Fachcentren AG Belp 2006 7 Do it AG, Chur Chur 1983 2

Große Baumarktketten

Außerdem gibt es größere selbstständige Gartencenter und Holzfachmärkte, die nebenbei auch Baumarktartikel anbieten. Zum Teil gehören sie weiteren Einkaufs- und Marketingverbünden an.

Literatur DIY-Handel in Deutschland: Baumarkt-Filialunternehmen, Kooperationen + SB-Warenhäuser; Ettlingen: Dähne (CD-ROM-Ausgabe oder Druckausgabe), erscheint jährlich seit 1999 Das „Institut für Freizeitwirtschaft“, München, gibt regelmäßig bedeutende Analysen des DIY-Marktes heraus. Aktuell: „Der deutsche DIY-Markt bis 2020“, „Marktanalyse Do-it-yourself 2007“, „Heimwerker-Monitor DIY-Handel 2003: die 30 größten B+H-Markt-Gruppen im Urteil der Heimwerker“ sowie „Heimwerker-Monitor DIY-Industrie 2007“.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Unternehmensart (Handel) nach Sortiment