Manfred Schlenker (* 15. März 1926 in Berlin; † 5. Juni 2023Christopher Gottschalk: . In: Ostsee-Zeitung vom 9. Juni 2023, abgerufen am 9. Juni 2023.www.ndr.de. Abgerufen am 8. Juni 2023.Trauer um Manfred Schlenker in Nordkirche, abgerufen am 12. Juni 2023 ebendaTraueranzeige, abgerufen am 17. Juni 2023.) war ein deutscher Kirchenmusiker und Komponist. mini|Todesanzeige für Manfred Schlenker Leben Manfred Schlenker wurde als zweites von sechs Kindern eines Stadtmissionars und einer Sängerin geboren, wurde am 2. Mai 1926 in der Berliner Christuskirche, damals in der Königgrätzer Straße 96, getauft und erhielt bereits im Kindesalter vielfältige musikalische Anregungen. So wuchs er auch bald in das kirchlich-musikalische Umfeld hinein und begann bereits frühzeitig mit der Komposition von Melodien. Er erhielt eine Frühausbildung in Klavier, Orgel und Musiktheorie u. a. bei Walter Scharwenka und Egon Herz.

1943 erreichte Schlenker eine Freistellung vom Dienst als Luftwaffenhelfer und nutzte die Zeit zum Vorstudium in den Instrumentalfächern Klavier und Klarinette sowie zum Kontrapunkt- und Kompositionsunterricht bei Paul Höffer. Gegen Kriegsende noch wurde er zum Militär einberufen und geriet in sowjetische Gefangenschaft.

Nach seiner Entlassung studierte Schlenker an der Kirchenmusikschule Halle (Saale) und übernahm 1952 die Leitung der Studentenkurrende. 1954 heiratete er die Mitstudentin Ursula geb. Becker aus Erfurt. Aus der Ehe gingen fünf gemeinsame Kinder hervor, darunter Niko Schlenker.

1956 wurde Schlenker Domkantor in Stendal und Kirchenmusikdirektor (KMD). Über die Grenzen seiner Gemeinde hinaus wirkte er als Propsteikirchenmusikwart der Altmark, als Leiter der Altmärkischen Kantorei sowie als Landesobmann des Kirchenchorwerkes.

Ab März 1975 bis 1988 war er in der Nachfolge von Hans Pflugbeil als Kantor am Dom zu Greifswald und Leiter der Kirchenmusikschule Greifswald (heute Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Universität Greifswald), als Landeskirchenmusikdirektor der Pommerschen Evangelischen Kirche und Leiter der Greifswalder Bachwoche und des Domchores in Greifswald tätig.

Ab 1988 lebte er freischaffend in Stolpe (Hohen Neuendorf) und seit 1999 in Hohen Neuendorf bei Berlin. Schlenker war Mitglied der Oekumenischen Textautoren- und Komponistengruppe der Werkgemeinschaft Musik e. V. und der AG Musik in der Ev. Jugend e. V., heute Textautoren- und Komponistengruppe TAKT. 2017 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.Bundesverdienstkreuz für Manfred Schlenker

Am 5. Juni 2023 verstarb er in Berlin nach 36 Jahren intensiven kompositorischen Schaffens im Ruhestand im Alter von 97 Jahren. Seine Werke sind volkstümlich bis hoch anspruchsvoll und werden landauf landab gern aufgeführt. Bis zum letzten Lebenstag beschäftigte ihn das Werk des Greifswalder Malers Caspar David Friedrich, zu dessen Jubiläum 2024 er „Zehn Gemälde und ein Selbstbildnis von Caspar David Friedrich 1774–1840 in elf Klangbildern für Bläserquintett“ (gewidmet embrassment/Leipzig mit dessen Leiter und Tubisten Nikolai Kähler) komponierte und vollendete.

Im März 2025 wurde aus seinem Familienkreis und ehemaligen Wegbegleitern die Manfred-Schlenker-Gesellschaft gegründet, die das Ziel verfolgt, seine Werke bekannter und zugänglicher zu machen.

Eine vollständige Werkliste seines Gesamtwerkes steht auf seiner Website manfred-schlenker.de.

Werke (Auswahl) Geistlich Drei Cantica (Magnificat – Benedictus – Nunc dimittis) für Soli, Chor und OrchesterWerkliste Drei Weihnachtslieder-Suiten Dreißig Junctim-Sätze für Bläserdoppelchor Dreistimmige Choralmusik Fünf Liedmotetten Herr, du erforschest mich. Psalm 139 für 8-stg. gem. Chor Neuer Himmel, neue Erde Psalm 90 – Duette für Alt und Altus und Tasteninstrument (für Alexander Seidel) Singet frisch und wohlgemut – Kantate für Soli, Chor, Kinderchor und Streicher über die Weihnachtsgeschichte Vier Orgel-Partiten zu eigenen Weisen

Kirchenlieder

Schlenker schuf die Melodien von acht in das Evangelische Gesangbuch (EG) aufgenommenen Kirchenliedern: Das Kreuz ist aufgerichtet. 1977 (EG 94) Die ganze Welt hast du uns überlassen. 1977 (EG 360/1. Melodie) Komm in unsre stolze Welt. 1982 (EG 428) Es wird sein in den letzten Tagen. 1986 (EG 426), (GL 549) Wir woll’n uns gerne wagen. 1986 (EG 254) Gott gibt ein Fest. (EG/Regionalteil Württemberg 586) Solange die Erde steht. (Kanon, EG/Regionalteil Baden/Elsass/Pfalz 682) Gottes Lob wandert. (EG/Regionalteil Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck 601)

Kirchenlieder in Ergänzungsgesangbüchern Mein Suchen, mein Fragen, in: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder - plus. Strube-Verlag 2018Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder – plus, München 2018, Strube Verlag VS 4049, ISBN 978-3-89912-211-4, Nr. 179.

Weltlich Der Tag des Waldes – Klangbild für vier Alphörner Drei romantische Chorballaden (Herr von Ribbeck auf Ribbeck – Kehraus – Abreise) für gemischten Chor a cappella Im Wald, im hellen Sonnenschein Sechs Mörike-Chorlieder für gem. Chor (In ihm sei’s begonnen – Frage und Antwort – Nimmersatte Liebe – Ein Stündlein wohl vor Tag – Denk es, o Seele – Um Mitternacht) Vier-Jahreszeiten-Suite Die Bremer Stadtmusikanten – Singspiel für einstimmigen Chor und Klavier und/oder Streichquartett (Berlin 2009), abgerufen am 14. November 2009. Die Lindwurm-Sage – Ein Bänkelsang (Strube Ed. 5149, München, 2016)

Literatur Christfried Brödel, in: Komponisten und Liederdichter des Evangelischen Gesangbuchs. Hrsg. Wolfgang Herbst (Handbuch zum Evangelischen Gesangbuch, Bd. 2), Göttingen, 1999, S. 275–276, ISBN 3-525-50318-0 Siegfried Lange: Von Kap Arkona bis an die Oder – Einblicke in die Greifswalder Landeskirche. Greifswald 1984

Weblinks

Manfred Schlenker im Deutschen Komponistenarchiv Manfred Schlenker Internetpräsenz YouTube-Kanal der Manfred-Schlenker-Gesellschaft Nachruf Kirche

Einzelnachweise und Fußnoten

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