Die Akanthusblättrige Eberwurz (Carlina acanthifolia) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Eberwurzen (Carlina) in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung mini|links|Illustration mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand

Vegetative Merkmale Die Akanthusblättrige Eberwurz ist eine distelähnliche, mehrjährige krautige Pflanze. Ihr unverzweigter Stängel erreicht nur eine Wuchshöhe von bis zu 10 Zentimetern.

Die grünen Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet. Die bei einer Länge von 10 bis 30 Zentimetern sowie einer Breite von 6 bis 15 Zentimetern etwa bis zur Mitte fiederteiligen Blattspreiten sind wellig, unterseits dichtfilzig und stachelig gezähnt. Die Blattunterseite ist dicht filzig behaart.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Der körbchenförmige Blütenstand steht einzeln und erreicht einen Durchmesser von 10 bis 15 Zentimetern oder meist 5 bis 7 (3 bis 8) Zentimetern oder 3 bis 7 Zentimetern. Von den goldgelben Hüllblättern sind die äußeren 25 bis 30 Millimeter lang, die inneren 35 bis 55 Millimeter lang, oberseits gelblich und unterseits bräunlich. Der Korbboden ist flach. Die Spreublätter sind am oberen Ende nicht keulig verdickt. Der Blütenkorb enthält viele lilafarbene Röhrenblüten.

Die Achänen sind 5 bis 6 Millimeter lang. Der Pappus ist 20 bis 25 Millimeter lang.

Die Chromosomenzahl beträgt x = 10; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 20 vor.

Standorte Carlina acanthifolia subsp. acanthifolia gedeiht in Höhenlagen von 500 bis 1800 Metern. Standorte sind hauptsächlich kalkhaltige Trockenrasen.Jean-Claude Rameau, Dominique Mansion, G. Dumé: Flore forestière française : guide écologique illustré. tome 2: montagnes. IDF Institut pour le développement forestier, 1994, ISBN 978-2-904740-41-1, S. 1179.

mini|Carlina acanthifolia subsp. utzka Systematik und Verbreitung Die Erstveröffentlichung von Carlina acanthifolia erfolgte 1773 durch Carlo Allioni in Auctarium ad Synopsim Methodicam Stirpium Horti Regii Taurinensis Seite 15 adnot. 55.

Carlina acanthifolia ist in Südeuropa von der Iberischen Halbinsel bis zur Balkanhalbinsel und bis Rumänien und die Ukraine verbreitet. In Deutschland ist sie ein lokal eingebürgerter Neophyt. So kommt sie beispielsweise in einem Trockenrasen an der Enz zwischen Mühlhausen und Lomersheim bei Mühlacker in Baden-Württemberg und bei Bamberg in Bayern seit etwa 1970–80 eingebürgert vor.

Die Art Carlina acanthifolia umfasst je nach Autor etwa drei Unterarten: Carlina acanthifolia subsp. acanthifolia: Sie kommt nur in Frankreich und in Italien vor. Carlina acanthifolia subsp. cynara : Sie kommt in Spanien, in Andorra und in Frankreich vor. Carlina acanthifolia subsp. utzka (Syn.: Carlina utzka , Carlina onopordifolia ): Sie kommt auf der Balkanhalbinsel, in Polen, Moldawien und in der Ukraine vor. Die Chromosomenzahl dieser Unterart ist auch 2n = 20. Die Bezeichnung der Unterart utzka bezieht sich auf Učka, ein Gebirge in Istrien (italienisch: Monte Maggiore).

mini|Wetteranzeiger in Languedoc-Roussillon in Südfrankreich

Nutzen Ebenso wie Carlina acaulis wird auch Carlina acanthifolia als Wetteranzeiger, z. B. zur Voraussage von regnerischem Wetter, genutzt. Eine Erläuterung findet sich unter Wetterdistel.

Literatur Xaver Finkenzeller: Alpenblumen. München 2003, ISBN 3-576-11482-3. David Allardice Webb: Carlina L. S. 208–211 In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Cambridge University Press, Cambridge 1964–1980. Volume 4: Plantaginaceae to Compositae (and Rubiaceae). 1976, ISBN 0-521-08717-1.

Einzelnachweise Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Datenblatt Carlina acanthifolia. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Dagmar Lange: Carlina L. S. 222. In: Oskar Sebald et al.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 1. Auflage. Band 6, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3343-1. David Allardice Webb: Carlina L. S. 208–211 In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Cambridge University Press, Cambridge 1964–1980. Volume 4: Plantaginaceae to Compositae (and Rubiaceae). 1976, ISBN 0-521-08717-1. Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage. Band VI, Teil 3, S. 817. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9.

Weblinks

Thomas Meyer: Akanthusblättige Golddistel (Carlina acanthifolia All.) – Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Datenblatt bei Flora Europaea. Akanthusblättrige Eberwurz Carlina acanthifola – Datenblatt mit Foto bei Botanik im Bild / Flora Europas, 2008.

Kategorie:Eberwurzen Kategorie:Alpenflora