Die Kongō-Klasse () ist eine Klasse von vier Lenkwaffenzerstörern der japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF), die im Verlauf der 1990er Jahre in Dienst genommen wurden. Das 1993 in Dienst gestellte Typschiff Kongō war das weltweit erste Kriegsschiff außerhalb der US Navy, das mit dem AEGIS-System ausgestattet wurde. Die Schiffe dieser Klasse waren ferner die ersten, die von Japan unter den Gesichtspunkten der Tarnkappentechnik gebaut und bei den japanischen Seestreitkräften in Dienst genommen wurden.

Geschichte Planungen und Bau 1984 begann die United States Navy, für das Aegis-Kampfsystem Käufer im Ausland zu suchen. Vier Jahre später, 1988, kam der Vertrag mit der japanischen Marine zustande. Als Trägerschiff für das System wählte die JMSDF einen modifizierten und an japanische Bedürfnisse angepassten Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse. Das erste Schiff, die Kongō, wurde am 8. Mai 1990 auf Kiel gelegt und am 25. März 1993 bei der japanischen Marine in Dienst gestellt. Das letzte Schiff der Klasse, Chōkai, trat 1998 seinen Dienst an.

Zwei weitere Schiffe wurden im Jahr 2000 bestellt, sie wurden als verbesserte Atago-Klasse 2007 in Dienst gestellt.

Einheiten Kennung Name Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Heimathafen DDG-173 Kongō() MHI, Nagasaki 8. Mai 1990 26. September 1991 25. März 1993 Sasebo DDG-174 Kirishima() 7. April 1992 19. August 1993 16. März 1995 Yokosuka DDG-175 Myōkō() 8. April 1993 5. Oktober 1994 14. März 1996 Maizuru DDG-176 Chōkai() IHI, Tokio 29. Mai 1995 27. August 1996 20. März 1998 Sasebo

Technische Beschreibung mini|Kongō in Pearl Harbor 2026 aus Anlass des Manövers RIMPAC in einer Ansicht von Backbord achtern mini|Die Myōkō im Januar 2023

Rumpf und Antrieb Der Rumpf eines Zerstörers der Kongō-Klasse ist 161 Meter lang, 21 Meter breit und hat bei einer Verdrängung von 9.500 Tonnen einen Tiefgang von 6,2 Metern. Der Antrieb erfolgt durch vier Gasturbinen (COGAG-Antrieb), Ishikawajima Harima/General Electric-Gasturbinen LM2500-30, mit einer Gesamtleistung von 100.000 PS (73.550 kW). Die Leistung wird an zwei Wellen mit je einer Schraube abgegeben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 Knoten (56 km/h).

Bewaffnung Neben denn zwei separat aufgeführten Waffensystemen verfügen die Schiffe der Klasse über ein 127-mm-Geschütz in Kaliberlänge 54 von Oto Melara, einem Mk 41 Vertical Launching System mit 90 Zellen für RUM-139 VL-ASROC-Anti-U-Boot-Raketen und SM-2 bzw. SM-3 Flugabwehrraketen und zwei Vierfachstarter für RGM-84 Harpoon-Seezielflugkörper. Des Weiteren noch vier Mk 36 SRBOC-Täuschkörperwerfer zum Abfeuern von Düppel- und Infrarotraketen, ein geschlepptes AN/SLQ-25 Nixie-Torpedotäuschsystem und eine Reihe von Handfeuerwaffen.

Mindestens eines der Schiffe, die Chōkai, wurde zwischen Oktober 2025 und März 2026 in den Vereinigten Staaten modernisiert und für den Abschuss von Tomahawk-Marschflugkörpern umgebaut. Am 27. März 2026 gab das japanische Verteidigungsministerium bekannt, dass der Umbau der Chōkai erfolgreich abgeschlossen worden und der Zerstörer nun, als bis dahin erstes Schiff der JMSDF, zum Einsatz dieses Waffensystems befähigt sei.

Der Einsatz eines Hubschraubers ist möglich, aber die Schiffe der Klasse verfügen über keinen dauerhaften Hangar zur Unterbringung der Maschine.

Nahbereichsverteidigungssystem

Zur Nächstbereichsverteidigung dienen zwei radargesteuerte Maschinenkanonensysteme Phalanx Mk.15. Dieses System besteht aus einem Geschützturm mit einer 20-mm-Maschinenkanone des Typ M61 Vulcan und einem separaten Feuerleitradar. Es ist daher nicht auf die Feuerleitung durch die Gefechtsleitzentrale des Trägerschiffes angewiesen und benötigt von diesem nur Energie. Das System kann gegen anfliegende Flugkörper, Luftfahrzeuge und Seeziele eingesetzt werden.

Torpedorohre Die Torpedorohr-Drillinge vom Typ HOS 302 befinden sich auf Höhe der achteren Phalanx-CIWS, sowohl an Backbord als auch an Steuerbord auf dem Oberdeck. Der Drilling kann nach außen gedreht werden, um Mark-46-Torpedos mit Druckluft auszustoßen. Dies geschieht je nach Einstellung mit 10–126 bar. Die Rohre des Werfers bestehen aus Kunststoff, die Masse einer Einheit beträgt etwa eine Tonne.

Elektronik Die Hauptradaranlage an Bord ist das SPY-1-Radar des AEGIS-Systems, dessen vier Flächenantennen sich an den Aufbauten befinden. Die Feuerleitung der RIM-67-Luftabwehrraketen erfolgt durch drei AEGIS FCS Mk99-Radare, deren Antennen sich auf den Aufbauten befinden. Als Bugsonar verwenden die Schiffe ein OQS-102-Sonar. Die Computeranlagen des AEGIS-Systems wurden um eine U-Jagdkomponente erweitert, um den Anforderungen der japanischen Marine gerecht zu werden.

Zur elektronischen Kriegführung befindet sich das NOLQ-2-Störsystem an Bord.

Besatzung Die Besatzung hatte eine Stärke von 310 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften.

Weblinks

Kongō-Klasse auf GlobalSecurity.org. (englisch) Kongō-Klasse auf Navypedia (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Militärschiffsklasse (Japanische Selbstverteidigungsstreitkräfte) Kategorie:Zerstörerklasse