mini|Andrei Antonowitsch Gretschko (1960) Andrei Antonowitsch Gretschko (; * im Dorf Golodajewka (heute Kuibyschewo); heute in der Oblast Rostow; † 26. April 1976 in Moskau) war ein Marschall der Sowjetunion und von 1967 bis 1976 sowjetischer Verteidigungsminister.
Biografie Militärische Laufbahn
Gretschko war der Sohn ukrainischer Eltern. Er trat 1919 in die Rote Armee ein und diente in Budjonnys 1. Roter Reiterarmee. Nach dem Ende des Bürgerkrieges und nach Abschluss seiner Schulausbildung trat er 1925 in die 6. Kavallerieschule ein und schloss 1926 seine erste militärische Ausbildung ab. Er wurde 1928 Mitglied der KPdSU.
1936 besuchte er die Frunse-Militärakademie. Zu Kriegsbeginn im Juni 1941 kommandierte er die 34. Kavalleriedivision. Sie stand in der Nähe von Krementschug. Im Winter 1942 übernahm er die Führung des V. Kavalleriekorps. Ab 8. September 1942 wurde die 47. Armee, die er führte, im Raum Noworossijsk eingesetzt. Im Oktober 1942 erhielt er den Befehl über die 18. Armee und als Generalmajor am 5. Januar 1943 den Oberbefehl über die 56. Armee, die im Zuge der Nordkaukasischen Operation am 12. Februar Krasnodar zurückeroberte. Im Dezember 1943 wurde er Oberbefehlshaber der 1. Gardearmee bei der 4. Ukrainischen Front. 1944 wurde er zum Generaloberst befördert. Es folgten Kämpfe in Galizien und zum Kriegsende im tschechoslowakischen Karpatenraum.
Nach dem Krieg war er bis 1953 Befehlshaber des Kiewer Militärbezirks und von 1957 bis 1960 Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte der UdSSR.
Politische Laufbahn
Gretschko wurde nach Stalins Tod von 1953 bis 1957 Oberkommandierender der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Mit seinen Truppen wurde der Aufstand des 17. Juni 1953 niedergeschlagen. 1955 wurde er zum Marschall der Sowjetunion befördert und zugleich zum Ersten Stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt. Er löste 1960 Marschall Konew als Oberkommandierender der Warschauer-Pakt-Truppen ab und wurde nach dem Tode von Marschall Malinowski von 1967 bis 1976 Verteidigungsminister der UdSSR. 1968 koordinierte er die Projektarbeiten zum Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die ČSSR am 21. August 1968 zur Niederschlagung des Prager Frühlings. Von 1973 bis 1976 war er schließlich Vollmitglied im höchsten politischen Gremium der UdSSR, dem Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion.
Ehrungen Zwei Mal Held der Sowjetunion Sechs Leninorden Drei Orden des Roten Banners Zwei Kutusoworden Drei Suworow-Orden Viele weitere sowjetische und ausländische Orden Vaterländischer Verdienstorden in Gold der DDRHohe Orden an sowjetische Persönlichkeiten, In: Neues Deutschland, 29. Juni 1965, S. 2 Seine Urne wurde an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt Die Seekriegsakademie der UdSSR erhielt seinen Namen.
Literatur Bertold Spuler: Regenten und Regierungen der Welt, Minister-Ploetz Bd. 4 u. 5, Würzburg, Ploetz 1964 und 1972
Weblinks
in der Großen Sowjetenzyklopädie (russisch) Gretschko auf hrono.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Verteidigungsminister (Sowjetunion) Kategorie:Oberbefehlshaber einer Armee (Rote Armee) Kategorie:Marschall der Sowjetunion Kategorie:Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der KPdSU Kategorie:Politiker (Sowjetunion) Kategorie:Person im Russischen Bürgerkrieg Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Sowjetunion) Kategorie:Oberkommandierender der Gruppe der sowjetischen Truppen in Deutschland Kategorie:Teilnehmer der Moskauer Siegesparade 1945 Kategorie:KPdSU-Mitglied Kategorie:Held der Sowjetunion Kategorie:Träger des Ordens des Grunwald-Kreuzes Kategorie:Träger des Ordens Virtuti Militari (1943–1989) Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Gold Kategorie:Träger des Kutusowordens Kategorie:Träger des Leninordens Kategorie:Träger des Rotbannerordens Kategorie:Träger des Suworow-Ordens I. Klasse Kategorie:Träger des Suworow-Ordens II. Klasse Kategorie:Träger des Bogdan-Chmelnizki-Ordens (Sowjetunion) I. Klasse Kategorie:Träger des Karl-Marx-Ordens Kategorie:Träger des Süchbaatarordens Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Großkreuz) Kategorie:Träger der Medaille „Für die Verteidigung des Kaukasus“ Kategorie:Träger der Jubiläumsmedaille „XX Jahre Rote Arbeiter-und-Bauern-Armee“ Kategorie:Absolvent der Generalstabsakademie der UdSSR Kategorie:Träger der Medaille „Sieg über Deutschland“ Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1903 Kategorie:Gestorben 1976 Kategorie:Mann