mini|hochkant|Titelblatt von Christian Heinrich Gilardones lotegorischem Buch Parodiee, Gedichtches unn prousaische Uffsätz‘. Vun kaan Jüd – vun e Goj‘, 2. Bändchen, Speyer, 1835
Lotegorisch – alternativ Lottegorisch, ältere Eigenbezeichnung lochne kodesch, aus hebräisch laschon „Zunge, Sprache“, und kodesch „Heiligtum“ – ist eine Händlersprache und pfälzische Variante des Rotwelschen.
Charakteristika und Geschichte Die Sprache ist an das Westjiddische im Leiningerland – besonders im Einzugsgebiet von Carlsberg – angelehnt. In dieser Gegend wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert eine größere Zahl Nichtsesshafter, darunter viele Juden, angesiedelt. Diese wurden anschließend von dort aus in vielen Fällen als Wanderhändler und Hausierer tätig. Lotegorisch war eine Geheimsprache, die für Bewahrung ihrer Geschäftsgeheimnisse vor Kunden und Behörden entwickelt wurde und die der Rest der Bevölkerung nicht verstand. Feste Ausspracheregeln oder Grammatik gab es nicht. Die Sprache wurde lediglich mündlich praktiziert. Manche Begriffe fanden Eingang in den deutschen Sprachgebrauch.
Erinnerungskultur 1993 führte der Unterhaltungsverein Wattenheim im Carlsberger Bürgerhaus ein Theaterstück auf Lotegorisch auf. Zusammen mit der Volksbühne Leininger-Land engagiert er sich für die Erhaltung der Sprache.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Dialekt Kategorie:Pfälzerwald Kategorie:Rotwelschvariante Kategorie:Jiddisch Kategorie:Judentum im Landkreis Bad Dürkheim