Der Grannen-Klappertopf (Rhinanthus glacialis), auch Begrannter Klappertopf genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klappertöpfe (Rhinanthus) innerhalb der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Sie gedeiht in europäischen Gebirgen.

Beschreibung mini|links|Illustration aus Atlas der Alpenflora, 1882 mini|Blütenstände

Vegetative Merkmale Der Grannen-Klappertopf wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimetern.

Die gegenständigen Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind ungestielt. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 4 Zentimetern lanzettlich mit gekerbten bis gesägten Blattrand.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht vorwiegend von Juni bis September. Es werden seiten- und endständige kurze traubige Blütenstände gebildet. Die kahlen Tragblätter besitzen grannenartig, zugespitzte Zähne, von denen die unteren 4 bis 8 Millimeter lang sind und 1 bis 5 Millimeter lange Grannen (daher der Trivialname) aufweisen.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Der meist kahle Kelch ist höchstens am Rand borstig bewimpert. Die gelbe Krone ist 15 bis 25 Millimeter lang und zweilippig. Die Kronröhre stark aufwärts gebogen. Der Kronschlund ist offen. Die Oberlippe ist helmförmig aufgewölbt mit zwei 1 bis 2 Millimeter langen, bläulichen Zähnen. Die abstehende Unterlippe ist dreizipfelig.

Der haltbare, bauchige Kelch umschließt die Kapselfrucht.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.

Ökologie Grannen-Klappertopf handelt es sich um einen mesomorphen Therophyten und Halbparasiten.

Vorkommen Der Grannen-Klappertopf ist in Europa in den Alpen und den Mittelgebirgen verbreitet. Er hat Vorkommen in den Ländern Frankreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Österreich, in der früheren Tschechoslowakei und im früheren Jugoslawien.

Als Standort werden sonnige, trockene Lagen bevorzugt. Er gedeiht auf Magerrasen, etwa Bürstlingsrasen, Felsschuttfluren und Schneeheide-Föhrenwälder. Der Grannen-Klappertopf gilt als pH-indifferent. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).

Systematik Die Erstbeschreibung von Rhinanthus glacialis erfolgte 1863 durch Victor Personnat in Bulletin de la Société Botanique de France Band 10 Seite 745.

Von Rhinanthus glacialis gibt es etwa sechs Unterarten: Rhinanthus glacialis subsp. glacialis: Sie kommt in Deutschland und in Slowenien vor. Rhinanthus glacialis subsp. aristatus (Syn.: Rhinanthus aristatus , Alectorolophus aristatus , Alectorolophus gracilis ): Sie kommt in Deutschland und in der Ukraine vor. Sie gedeiht in Mitteleuropa meist in Gesellschaften der Ordnung Nardetalia. Rhinanthus glacialis subsp. gracilis (Syn.: Rhinanthus lanceolatus var. gracilis ): Sie kommt in Deutschland und in Tschechien vor. Rhinanthus glacialis subsp. lanceolatus (Syn.: Rhinanthus lanceolatus , Rhinanthus alpinus var. lanceolatus , Alectorolophus lanceolatus , Rhinanthus lanceolatus var. lanceolatus): Sie kommt in Slowenien vor. Sie gedeiht in Mitteleuropa Gesellschaften des Verbands Nardion. Rhinanthus glacialis subsp. simplex : Sie kommt in Deutschland und in Slowenien vor. Sie gedeiht in frischen Gebirgswiesen. Rhinanthus glacialis subsp. subalpinus (Syn.: Alectorolophus lanceolatus var. subalpinus , Alectorolophus subalpinus , Rhinanthus subalpinus ): Sie kommt in Deutschland, in Slowenien und in der Ukraine vor. Sie ist pflanzensoziologisch in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Seslerietalia, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Mesobromion vor.

Literatur

Einzelnachweise Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Flora der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, 1996, ISBN 3-258-05405-3, S. 954. Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae: Datenblatt Rhinanthus glacialis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks

Thomas Meyer: Klappertopf Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Kategorie:Sommerwurzgewächse Kategorie:Alpenflora