mini|Die alte Mühle Unkelfurth nach einer Zeichnung von 1726 mini|Wehr mit Fischtreppe und Kanurutsche mini|Die inzwischen abgerissene Gaststätte „Unkelmühle“ war in den 1950er und 1960er Jahren ein beliebtes Tanzlokal.
Die Unkelmühle ist ein Ortsteil der Gemeinde Windeck an der Grenze zu Eitorf.
Geschichte Die erste Erwähnung der Unkelmühle, einer Wassermühle an der Sieg, fand 1601 statt.
1726 befand sich die Unkelmühle im Besitz der Grafen von Nesselrode. Im Auftrag des Grafen fertigte der wallonische Maler Reinier Roidkin eine Zeichnung der alten Mühle an.
1862 heiratet ein Halfter Mühlenbauer eine Dienstmagd von der Unkelmühle.
1925 wurde die Gaststätte von der Wirtschaftlerin Amalie Hundhausen betrieben.Adressbuch des Siegkreises 1925, Bonn, Ausgabe 1928/1929
1950 lief die Gastwirtschaft unter Fritz Spahr, außerdem wohnten hier die gewerblosen Wilhelmine Spahr, Elisabeth Schmitt und Witwe Margarete Vogelsang.Greven’s Adressbuch des Sieg-Kreises, Köln 1950
Kraftwerk Anfang der 1920er Jahre plante das Eitorfer Unternehmen C. A. Hegeling (Vorläufer der Boge GmbH) für die eigene Elektrizitätsversorgung ein Laufwasserkraftwerk in der Sieg. Nachdem der Staudamm bereits errichtet war, übernahm die im November 1921 unter Beteiligung von Clemens August Hegeling gegründete Wasserkraftwerk Eitorf AG mit Sitz in Herchen das Projekt und baute das noch heute bestehende Kraftwerk mit ursprünglich 8.000 PS Leistung.Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, 30. Ausgabe 1925, Band 1, S. 1225.
Die Gaststätte über dem Einleitungskanal zum Kraftwerk wurde nach einem Brand 1984 vom Landschaftsverband Rheinland gekauft und am 28. Dezember 1986 abgebrochen, um den Straßenverlauf zu begradigen. Ein laufender Antrag des Gemeinderats auf Denkmalschutz wurde damit unterlaufen.Rhein-Sieg-Rundschau vom 29. Dezember 1986
Das Kraftwerk selbst wurde am 27. Januar 1992 unter Denkmalschutz gestellt.Denkmalschutzliste der Gemeinde Windeck 2011 Ab 2011 fand im Rahmen der Pilotanlage Fischschutz NRW ein Umbau der Staustufe statt.
Steinbruch Zur Unkelmühle gehörte lange Jahre auch ein Steinbruchbetrieb. Dort wurden bis in die 1960er Jahre „hammerechte“ Bruchsteine von hervorragender Qualität gebrochen und geschlagen. Diese wurden in den 1930er Jahren mit Pferdefuhrwerken bis zum Bahnhof Eitorf transportiert und von dort weiter z. B. zum Autobahnbrücken-Bau nach Köln. Dieser Grauwacke-Stein war so druckfest, dass er als fast gleichwertig zu Basalt eingesetzt wurde. Viele ältere Häuser in der Gegend weisen noch ein Bruchstein-Sockelgeschoss oder eine Bruchstein-Verblendung des Erdgeschosses auf.
In den 1930er Jahren wurden im Steinbruch wissenschaftliche Untersuchungen zu den Ablagerungen in den Gesteinsschichten vorgenommen.G. Dahner: Die Fauna der Obersten Siegener Schichten von der Unkelmühle bei Eitorf a. d. Sieg. In: Abhandlungen der Preußischen Geologischen Landesanstalt, Neue Folge, Heft 168 (1936). Das reiche Versteinerungsvorkommen wurde 1932 und 1933 von Walter Schriel ausgebeutet.
Weblinks
Aus der Kraft der Flüsse. (PDF-Dokument auf www.rwe.com)
Literatur Hans Deutsch: Eitorfer Mühlen. Selbstverlag, 2007.
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Windeck Kategorie:Laufwasserkraftwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Wassermühle im Rhein-Sieg-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1601 Kategorie:Mühle in Europa Kategorie:Ort an der Sieg