Oberrosphe ist ein Ortsteil der Stadt Wetter (Hessen) im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt nordöstlich von Wetter am Burgwald. Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 2. __TOC__
zentriert|500px|Blick auf Oberrosphe
Geschichte mini|Tafeln mit einem Abriss der Dorfgeschichte mini|hochkant|Evangelische Kirche
Ortsgeschichte Oberrosphe ist eine keltische Gründung. Sie nannten das Dorf roos-affa, was „sumpfiges, fauliges Wasser“ bedeutet. Schriftlich erwähnt wurde der Ort soweit bekannt in einer Urkunde um etwa 800. Die erste Kirche (heute evangelisch) wurde um 1000 erbaut. 1535 ließ Landgraf Philipp I. von Hessen im Dorf einen Amtssitz für den „Reitenden Förster und Oberförster im Burgwald“ errichten.
Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberrosphe im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Wetter (Hessen-Nassau) (damaliger Name der Stadt) eingegliedert. Für den Ortsteil Oberrosphe, wie für alle Ortsteile von Wetter, wurde je ein Ortsbezirk eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und seren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Oberrosphe angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Wetter ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Wetter Die Zugehörigkeit des Amtes Wetter anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Wetter ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Wetter ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Wetter 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Wetter ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Wetter ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis MarburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.Trennung von Justiz (Justizamt Wetter) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Stadt Wetter (Hessen)Am 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Wetter (Hessen) ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Wetter ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Wetter
Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Wetter war als Gericht in erster Instanz für Oberrosphe zuständig. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Wetter.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) 1877 blieb das Amtsgericht bestehen. 1943 wurde das Amtsgericht Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg und 1946 wurde auch die Zweigstelle geschlossen. Der Bezirk des Amtsgerichts Wetter ging im Bezirk des Amtsgerichts Marburg auf.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Oberrosphe 768 Einwohner. Darunter waren 12 (= 1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 108 Einwohner unter 18 Jahren, 336 zwischen 18 und 49, 192 zwischen 50 und 64 und 132 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 309 Haushalten. Davon waren 69 Singlehaushalte, 87 Paare ohne Kinder und 129 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 39 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 219 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1502: 10 Männer • 1577: 18 Hausgesesse • 1580: 7 Ackerleute, 15 Einläuftige • 1630: 20 Hausgesesse (1 dreispännige, 4 zweispännige, 5 einspännige Ackerleute, 10 Einläuftige) • 1681: 18 hausgesessene Mannschaften • 1747: 34 hausgesessene Mannschaften • 1820: 46 Häuser, 312 Einwohner • 1838: Familien: 266 nutzungsberechtigte, 133 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: 466 evangelisch-lutherische, 12 evangelisch-reformierte, 2 römisch-katholische Einwohner • 1885: 489 evangelische (= 99,56 %), zwei jüdische (= 0,41 %) Einwohner • 1961: 152 evangelische (= 95,00 %), 7 römisch-katholische (= 4,38 %) Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1787: 2 Müller, 1 Zimmermann, 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Schneider, 1 Leineweber, 2 Schäfer, 3 Tagelöhner, 6 einzelne Weibspersonen • 1838: Familien: 37 Ackerbau, 8 Gewerbe, 25 Tagelöhner • 1961: Erwerbspersonen: 168 Land- und Forstwirtschaft, 150 Produzierendes Gewerbe, 24 Handel und Verkehr, 30 Dienstleistungen und Sonstiges.
Politik Für Oberrosphe besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Oberrosphe) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat für den Ortsbezirk Wetter besteht aus sieben Mitgliedern. Die Wahlbeteiligung zur Wahl des Ortsbeirats bei der Kommunalwahl 2021 betrug 49,22 %. Alle Kandidaten gehörten der „Wählergemeinschaft Oberraspe“ an. Der Ortsbeirat wählte Najeth Salomon zur Ortsvorsteherin.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Heimatmuseum (Altes Forsthaus mit Hofanlage)
Im Alten Forsthof befindet sich ein Heimatmuseum. Das erhaltene Wohngebäude wurde 1750 errichtet und ersetzte den Vorgängerbau von 1535. Im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ konnte der Ort 1983 eine Goldmedaille auf Bundesebene erringen. Oberrosphe gehört zu einem evangelischen Kirchspiel mit Unterrosphe und Göttingen.
Infrastruktur In Oberrosphe schlossen sich im Jahre 2007 Bürger zu einer Genossenschaft zusammen, um Nahwärme aus Bioenergie zu erzeugen. Hierzu wurden ein Rohrnetz verlegt und ein Heizkraftwerk gebaut.Das Bioenergiedorf
Persönlichkeiten Carl Wilhelm Jacobi (1803–1858), Lehrer und Politiker Hans Eucker (1820–1891), Bürgermeister und Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung
Literatur
Weblinks
Stadtteil Oberrosphe In: Webauftritt der Stadt Wetter.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf Kategorie:Geographie (Wetter (Hessen)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Bioenergiedorf