mini|hochkant|Wappen derer von Reitzenstein und der stammes- und wappenverwandten Geschlechter von Berg, von Epprechtstein, von der Grün, von Münchberg, von Radeck, von Sparnberg, Sack, von Stein, von Thoßfell, von Töpen und von Wildenstein mini|hochkant|Reitzensteiner Epitaph in der Regnitzlosauer Kirche Die Reitzenstein entstammen dem fränkischen Uradel. Sie erschienen erstmals 1318 urkundlich mit „Konrad von der Grün“, auf den auch die Stammreihe zurückgeht. Wie die Familien von Berg, von Epprechtstein, von der Grün, von Münchberg, von Radeck, von Sparnberg, von Stein, von Thoßfell, von Töpen und von Wildenstein gelten sie als eine sich nach ihrem Sitz nennende Linie des bereits 1091 erwähnten Ministerialengeschlechts Sack. All diese Familien sind daher stammes- und wappenverwandt.Arnold von Dobeneck: Die Grundherrengeschlechter des Vogt- und Regnitzlandes im Mittelalter. in: Archiv für Geschichte und Altertumskunde von Oberfranken. Band 29, 3 (1926), S. 32 f.
Geschichte mini|hochkant|Reitzensteiner Ritter als Altarstifter in Sparnberg mini|hochkant|Schloss Reitzenstein Konrads Sohn Chunrad von der Grün nannte sich bereits 1325 „Reichzenstein“ nach der ihm gehörenden, bereits um 1130 erbauten Veste Reitzenstein. Der Ort ist heute nach Issigau in Oberfranken eingemeindet.
Einige Zweige der Familie sind ausgestorben oder wurden durch die Grenzziehungen im 20. Jahrhundert vertrieben. Hierzu gehört der Familienzweig aus dem Ort Reitzenstein (polnisch Kolpion) im Landkreis Oststernberg in der Neumark.
Orte namens Reitzenstein Reitzenstein im Landkreis Hof in Oberfranken Reitzenstein (polnisch Kolpion) im Landkreis Oststernberg in der Neumark
Orte mit Bezug zu Reitzenstein Mittelfranken Burg Hoheneck, Bad Windsheim mit Grablege der Familie Reitzenstein in der Spitalkirche.
Oberfranken Feilitzsch mit Gemeindeteil Münchenreuth, Gattendorf, Konradsreuth, Leupoldsgrün mit Gemeindeteil Hartungswww.chronik.leupoldsgruen.info, Neudrossenfeld, Niederfüllbach, Röslau, Schnarchenreuth, Schwarzenbach am Wald mit Gemeindeteil Schwarzensteinwww.schwarzenbach-wald.de > Geschichte, Schwesendorf, Lippertsgrün.
Oberpfalz Reuth bei Erbendorf, Stefling
Gebäude mini|Reitzenstein in Oberfranken mit dem Schloss der Freiherren von Reitzenstein
Der heutige baden-württembergische Regierungssitz, der zwischen 1910 und 1913 für Baronin Helene von Reitzenstein erbaut wurde, ist die Villa Reitzenstein in Stuttgart.
In Bayreuth befand sich am heutigen Luitpoldplatz das dreigeschossige Reitzenstein-Palais, das zwischen 1761 und 1768 erbaut wurde und vom Architekten Carl von Gontard stammte.Abbildung des Reitzenstein-Palais (1930er-Jahre) 1915 ging es in den Besitz der Stadt über. 1916 wurde ein Großteil der städtischen Ämter dorthin verlegt, sodass es als Rathaus fungierte (damaliges Neues Rathaus).Axel Polnik: Die Bayreuther Feuerwehren im Dritten Reich. 2011, S. 544. Nach schwerer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude nach dem Krieg bis auf das Erdgeschoss abgetragen. 20 Jahre waren dort noch das Standesamt und das Fremdenverkehrsamt untergebracht. Die Reste des Gebäudes wurden 1966 abgerissen, um dort das heutige Neue Rathaus von Bayreuth zu errichten. Eine erhalten gebliebene Portikus-Säule des Palais ist im Innenhof des Historischen Museums Bayreuth aufgestellt.
Die deutschen Streitkräfte gaben Truppenunterkünften in Düsseldorf und Wesel den Namen Reitzenstein-Kaserne: Die 1937 erbaute Reitzenstein-Kaserne in Düsseldorf, die bis Ende des Jahres 2006 in Teilen noch von der Bundeswehr genutzt wurde, wurde ab 2010 zur Gartenstadt Reitzenstein mit Wohnbebauung aus- und umgebaut. Auf dem Gelände der von 1900 bis 1902 für das 1. Westfälische Feldartillerie-Regiment Nr. 7 erbauten Reitzenstein-Kaserne in Wesel entstanden durch Umnutzung der vorhandenen Gebäude und Neubauten Wohnraum für Familien und ein Altenpflegeheim des Caritasverbandes.
Stämme, Linien und Äste Konrad von der Grün, genannt der Reitzensteiner (um 1325); Stammvater der Freiherren von Reitzenstein; Sohn von Konrad von der Grün (~1250 bis ~1324)
Stamm A (Blankenberg und Sparnberg) ist nicht in Bayern immatrikuliert
Stamm B (Schwarzenstein und Schwarzenbach am Wald) 1. Linie (Selbitz-Reuth) 1. Ast (ev. u. kath.) Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein (* 1940) ist Lehrbeauftragter für Namenkunde an der Universität München. 2. Linie (Hartungs) Wolf Christoph Freiherr von Reitzenstein (um 1683) 1. Ast (ev.) Konrad Freiherr von Reitzenstein (* 5. Juni 1913 in Augsburg; † 2003 in Reitzenstein), Herr auf Reitzenstein, letzter Kirchenpatron in Issigau Rupprecht Freiherr von Reitzenstein (* 27. November 1948 in Reitzenstein), Herr auf Reitzenstein, Landwirt und in der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft aktiv 2. Ast (ev.) Alexander Freiherr von Reitzenstein (1904–1986), Kunsthistoriker und Direktor des Bayerischen Armeemuseums 3. Ast – ist nicht in Bayern immatrikuliert 4. Ast – ist nicht in Bayern immatrikuliert 3. Linie (Zoppaten) (ev.) – ist erloschen Karl Bernhard von Reitzenstein (1809–1885), General im Dienste des Königs von Württemberg Carl Friedrich Sigmund Felix Freiherr von Reitzenstein-Zoppaten (1848–1897), Rittmeister und Oberhofmeister der Königin Charlotte von Württemberg, sowie dessen Ehefrau Helene von Reitzenstein (1853–1944), Multimillionärin sowie Dame der Hofgesellschaft zu Zeiten des Königreichs Württemberg 4. Linie (Ältere Linie Ober-Schwarzenstein) (ev.) – nicht in Bayern immatrikuliert 5. Linie (Schwarzenbach am Wald) 1. Ast (kath.) 2. Ast (ev. und kath.) 6. Linie (Jüngere Linie Ober-Schwarzenstein) (ev. und kath.) 7. Linie (Unter-Schwarzenstein) (ev.)
Stamm C (Schönberg) mini|Schloss Schönberg (Vogtland), ca. 1490 bis 1945 im Besitz der Familie 1. Linie (Konradsreuth) – ist erloschen 2. Linie (Schönberg) – nicht in Bayern immatrikuliert 3. Linie (Regnitzlosau) (ev.)
Der Genealogie der „von Poseck“ entnommen Anmerkung: „v. d. Grün“ und „v. Reitzenstein“ ohne Angabe des Ortes bitte in angegebener Quelle nachschlagen (sind hier nicht aufgeführt)Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, Band 20 Friedrich von Reitzenstein ao. 1499 zu Brambach Niclas von Reitzenstein ao. 1527 zu Zedlitz (Schlesien)
Bekannte Familienmitglieder Nach den Aufzeichnungen des Wilhelm Freiherr von Reitzenstein aus dem Jahre 1929 dienten seit der Einführung stehender Heere 250 Mitglieder der Familie als Offiziere; 25 von ihnen erreichten den Generalsrang. Die nachfolgenden Personen konnten bisher noch keiner Linie zugeordnet werden:
Hieronymus von Reitzenstein OCist (* etwa 1420; † 1503), Zisterzienser und Weihbischof in Bamberg Karl Erdmann von Reitzenstein (1722–1789), preußischer Generalmajor und Chef des Dragonerregiments Nr. 12 Christoph Ludwig Rudolph von Reitzenstein (1736–1796), preußischer Generalmajor, zuvor Chef des Jägerkorps Ansbach-Bayreuth Christoph Carl von Reitzenstein (1743–1820), hannoverischer Generalmajor Heinrich August Friedrich von Reitzenstein (1747–1823), preußischer Generalmajor mini|hochkant|Sigismund von Reitzenstein Friederike von Reitzenstein (1748–1819) (geb. von Spitznas), Schriftstellerin Sigismund Freiherr von Reitzenstein (1766–1847), badischer Diplomat und Politiker Karl von Reitzenstein (* vor 1792; † nach 1795), deutscher Dramatiker Karl von Reitzenstein (1793–1846), preußischer Generalmajor Heinrich von Reitzenstein (1796–1865), preußischer General der Infanterie, 1858 Gouverneur der Bundesfestung Mainz Karl von Reitzenstein (1797–1878), preußischer Generalleutnant Karl Bernhard von Reitzenstein (1809–1885), württembergischer Generalleutnant Wilhelm August von Reitzenstein (1815–1864), hannoverischer Offizier und Diplomat Egmont von Reitzenstein (1819–1900), preußischer Generalmajor Robert von Reitzenstein (1821–1902), Jurist und preußischer Landrat des Kreises Recklinghausen Karl von Reitzenstein (1823–1874), deutscher Historiker und Kustos Friedrich Albrecht Karl Johann von Reitzenstein (1834–1897), Verwaltungsjurist und Bezirkspräsident in Metz, Bezirk Lothringen Franziska von Reitzenstein (1834–1896), geborene von Nyß, Romanschriftstellerin unter dem Pseudonym Franz von Nemmersdorf Ferdinand von Reitzenstein (1838–1905), Mitglied des Deutschen Reichstags Erdmann von Reitzenstein (1844–1922), preußischer Generalleutnant, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses Werner Christoph Freiherr von Reitzenstein (1848–1935), königlich sächsischer außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister Marie von Reitzenstein (1854–1894), Schriftstellerin Maximilian Gustav Freiherr von Reitzenstein (1859–1936), preußischer Generalleutnant Wilhelm von Reitzenstein (1865–1935), deutscher Generalleutnant Karl Egon von Reitzenstein (1873–1924), deutscher Politiker, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Schlesischen Sejms (1922–1924) Ferdinand Freiherr von Reitzenstein (1876–1929), Kulturwissenschaftler und Sexualethnologe am Völkerkundemuseum Berlin und am Hygienemuseum Dresden Hans Joachim von Reitzenstein (1881–1935), deutscher Schriftsteller, schrieb u. a. ein Buch über seine Jugendjahre in einem preußischen Kadettenkorps Friedrich von Reitzenstein (1888–1969), deutscher SS-Standartenführer Alexander von Reitzenstein (1904–1986), deutscher Kunsthistoriker und Direktor des Bayerischen Armeemuseums Hans-Albin Freiherr von Reitzenstein (1911–1943), deutscher Offizier der Waffen-SS Ferdinand von Reitzenstein (1930–2013), Maler und Zeichner in Kassel Wolf-Arnim von Reitzenstein (* 1940), Philologe und Historiker
Wappen
Der Schrägbalken findet sich als Element des heutigen Gemeindewappens von Konradsreuth, Regnitzlosau und Reuth bei Erbendorf wieder, die Flügel sind Bestandteil des Wappens von Issigau. Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Marxgrün erinnert ebenfalls an die Familie.
Siehe auch Liste deutscher Adelsgeschlechter Liste fränkischer Rittergeschlechter
Literatur
In der ADB sind zu mehreren Reitzensteins vom 18. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Biographien zu finden. Als Beispiel sei genannt: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band 122 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Christoph Franke u. a., C. A. Starke, Limburg/Lahn 2000. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen Thiedicke von Flotow: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser, A (Uradel) 1959, Band III, Band 21 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1959, S. 355 ff. Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels. Band XVI. Hrsg. Vereinigung des Adels in Bayern e. V., Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1986. ISBN 3-7686-5075-8. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1856. Justus Perthes, Gotha 1855, S. 537 ff., f. u. a. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1877, Justus Perthes, Gotha 1876, S. 674 ff (Stammtafeln), ff. 1894 S. 704. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 92. Jahrgang. 1942, Justus Perthes, Gotha November 1941, S. 393 ff. Hermann von Reitzenstein-Reuth: Geschichte der Familie von Reitzenstein. Gesamt 2 Teile, H. Kutzner, München 1882. 1. Heft: Geschichte der Linie zu Wildenau 1493-1649. Digitalisat Heft
Weblinks
Wappen der Reitzenstein im Wappenbuch des Heiligen Römischen Reiches, Nürnberg um 1554–1568
Einzelnachweise
Kategorie:Linie eines Adelsgeschlechts Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Adelsgeschlecht (Mittelalter) Kategorie:Fränkisches Rittergeschlecht Kategorie:Bayerisches Adelsgeschlecht Kategorie:Issigau