miniatur|Carl Schell (undatiert)

Carl Hermann Schell (* 14. November 1927 in Wolfsberg, Kärnten, Österreich; † 6. Juni 2019 in LocarnoDer Schweizer Schauspieler Carl Schell ist gestorben nzz.ch, abgerufen am 7. Juni 2019) war ein Schweizer Schauspieler, Regisseur und Produzent.

Leben Carl Schell war der Sohn des Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der Schauspielerin Margarethe Noé von Nordberg. Seine Geschwister Maria Schell (1926–2005), Maximilian Schell (1930–2014) und Immy Schell (1935–1992) waren ebenfalls Künstler. Die Familie wird in den Medien oft als „Schell-Clan“ bezeichnet.

Er besuchte mehrere Schulen in Österreich (darunter das Gymnasium in Wien) und in der Schweiz das Atheneum in Zürich sowie die Technische Hochschule am Kollegium Maria-Hilf.

Seinen Schauspielunterricht erhielt er am Konservatorium Bern. 1946 wurde er Leiter der Jugendbühnen Bern. Ab 1951 war er an der Akademia de Arte in São Paulo (Brasilien) und von 1952 bis 1954 dort Gründer und Leiter des Club International de Arte Dramatica. 1958/1959 trat er bei den Internationalen Kammerspielen in der Berliner Kongresshalle und als Gastschauspieler in Hamburg, München, Düsseldorf, Worthing und London auf.

Neben der Schauspielerei arbeitete er auch als Regisseur, Produzent und Autor sowie Übersetzer, etwa von Les Batards, einer Kriminalkomödie von Robert Thomas, als Die acht Millionäre. Von 1964 bis 1966 war er als künstlerischer Leiter und Koproduzent an den Kay Lewis Enterprises Samuel Goldwyn Studios in Hollywood in Kalifornien tätig. Er gründete 1965 die Tessiner Kömodie, leitete diese bis 1978 und gab mit ihr Gastspiele unter anderem in München, Hamburg, Düsseldorf, Zürich, Basel und auf Mallorca. Im Jahr 1979 war er Gründer und Leiter von CSB-Productions. Carl Schell spielte in einigen Filmen mit, meist in Nebenrollen, und machte sich vor allem als Bühnenschauspieler im deutschsprachigen Raum einen Namen. 1983 initiierte er die von ihm künstlerisch geleitete Television International (TVI), den ersten privaten Fernsehsender in deutscher Sprache, den er 1984 in Brissago im Bezirk Locarno als seine private Fernsehstation vorstellte.

Schell hatte mit seiner ersten Frau, Candida Robert, drei Kinder. 1970 heiratete er die Schauspielerin Stella Mooney. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Caroline und Marco hervor. Er war zudem Vater eines sechsten, ausserehelichen Kindes. Carl Schell lebte in der Villa Casa Esperanza in Brisago im Schweizer Kanton Tessin.

Filmografie 1950: Kein Engel ist so rein 1955: Drei Mädels vom Rhein 1956: Sommerliebe am Bodensee 1958: Die Verfemte (Les Naufrageurs) 1959: Babette zieht in den Krieg (Babette s'en va-t-en guerre) 1961: Bei Vollmond Mord (Lycantropus) 1961: Un branco di vigliacchi 1962: Bande de lâches 1962: Tunnel 28 1964: Heirate mich, Gauner! (The Confession) 1966: Der blaue Max (The Blue Max) 1970: With Love in Mind (Kurzfilm) 2002: Vendesi

Fernsehfilme und -serien 1963: Bezauberndes Fräulein (Film) 1963: Espionage (Folge: The Light of a Friendly Star) 1965: The Mask of Janus (Folge: The Rack) 1966: 12 O'Clock High (Folge: Decoy) 1967: Tennisschläger und Kanonen (Folge: Ein Ritter ohne Furcht und Tadel) 1967: Garrisons Gorillas (Folge: The Magnificent Forger) 1968: Im Wilden Westen (Folge: Count Me In, Count Me Out) 1968: To Die in Paris (Film) 1970: Sebastian et la Mary Morgan (Carl Schell in 9 von 13 Folgen) 1970: Dem Täter auf der Spur (Folge: Frau gesucht...) 1971: Tournee (Folge: Die Night-Stars in Marokko) 1971: Schnee-Treiben (Film) 1972–1973: Butler Parker (Fernsehserie, in 24 Folgen) 1975: Die großen Detektive (Folge: Im geheimer Mission) 1976: Die Fälle des Herrn Konstantin 1978: Tödliche Freiheit 1980: Die acht Millionäre 1982: Il Giardino Meraviglioso 1984: Sinn & Sendung

Als Talkmaster mit eigenem Programm 1966: ‚Jackanory‘ täglich gesendetes Unterhaltungsprogramm, BBC London (5 Folgen) 1984: 50 Talk Shows für TVI, Television Internat. Schweiz – Italien

Theater 1940–1942 Schauspielhaus Zürich In verschiedenen Rollen der Tell Aufführungen Gemeinsam mit den Geschwistern Maria + Maximilian 1946 Leiter Jugendbühne Bern 1947 Stadttheater Bern Zuckmayer ‚Des Teufels General‘ Regie, Hans Lietzau Wiechert ‚Okay‘ Regie, Hans Lietzau ‚General Suter‘ Regie, Werner Kraut Shakespeare ‚Viel Lärm um Nichts‘ Regie, R. Lietzau 1947 Stadttheater Solothurn Euripides ‚Troerinnen‘ Regie, Margarete Schell von Noé 1948 Stadttheater Chur Zuckmayer ‚Des Teufels General‘ Regie, H. Sanden Schiller ‚Die Räuber‘ Regie H. Gaugler Götz ‚Das Haus in Montevideo‘ Regie, Curt Goetz Molière ‚Der eingebildete Kranke‘ Regie, E. Cella Brecht ‚Die Antigone von Sophokles‘ Regie, Bertolt Brecht / Caspar Neher Wilde ‚Lady Windermeres Fächer‘ Wilde, R. Sanden ‚Steinbruch‘ Regie, W. Scheitlin u. a. 1948 Schauspielhaus Zürich Brecht ‚Die Antigone des Sophokles‘ Regie, Brecht / Neher 1948 Küchlin Theater Basel, Corso Theater Bern ‚Der dunkle Punkt‘ Regie, A. Pullmann 1949 Volkshaus Zürich Rolland ‚Die Zeit wird kommen‘ Regie, C. v. Möllendorf 1950 Théatre des Champs Elysés (Studio) Paris ‘Die Braut von Trotzko, Regie, Feldmar 1951 Professor an der Academia de Arte de São Paulo (BR) Aufführungen in Englisch und Portugiesisch 1952–1954 Clube Internacional de Arte Dramatico São Paulo Gründer und Leiter vieler Aufführungen in Englisch und Portugiesisch 1952–1954 Pan – American Press Film Ltda. São Paulo Künstlerischer Leiter mit Filmproduktionen 1956 Kammerspiele München Miller ‚Blick von der Brücke‘ Regie, Heinz Hilpert 1956–1957 Städtische Bühne Köln Shakespeare ‚Viel Lärm um Nichts‘ Regie, Maisch Miller ‚Blick von der Brücke‘ Regie, René Deltgen Lorca ‚Sobald fünf Jahre vergehen‘ Regie, Hans Bauer 1957 Komödie Basel Ustinov ‚Der leere Stuhl‘ Regie, Werner Kraut 1957 Theater am Zoo Frankfurt a Main Hayes ‚An einem Tag wie jeder andere‘ Regie René Deltgen 1958 Vaganten Bühne Berlin ‚Raskolnikov‘ Regie, Margarethe Schell – Noé 1958–1959 Kammerspiele, Kongresshalle Berlin, Intendant Lorca ‚Sobald fünf Jahre vergehen‘ Regie, Carl Schell Leonoff ‚Iwan der Schreckliche‘ Regie, Alexander Welbat ‚Ich selbst und keine Engel‘ Thomas Harlan u. v. a. 1959 Theater im Zimmer Hamburg Nicodemi ‚Duell der Liebe‘ Regie, Helmuth Gmelin 1959 Theater an der Brienner Strasse, München Weisenborn ‚Fünfzehn Schnüre Geld‘ Regie, R.G. Weisenborn 1960 Theater an der Berliner Allee, Düsseldorf Götz ‚Ingeborg‘ Regie Curt Götz 1960 Komödie Basel Hauptmann ‚Fuhrmann Henschel‘ Regie, E. Karter 1961 Theater an der Berliner Allee, Düsseldorf Verneuil ‚Es bleibt in der Familie‘ Regie, Margarethe Schell – Noé 1961 Theater unter den Arkaden, München Verneuil ‚Es bleibt in der Familie‘ Regie, Margarethe Schell – Noé 1962 Theater unter den Arkaden, München Magnier ‚Schluss mit den Blondinen‘ Regie, R. Katz 1963 Connaught – Theatre, Worthing & London Maugham ‚Winter in Ischia‘ Regie, Lord Robin Maugham 1964–1966 Kay Lewis Enterprises S. Goldwyn-Studio Hollywood California Künstlerischer Leiter & Co-Producer 1967–1968 Dana Point International Theatre Organisation Gründer & President Aufführungen in California, u. a. Borchert ‘The Man Outside’ Regie, Carl Schell (engl. Erstaufführung) 1967–1968 The Schell Academy of the Performing Arts President 1968 Theater ‘Die kleine Freiheit’, München Shaw ‘Die Millionärin’ Regie, T. Kolmann 1969 Atelier Theater, Bern Pinter ‚Die Heimkehr‘ Regie U.H. 1969–1970 Klingenthal – Theater, Basel Christie ‚Fuchsjagd‘ (The mousetrap), Regie, R. Cibolini 1970–1972 Film- und TV - Arbeiten, keine Theatertätigkeiten 1973 Theater Vis à Vis, Basel Schaffer ‚Revanche‘ Regie, R.Schell – Cibo 1973–1974 Theater Vis à Vis, Basel Douglas – Home ‚Handicap‘ Regie, Egon Karter 1974 Theater an der Berliner Allee, Düsseldorf Schell – Verneuil ‚Es bleibt in der Familie‘ Regie, Carl Schell 1975 Theater ‚Die kleine Freiheit‘ München Schell – Verneuil ‚Es bleibt in der Familie‘ Regie, Carl Schell 1975 Theater an der Berliner Allee, Düsseldorf ‚Ehe zu Dritt‘ Regie, F. Lepuschitz 1975–1976 Komödie Hamburg mit Tournée Schell – Verneuil ‚Es bleibt in der Familie‘ Regie, Carl Schell 1977–1978 Theater ‚Die kleine Freiheit‘ München Schell – Thomas ‚Die acht Millionäre‘ Regie, Carl Schell 1978 Komödie Hamburg Schell – Thomas ‚Die acht Millionäre‘ Regie, Carl Schell 1978 Renitenztheater, Stuttgart Schell – Thomas ‚Die acht Millionäre‘ Regie, Carl Schell 1978 Marymount Manhattan Theatre, New York Schell – Verneuil ‚Es bleibt in der Familie‘ Regie, Carl Schell 1979 Renitenztheater, Stuttgart Schell – Thomas ‚Die acht Millionäre‘ Regie, Carl Schell Tournée durch Deutschland, Österreich und die Schweiz 1980 Theater im Zürcher - Seefeld & Tournée Schell – Thomas ‚Die acht Millionäre‘ Regie, Carl Schell 1980–1981 Tournée-Theater Hermes Thomas ‚Das Mandarinenzimmer‘ Regie, Thomas Elke Sommer & Carl Schell 1981–1982 Senftöpfchen Theater Köln & Tournée Schell – Thomas ‚Die acht Millionäre‘ Regie, Carl Schell 1983 Komödie Hamburg Schaffer ‚Revanche‘ (Sleuth) Regie, Schell – Ahrweiler 1983 Theater im Park, Bonn ‚Ankomme Dienstag – stop, fall nicht in Ohnmacht‘ Regie, Froschauer 1984 Gründer & Leiter der T.V.I. Television International, Fernsehproduktionen Theater & Filmproduktionen via Tochterfirma CSB – Productions S.A. Brissago 1987 Renitenztheater, Stuttgart & Tournée Chesnot ‚Ein scharfer Cocktail‘ Regie, Froschauer / Carl Schell 1988 Theater im Park, Bonn & Tournée ‚Bei mir zu Hause um fünf‘ Regie, Carl Schell / Ullrich 1989 Badische Kammerschauspiele Jakobi ‚Auftritt für Bläule‘ Regie, Carl Schell 1990 Badische Kammerschauspiele & Tournée ‚Ein scharfer Cocktail‘ Regie, Carl Schell 1991 Badische Kammerschauspiele & Tournée ‚Fenster auf, durchatmen‘ Regie, Carl Schell 1994 Bernhard-Theater, Zürich ‚Ein scharfer Cocktail‘ Regie, Carl Schell 1995 Corso Theater Bern ‚Ein scharfer Cocktail‘ Regie, Carl Schell 1996 SS Arkona von Singapur – Mombassa ‚Ein scharfer Cocktail‘ an Bord

Radio Diverse Hörspielrollen und Regie in den USA, Lateinamerika, Europa für: BBC, RAI, BR, SFB, RIAS, SR, WDR, SWF, DRS, SRI (u. a. eigene Produktion) Studio Bern: Land der Glückseligkeit + Schweden + Tagebuch des Grauens

Als Autor (Auswahl) Wir waren Vier, Verlag Langen Müller, München 1999 ISBN 3-7844-2722-7 Die ganze Welt in meinem Garten, Kosmos Stuttgart, 2002 ISBN 3-440-09158-9 The Human Trap Once Before I Die Jeunesse Damnée The Way Alone

Auszeichnungen und Preise 1962: Preis vom Vichy Referendum international du Cinéma für Bande de lâches 1965: Ehrengast beim Filmfestival Moskau 1975: Europapreis Rom 1979: Erster Preis für ausländische Beiträge an der Biennale international du Film Court Nizza 1983: Ehrensenator des Vereins Contacter Gerlingen

Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag, München/Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 896.

Schell, Carl. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1065.

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Einzelnachweise

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