150px|rechts|Wappen Dieser Artikel gibt die Bevölkerungsentwicklung von Potsdam tabellarisch und graphisch wieder.

Bevölkerungsentwicklung

Potsdam hatte im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur wenige hundert Einwohner. Die Bevölkerung wuchs langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So verwüstete ein Großbrand 1536 Teile der Stadt. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) starben etwa die Hälfte der Bewohner. Nach dem Edikt von Potsdam 1685 und der Ernennung zur Residenzstadt der Könige von Preußen 1701 erlebte die Stadt einen starken Bevölkerungszuwachs. Die Einwohnerzahl stieg zwischen 1713 und 1820 von 1.500 auf 20.000.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verdreifachte sich die Bevölkerung bis 1900 auf 60.000. Im Jahre 1936 hatte die Stadt rund 80.000 Einwohner. Am 1. April 1939 überschritt die Einwohnerzahl von Potsdam durch die Eingemeindung der Stadt Babelsberg (29.229 Einwohner 1933) und weiterer Orte die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Am 17. Mai 1939 zählte man 136.056 Bewohner.

Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Durch die alliierten Luftangriffe und die Kampfhandlungen am Boden starben rund 3.000 Menschen, weite Teile der Stadt wurden zerstört. Insgesamt verlor Potsdam durch Evakuierung, Flucht, Deportationen und Luftangriffe rund 20 Prozent seiner Bewohner (24.763 Personen). Die Bevölkerungszahl sank bis Dezember 1945 auf 111.000.

1984 hatte die Stadt wieder so viele Einwohner, wie vor dem Krieg. 1988 lebten in Potsdam 142.862 Menschen. Seit der Wende in der DDR fiel die Bevölkerungszahl bis 1999 um 13.879 Personen auf 128.983, stieg dann auf Grund zahlreicher Eingemeindungen und durch Zuzug bis 2010 um 27.923 Personen. Am 31. Dezember 2010 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ von Potsdam nach Fortschreibung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg 156.906 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) – historischer Höchststand.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1790 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1944), der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik (1945 bis 1989) und des Statistischen Landesamtes (ab 1990). Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 1573 bis 1944

(jeweiliger Gebietsstand) Jahr/Datum Einwohner 1573 2.000 1618 1.400 1652 700 1686 1.000 1713 1.500 1730 5.640 1740 11.708 1790 18.257 2. Dezember 1819 ¹ 19.619 1. Dezember 1831 ¹ 24.184 1. Dezember 1840 ¹ 26.943 3. Dezember 1855 ¹ 39.962 Datum Einwohner 3. Dezember 1858 ¹ 40.686 3. Dezember 1861 ¹ 41.824 3. Dezember 1864 ¹ 42.200 3. Dezember 1867 ¹ 42.900 1. Dezember 1871 ¹ 43.784 1. Dezember 1875 ¹ 45.003 1. Dezember 1880 ¹ 48.447 1. Dezember 1885 ¹ 50.877 1. Dezember 1890 ¹ 54.125 2. Dezember 1895 ¹ 58.455 1. Dezember 1900 ¹ 59.796 1. Dezember 1905 ¹ 61.414 Datum Einwohner 1. Dezember 1910 ¹ 62.243 1. Dezember 1916 ¹ 56.409 5. Dezember 1917 ¹ 53.310 8. Oktober 1919 ¹ 58.397 31. Dezember 1920 65.403 16. Juni 1925 ¹ 64.203 31. Dezember 1930 72.600 16. Juni 1933 ¹ 73.676 31. Dezember 1935 78.982 31. Dezember 1937 81.772 17. Mai 1939 ¹ 136.056 31. Dezember 1940 136.700 ¹ Volkszählungsergebnis

Von 1945 bis 1989 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Dezember 1945 ¹ 111.293 29. Oktober 1946 ¹ 113.568 31. August 1950 ¹ 118.180 31. Dezember 1955 117.571 31. Dezember 1956 117.064 31. Dezember 1957 115.934 31. Dezember 1958 114.132 31. Dezember 1959 115.163 31. Dezember 1960 115.004 31. Dezember 1961 114.521 31. Dezember 1962 115.257 31. Dezember 1963 115.093 31. Dezember 1964 ¹ 110.083 Datum Einwohner 31. Dezember 1965 110.790 31. Dezember 1966 110.693 31. Dezember 1967 110.617 31. Dezember 1968 110.716 31. Dezember 1969 110.750 31. Dezember 1970 ¹ 111.336 31. Dezember 1971 111.933 31. Dezember 1972 113.701 31. Dezember 1973 115.468 31. Dezember 1974 117.236 31. Dezember 1975 119.482 31. Dezember 1976 121.923 31. Dezember 1977 124.583 Datum Einwohner 31. Dezember 1978 126.262 31. Dezember 1979 128.143 31. Dezember 1980 130.900 31. Dezember 1981 ¹ 132.543 31. Dezember 1982 134.246 31. Dezember 1983 135.922 31. Dezember 1984 137.666 31. Dezember 1985 139.497 31. Dezember 1986 141.231 31. Dezember 1987 142.191 31. Dezember 1988 142.862 31. Dezember 1989 141.430 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Staatliche Zentralverwaltung für Statistik

Ab 1990

(jeweiliger Gebietsstand)

Jahr Einwohner¹ Einwohner² 1990 139.748 1991 139.025 1992 138.618 139.112 1993 139.262 139.954 1994 138.268 137.322 1995 136.619 135.600 1996 134.773 133.541 1997 131.851 130.958 1998 129.798 128.138 1999 128.983 127.653 Jahr Einwohner¹ Einwohner² 2000 129.324 128.315 2001 130.435 129.307 2002 131.414 130.477 2003 144.979 143.811 2004 145.707 144.544 2005 147.583 146.430 2006 148.813 147.716 2007 150.833 149.687 2008 152.966 151.725 2009 154.606 153.117 Jahr Einwohner¹ Einwohner² 2010 156.906 155.354 2011 157.603 157.361 2012 159.456 159.067 2013 161.468 161.097 2014 164.042 163.688 2015 167.745 167.505 2016 171.810 171.597 2017 175.710 175.702 2018 178.089 178.347 2019 180.334 180.503 Jahr Einwohner¹ Einwohner² 2020 182.112 182.219 2021 183.154 183.401 2022 182.987 186.262 2023 184.290 187.310 2024 184.754 187.820 2025 185.137 Stand: 31. Dezember (1990: 3. Oktober)

¹ Amtliche Bevölkerungsfortschreibung (Quelle; Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Brandenburg an der Havel, Potsdam, Frankfurt (Oder), Cottbus, S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden. Tabelle 7, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022 ² Einwohner mit Hauptwohnung (Quelle: Bereich Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Potsdam)Bevölkerung: Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnung seit 1992

Bevölkerungsprognose mini|400px|Einwohnerentwicklung von Potsdam von 1990 bis 2018 mit drei Prognosen. Grün: Prognose 2014–2035, Orange: Prognose 2011–2030. Rot: Prognose 2009–2025

In ihrer 2009 veröffentlichten Publikation „Wer, wo, wie viele? – Bevölkerung in Deutschland 2025“, in der die Bertelsmann Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl für alle Kommunen ab 5.000 Einwohner in Deutschland liefert, wurde für Potsdam ein Anstieg der Bevölkerung zwischen 2006 und 2025 um 7,1 Prozent (10.637 Personen) vorausgesagt.Absolute Bevölkerungsentwicklung 2012–2030 – Prognose für Potsdam (Hauptwohnsitze): Bertelsmann Stiftung: Bevölkerungsprognose

Die im Jahr 2011 überarbeitete Prognose erwartet wie in allen Großstädten einen Prognosepfad über der vergangenen Prognose. 2014 wurde erneut eine neue Prognose notwendig, da das Bevölkerungswachstum deutlich über den bisherigen Annahmen lag. Darin wurde die Einwohnerschätzung für 2025 um etwa 16.000 EW gegenüber der Prognose von 2011 und um etwa 27.000 gegenüber der Prognose von 2009 angehoben. Der Trend, die Prognosen zu übertreffen, setzt sich fort: Ende Juni 2016 liegt die Bevölkerung mit 168.929 bereits über der für Ende Dezember 2016 prognostizierten Zahl.PNN: Potsdam wächst und wächst pnn.de

+ Prognose 2009–2025 Datum Einwohner 31. Dezember 2006 148.813 31. Dezember 2010 152.782 31. Dezember 2015 156.280 31. Dezember 2020 158.549 31. Dezember 2025 159.450 Quelle: Bertelsmann Stiftung+ Prognose 2011–2030 Datum Einwohner 31. Dezember 2009 154.530 31. Dezember 2015 163.310 31. Dezember 2020 168.270 31. Dezember 2025 170.980 31. Dezember 2030 171.780 Quelle: Bertelsmann Stiftung+ Prognose 2014–2035 Datum Einwohner 31. Dezember 2014 163.668 31. Dezember 2016 168.651 31. Dezember 2018 173.419 31. Dezember 2020 177.748 31. Dezember 2025 186.359 31. Dezember 2030 192.952 31. Dezember 2035 198.297 Quelle: Statistischer Informationsdienst 5/2015 der Stadt PotsdamStatistischer Informationsdienst 5/2015 der Stadt Potsdam,

Bevölkerungsstruktur Die Zahlen beziehen sich auf die Einwohner mit Hauptwohnsitz in Potsdam. Bevölkerung Stand 31. Dezember 2022 Einwohner mit Hauptwohnsitz 186.262 Einwohner mit Hauptwohnsitz 186.262 - männlich 90.220 - weiblich 96.042 - Deutsche 163.768 - Ausländer 22.494 - Ausländeranteil in Prozent 12,08 Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Stadtteile Die Zahlen beziehen sich auf die Einwohner mit Hauptwohnsitz in Potsdam.Stadt Potsdam: Einwohner nach Stadtteilen

Nr. Name Einwohner(31. Dezember 2022)11 Bornim 3.54312 Nedlitz 19813 Bornstedt 15.72414 Sacrow 14815 Eiche 5.13916 Grube 45117 Golm 4.22221 Nauener Vorstadt 5.70222 Jägervorstadt 3.10323 Berliner Vorstadt 2.90031 Brandenburger Vorstadt 11.69532 Potsdam West 8.22141 Historische Innenstadt 13.62943 Zentrum Ost und Nuthepark 6.22444 Hauptbahnhof und Brauhausberg Nord 3.42651 Klein Glienicke 56852 Babelsberg Nord 11.38753 Babelsberg Süd 13.53161 Templiner Vorstadt 1.67862 Teltower Vorstadt 4.49163 Schlaatz 9.40664 Waldstadt I und Industriegelände (seit 2019) 6.45565 Waldstadt II 10.36271 Stern 17.22372 Drewitz 7.86573 Kirchsteigfeld 5.02481 Uetz-Paaren 46182 Marquardt 1.18083 Satzkorn 49284 Fahrland 5.19785 Neu Fahrland 1.71686 Groß Glienicke 4.901 Insgesamt 186.262 Quelle: Bereich Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Potsdam

Literatur Karl Friedrich Wilhelm Dieterici (Hrsg.): Mitteilungen des Statistischen Bureau’s in Berlin, 1848–1861. Kaiserliches Statistisches Amt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1880–1918. Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1919–1941/42. Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch Deutscher Gemeinden, 1890 ff. Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik, 1955–1989. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Wer, wo, wie viele? – Bevölkerung in Deutschland 2025. Praxiswissen für Kommunen. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2009, ISBN 978-3-86793-042-0.

Einzelnachweise

Weblinks Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Online-Tabellen Statistik zur Landeshauptstadt Potsdam Bertelsmann Stiftung: Wegweiser Kommune

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