Orlando ist eine Stadt und County Seat des Orange County im US-Bundesstaat Florida mit 307.573 Einwohnern (Stand: 2020). Nach Jacksonville, Miami und Tampa ist Orlando die viertgrößte Stadt Floridas. Die Stadt ist Teil der Metropolitan Statistical Area (MSA) Orlando–Kissimmee–Sanford (kurz auch Greater Orlando) mit rund 2,7 Millionen Einwohnern (Stand: 2020).
Orlando ist vor allem durch die Themenparks von Walt Disney World und Universal Studios bekannt und gilt als die „Touristen-Hauptstadt der USA“. 2014 war Orlando mit über 62 Millionen Besuchern aus aller Welt das meistbesuchte Touristenziel der Vereinigten Staaten.
Geographie Geografische Lage Orlando befindet sich im Zentrum der Florida-Halbinsel. Tampa liegt 120 km, Jacksonville 200 km, Miami 350 km und Tallahassee 400 km entfernt.
Gemäß dem United States Census Bureau besitzt die Stadt eine Fläche von rund 261,5 km² (101 mi²), davon sind rund 242,2 km² (94 mi²) Landfläche. Das Stadtgebiet besitzt eine maximale West-Ost-Ausdehnung von 25 km und eine Nord-Süd-Ausdehnung von 30 km.
Nachbargemeinden Orlando grenzt an die Städte Winter Park (im Norden) sowie Belle Isle und Edgewood (im Süden).
Stadtgliederung Die Stadt ist in die vier Stadtbezirke Northwest, Northeast, Southwest und Southeast Orlando aufgeteilt, deren Grenzen sich an den zwei größten Schnellstraßen durch die Stadt (I-4 und SR 408) orientieren. Die Innenstadt (Downtown) selbst ist im Südwesten von Northeast Orlando gelegen.
Klima Das Klima in der Region Orlando besitzt Merkmale eines tropischen Regenwaldklimas, wird jedoch noch als ein subtropisches, humides Ostseitenklima beschrieben und in der Klimaklassifikation nach Köppen mit Cfa angegeben. Nach dem US-Landwirtschaftsministerium befindet sich Orlando an der Grenze der USDA-Klimazonen 9a und 9b. Das Wetter gestaltet sich allgemein von Mai bis September heiß und regenreich (einhergehend mit der Atlantischen Hurrikansaison), während es von Ende Oktober bis April vergleichsweise trocken und kühl ist. Das feuchtwarme Klima der Gegend ist insbesondere durch ihre Lage auf Meeresniveau nahe dem Golf von Mexiko sowie nahe dem Nördlichen Wendekreis bedingt.
Während der Sommermonate liegen die Höchstwerte der Temperaturen zwischen 32 und 36 °C, während nachts die Werte nur selten unter 21 °C sinken. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit steigen die tatsächlichen Temperaturen so gut wie nie auf Werte über 38 °C an, dafür aber die gefühlte Temperatur (Hitzeindex) auf bis zu 43 °C. Am 8. September 1921 wurde mit 39 °C (103 °F) die höchste jemals gemessene Temperatur erreicht. Im Sommer kommt es beinahe täglich zu Gewittern und damit einhergehend zu kurzen, aber teilweise sintflutartigen Regenschauern.
Während der kühleren Monate ist die Luftfeuchte geringer und die Temperaturen sind moderater, sind dafür aber größeren Schwankungen unterworfen. Die Durchschnittstemperatur im Januar liegt bei 15,7 °C, dabei treten im Schnitt an 2,4 Tagen im Jahr Nachtfröste auf. Die niedrigste Temperatur wurde im Zuge der als Great Freeze in die Geschichte eingegangenen Kältewelle am 28. Dezember 1894 mit −8 °C (18 °F) gemessen. Da das Winterklima eher trocken ist und die kälteste Luft erst nach Durchzug der Kaltfronten eintrifft, ist Schneefall in der Region sehr selten. Eine Besonderheit stellt dabei der Winter von 1977 dar, in dem Orlando zum ersten Mal eine geschlossene Schneedecke zu vermelden hatte.
Der durchschnittliche Jahresniederschlag in Orlando liegt bei 1.290 mm. Orlando ist einem nennenswerten Risiko durch Hurrikans ausgesetzt, wenngleich es als niedriger als im Süden Floridas und generell in direkter Küstennähe eingestuft wird. Aufgrund der Entfernung zum Golf (70 km) bzw. zum Atlantik (120 km) verlieren die Stürme bis zum Eintreffen bereits ihre größte Kraft. Dennoch wurde die Stadt von mehreren Hurrikans wie beispielsweise im Jahr 1960 von Hurrikan Donna und im Jahr 2004 von Hurrikan Charley direkt getroffen und teilweise schwer verwüstet.
Geschichte Anfänge Bevor sich im Jahr 1836 die ersten Siedler aus Europa ansiedelten, war die Gegend von Orlando spärlich von den Muskogee und anderen Indianerstämmen besiedelt. Im Jahr 1842, kurz nach dem Ende des zweiten Seminolenaufstandes, zogen dann immer mehr Siedler nach Zentralflorida. Einer von ihnen, Aaron Jernigan, gründete in der Nähe eines alten Armeelagers, Fort Gatlin, die Siedlung „Jernigan“. 1857 wurde der Ort, der damals noch aus nur ein paar Hütten und drei bis vier Saloons bestand, nach dem US-Offizier Orlando Reeves umbenannt, der 1835 durch die Seminolen getötet worden war. Noch in den 1850er und 1860er Jahren war die Viehzucht der bestimmende Wirtschaftszweig. 1863 wurde ein erstes Gerichtsgebäude errichtet, welches zugleich als Schule und Kirche genutzt wurde.http://www.cityoforlando.net/fire/history/
Stadtgründung und Aufschwung 1875 wurde Orlando mit 85 Einwohnern offiziell das Stadtrecht verliehen. Im Jahr 1881 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen; die Einwohnerzahl von 200 sollte dadurch in den Folgejahren schnell anwachsen. In den Jahren 1883 und 1884 kam es zu zwei verheerenden Stadtbränden, die schließlich zur Gründung des Orlando Fire Department führten. Im Jahr 1890 verzeichnete Orlando, begünstigt durch die Entwicklung der Zitrusindustrie, bereits 10.000 Einwohner. Auf Grund der klimatisch günstigen Lage wurde Orlando zum Zentrum des Zitronenanbaus schlechthin. Im Jahr 1894 wurde der größte Teil der Ernte durch einen Frosteinbruch, den sogenannten „Big Freeze“ vernichtet und dadurch die Entwicklung der Stadt um Jahrzehnte zurückgeworfen. 1895 wurden nur noch 2.481 Einwohner gezählt. Es dauerte 30 Jahre, bis die Einwohnerzahl von 10.000 wieder erreicht wurde. 1896 wurde das erste Rathaus von Orlando erbaut. Beim Census 1930 wurden 27.330 Einwohner und 1950 51.826 Einwohner gezählt.
mini|Orlando bei Nacht Der Aufschwung zur heutigen wirtschaftlichen Bedeutung Orlandos begann erst 1964. Seit Anfang der 1960er Jahre hatten anonyme Investoren sukzessive und nach außen hin unabhängig voneinander günstiges Sumpfland gekauft. Es stellte sich heraus, dass Walt Disney auf diesen zusammen etwa 150 km² (15.000 ha) großen Grundstücken einen neuen Themenpark bauen wollte. Das erfolgreiche Vorbild Disneyland in Anaheim war an die Grenzen seiner Wachstumsmöglichkeiten gekommen, da Disney dort von vornherein nicht ausreichend Land gekauft hatte. Das Disney World Resort in Orlando sollte ausreichend Platz zur Expansion haben. Die Bauarbeiten für dieses Projekt waren bereits 1971 abgeschlossen, sodass der Park am 1. Oktober desselben Jahres eröffnet wurde.
Wettbewerber von Disney erkannten das Potential und zögerten nicht lange. In den folgenden Jahren siedelten sich weitere Großunternehmen aus der Unterhaltungsindustrie an, und Orlando entwickelte sich zu einem beispiellosen Vergnügungszentrum. Der ca. 20 km südlich von Orlando gelegene Reptilien-Tierpark Gatorland wurde bereits 1949 unter dem Namen Florida Wildlife Institute eröffnet und 1954 in Gatorland umbenannt.
Demografische Daten mini|Lake Eola Park Laut der Volkszählung 2010 verteilten sich die damaligen 238.300 Einwohner auf 122.261 Haushalte. Die Bevölkerungsdichte lag bei 983,9 Einw./km². 57,6 % der Bevölkerung bezeichneten sich als Weiße, 28,1 % als Afroamerikaner, 0,4 % als Indianer und 3,8 % als Asian Americans. 6,9 % gaben die Angehörigkeit zu einer anderen Ethnie und 3,4 % zu mehreren Ethnien an. 25,4 % der Bevölkerung bestand aus Hispanics oder Latinos.
Im Jahr 2010 lebten in 28,5 % aller Haushalte Kinder unter 18 Jahren sowie 16,8 % aller Haushalte Personen mit mindestens 65 Jahren. 52,5 % der Haushalte waren Familienhaushalte (bestehend aus verheirateten Paaren mit oder ohne Nachkommen bzw. einem Elternteil mit Nachkomme). Die durchschnittliche Größe eines Haushalts lag bei 2,29 Personen und die durchschnittliche Familiengröße bei 3,03 Personen.
24,5 % der Bevölkerung waren jünger als 20 Jahre, 37,5 % waren 20 bis 39 Jahre alt, 24,8 % waren 40 bis 59 Jahre alt und 13,4 % waren mindestens 60 Jahre alt. Das mittlere Alter betrug 33 Jahre. 48,6 % der Bevölkerung waren männlich und 51,4 % weiblich.
Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag bei 55.462 $, dabei lebten 13,6 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.
Im Jahr 2000 war Englisch die Muttersprache von 75,43 % der Bevölkerung, spanisch sprachen 16,60 % und 7,97 % hatten eine andere Muttersprache.
Politik mini|Rathaus Die Stadtvertretung besteht aus einem mayor-council government mit sechs direkt gewählten Stadträten und einem direkt gewählten Bürgermeister.
Bürgermeister Bürgermeister ist seit dem 25. Februar 2003 fast ununterbrochen der Demokrat Buddy Dyer. Er löste die Republikanerin Glenda Hood ab, die vorzeitig das Amt des Secretary of State unter Gouverneur Jeb Bush annahm. Bei der nächsten, im Folgejahr regulär stattgefundenen Bürgermeisterwahl setzte er sich gegen seinen Herausforderer Ken Mulvaney durch und konnte dabei eine Stichwahl knapp vermeiden. Nachfolgend wurde Dyer von diesem des Wahlbetrugs bezichtigt, woraufhin eine Untersuchung eingeleitet und Anklage gegen Dyer erhoben wurde. Im März 2005 wurde Dyer vom Amt suspendiert und Ernest Page als Bürgermeister pro tempore eingesetzt. Sechs Wochen später wurde die Anklage gegen Dyer fallen gelassen, sodass er wieder ins Amt zurückkehren konnte.
Städtepartnerschaften Orlando listet neun Partnerschaften auf: StadtLandseitCuritiba1996Guilin1986Monterrey1995Orenburg1997Reykjanesbær1991Département Seine-et-Marne1991Tainan Republik China (Taiwan) 1982Urayasu1989Valladolid2006
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Backstreet Boys Theater In Orlando bestehen das Orlando Shakespeare Theater, das Mad Cow Theatre und das Bob Carr Theater. Jährlich im Mai wird das Orlando International Fringe Theater Festival veranstaltet. In Orlando existiert die Theater- und Konzerthalle Dr. Phillips Center for the Performing Arts.
Musik Die Musikszenen des Hip-Hop, Metal, Rock, Reggaeton und Latino sind in der Stadt vorzufinden. Insbesondere die Rock- und Popmusik hat sich seit den 1990er Jahren hervorgetan. Unter anderem stammen die Backstreet Boys (Gründung 1993), matchbox twenty (1995), *NSYNC (1995) und O-Town (1999) aus Orlando. Im Jahr 2000 gründete sich die Metalband Trivium und im Jahr 2004 die Rockband Alter Bridge. Schließlich entstanden noch die Bands Blood on the Dance Floor (2007), Broadway (2007) und Sleeping with Sirens (2009).
Bauwerke Folgende Objekte in Orlando sind im National Register of Historic Places gelistet:
Historic Place Historic District
Die Stadt verfügt über verschiedene Einkaufszentren, von denen die größte die Florida Mall mit etwa 172.000 m² Verkaufsfläche ist. Weitere Malls sind der Orlando Fashion Square, der Artegon Marketplace (am International Drive) und die Mall at Millenia.
Parks und Naherholung mini|Walt Disney World Resort Es bestehen 17 verschiedene Stadtparks, darunter sind der Lake Eola Park, der Loch Haven Park und der Bill Frederick Park at Turkey Lake. Teilweise werden dort Feste, Märkte, Konzerte und andere Veranstaltungen durchgeführt. Die Parks können zudem auch für private Zwecke gemietet werden.FAMILIES, PARKS AND RECREATION – cityoforlando.net
Orlando fungiert als Werbeträger einer Reihe bekannter Freizeitparks. Das Walt Disney World Resort wurde 1971 eröffnet und befindet sich in Bay Lake und Lake Buena Vista, rund 20 km südwestlich von Orlando gelegen. Vier Themen- und zwei Wasserparks erstrecken sich auf einer Gesamtfläche von etwa 101 km². Das Resort wurde 2019 von knapp 59 Millionen Menschen besucht, was es zum meistbesuchten Freizeitpark-Resort der Welt macht.