Das Miserere (lateinisch ‚erbarme dich‘; früher auch Miserere mei ‚erbarme dich meiner‘), auch die Kopremesis (Kompositum aus altgriechisch , und ) genannt, ist ein medizinisches Synonym für das seltene Symptom des KoterbrechensCarolie Kretschmer: Kompaktleitfaden Medizin. 2011/2012. Der Begleiter für Studium und Hammerexamen. 2., komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2011, ISBN 978-3-11-026549-1, S. 659. (auch Kotbrechen und früher DarmgichtGundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 363 (Darmgicht: Kolik (Würmer, Ruhr, Darmgeschwüre, Bauchfellentzündung) oder Kotbrechen). genanntVgl. auch de.wikisource.org.).

Hierbei kommt es zum unphysiologischen Erbrechen des Dickdarminhaltes. Das Miserere tritt v. a. bei einem kompletten Darmverschluss (lateinisch Ileus), ausgelöst durch Retroperistaltik, auf.Christian Prinz: Basiswissen Innere Medizin. Springer Science & Business Media, Berlin u. a. 2012, ISBN 978-3-642-12376-4, S. 251 f. Eine weitere Ursache kann ein Defekt der Ileozäkalklappe sein, die normalerweise ein Rückströmen des Dickdarminhalts in den Dünndarm verhindern soll.

Das Miserere galt in der Vergangenheit mangels geeigneter Behandlungsmethoden als Vorbote eines unausweichlichen Todes.Gottfried Lammert: Volksmedizin und medizinischer Aberglaube in Bayern und den angrenzenden Bezirken, begründet auf die Geschichte der Medizin und Cultur. F.A. Julien, Würzburg 1869, S. 256.

Siehe auch Koprostase (Stuhlverhalt) Obstipation (Darmverstopfung)

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Einzelnachweise

Kategorie:Krankheitssymptom in der Gastroenterologie Kategorie:Kot