Riegersberg mit 981 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2015) Abgerufen am 29. Juli 2015 ist eine ehemalige Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark in Österreich. Seit 1. Jänner 2015 ist sie im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Vorau, Puchegg, Schachen bei Vorau und Vornholz zusammengeschlossen, die neue Gemeinde trägt Namen „Vorau“ weiter.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Vorau und der Gemeinden Puchegg, Riegersberg, Schachen bei Vorau und Vornholz, alle politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 150, 35. Stück. . S. 681.
Geografie Geografische Lage Riegersberg liegt im Joglland ca. 16 km nordwestlich der Bezirkshauptstadt Hartberg. Die Gemeinde befindet sich zwischen Vorau im Süden und dem Tal der Lafnitz im Norden und erstreckt sich im Osten bis zur Mündung des Voraubaches in die Lafnitz. Beide Zuflüsse entwässern das Gemeindegebiet. Der Nordwesten von Riegersberg ist von ausgedehnten Waldgebieten bedeckt.
Gemeindegliederung Riegersberg ist eine über viele Siedlungen verteilte ehemalige Gemeinde. Sie bestand aus den beiden Katastralgemeinden und gleichnamigen Ortschaften Reinberg (743,42 ha, Einwohner) und Riegersbach (1.722,36 ha, Einwohner) (Stand ). Reinberg setzt sich zusammen aus den Ortsteilen Reinberg, Beigütl, Bühl, Goldsberg, Haidbauer, Kottingdorf, Lafnitzmühle, Lehen, Mayerhof, Pferschy, Tamp und Winkl; Riegersbach aus: Feldbauern, Forster, Karl auf der Halt, Kernbauer, Moihof, Pichl, Reifbach, Stiftingbauern, Theißl, Waldbach und Weißenbach.
Gemeindezusammenlegung Am 1. Jänner 1967 schlossen sich die ehemals selbstständigen Gemeinden Riegersbach und Reinberg (die heutigen Katastralgemeinden) zur Gemeinde Riegersberg zusammen. Der Gemeindename ist ein Kofferwort aus den beiden Altgemeinden.
Geschichte Reinberg Als das Stift Vorau im Jahr 1163 gegründet wurde, war das Gebiet von Reinberg noch nicht besiedelt. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts legten die Stubenberger am Zusammenfluss von Lafnitz und Voraubach eine Burg an, unterhalb derer das Dorf Reinberg entstand. Der Name Ruomberch (Ruhmberg, Ehrenberg) wird erstmals im Jahr 1217 urkundlich erwähnt.F. Posch (PDF; 56 kB) Infolge von Auseinandersetzungen zwischen dem Stift Vorau und den Stubenbergern musste das Stift das Gebiet der heutigen Katastralgemeinde zwecks Grenzbefestigung abtreten. Die Besiedlung begann im 13. Jahrhundert durch die Gründung von Waldhufenanlagen.
Als Wulfing von Stubenberg im Juni 1217 zum Kreuzzug aufbrach, verpfändete er seinen Besitz dem Stift Göß für den Fall, dass er beim Kreuzzug ums Leben kommt. Dies wird von den Brüdern Wulfing und Wolfher von Reinberg bezeugt. Wolfher von Reinberg zog 1218 mit Leopold VI. nach Palästina. Als Gutmachung schenkte Heinrich von Reinberg im Jahr 1252 eine Hube in Reinberg dem Stift.
In der Folgezeit wechselte Reinberg häufig den Besitzer. Zunächst kam es an die Krumbacher, später an Ulrich von Pergau. 1366 wurde Reinberg an die Stadecker verkauft, ehe die Burg zu Beginn des 15. Jahrhunderts an die Herrschaft Thalberg fiel, wobei die Untertanen der Burg weit über das nördliche Joglland verteilt waren.
Die ehemalige Burg existiert heute nicht mehr. Der Meierhof der Burg stand an der Stelle der Rotte Mayerhof. An der Stelle der Burg steht heute eine Kirche als Nachfolgerin der alten Schlosskapelle. Die Einwohnerzahl im Dorf ging stetig zurück und betrug im Jahr 1822 lediglich noch sechs.
Riegersbach mini|Ortschaftstafel Riegersbach, damals eigenständige Gemeinde Das Gebiet der heutigen Katastralgemeinde Riegersbach gehörte bei der Gründung des Stiftes Vorau im Jahr 1163 zu dessen Besitz, wurde aber erst im 13. Jahrhundert gerodet und besiedelt. Die Siedlung Riegersbach ist nach ihrem Gründer Propst Rudiger benannt, der von 1237 bis 1240 in Vorau urkundlich erwähnt wird.
Während des Mittelalters hatten die Höfe im Bereich von Riegersbach Abgaben in Geld und Naturalien (Käse, Eier, Hühner) an das Stift zu leisten. Darüber hinaus waren die Bauern zu Fronarbeit verpflichtet.
mini|Filialkirche Hl. Nikolaus in Reinberg
Bevölkerungsentwicklung 1869 bis 2015 1869: 910 1880: 853 1890: 877 1900: 826 1910: 829 1923: 860 1934: 937 1939: 920 1951: 940 1961: 1129 1971: 1138 1981: 1128 1991: 1072 2001: 1046 2013: 989 2015: 981 Quelle: Statistik AustriaStatistik Austria, Volkszählungsergebnisse (PDF; 35 kB)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Parks Das Wildgehege hat eine Fläche von etwa sechs Hektar. Es bietet dem Rotwild und den Europäischen Mufflons Platz für eine artgerechte Haltung. Das Wild hat die Möglichkeit, sich in den Wald zurückzuziehen oder auf einer Wiese zu grasen. Die Tiere können von Hochsitzen am Rand beobachtet werden.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Riegersberg liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen und hat kaum Durchgangsverkehr. Die Landesstraße entlang der Lafnitz führt an der nördlichen Gemeindegrenze entlang, die Landesstraße von Rohrbach an der Lafnitz nach Vorau entlang der südlichen Gemeindegrenze. Die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz ist rund 27 Kilometer entfernt und über die Anschlussstelle Pinkafeld (100) erreichbar. Die Wechsel Straße B 54 von Wiener Neustadt nach Hartberg ist etwa 16 Kilometer entfernt.
Riegersberg besitzt keinen Eisenbahnanschluss. Der nächste Bahnhof ist der Bahnhof Rohrbach-Vorau in etwa fünf Kilometer Entfernung.
Politik Gemeinderat Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse: Partei 2005 2000 1995 1990 Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. ÖVP 556 76 12 534 80 12 525 76 12 526 72 11 SPÖ 180 24 3 130 20 3 162 24 3 209 28 4 Wahlbeteiligung 88 % 85 % 89 % 94 %
Bürgermeister Bürgermeister war Erich Kager (ÖVP), Vizebürgermeister war Karl Zingl (ÖVP).
Wappen Das Wappen der Gemeinde Riegersberg wurde vom Gemeinderat am 19. April 1997 beschlossen.
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1999: Rupert Kroisleitner (1939–2026), Augustiner-Chorherr, Propst des Stiftes Vorau 1970–2000Ferdinand Hutz: Stift Vorau im 20. Jahrhundert, Bd. 1 (Vorau 2004), S. 196.
Söhne und Töchter der Stadt Ferdinand Feldhofer (* 1979), österreichischer Fußballspieler, aufgewachsen in Riegersberg
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Vorau) Kategorie:Kofferwort Kategorie:Ehemalige Gemeinde in der Steiermark