mini|Emblem Delage [] war eine französische Marke für Kraftfahrzeuge. Hersteller waren nacheinander Delage et Compagnie, Société Nouvelle des Automobiles Delage und Société Anonyme Française des Automobiles Delage. Der Schwerpunkt lag auf sportlichen und luxuriösen Automobilen. Die Marke war auch im Motorsport aktiv und erfolgreich.
Seit Anfang der 2020er-Jahre wird die Wiederbelebung der Marke durch Delage Automobiles angestrebt.
Die verschiedenen Hersteller 1905: Delage et Compagnie mini|Ab 1906: Delage Type D mini|Ab 1908: Delage Type H mini|Ab 1909: Delage Type R mini|Ab 1915: Delage Type BI mini|Ab 1916: Delage Type CO mini|Ab 1923: Delage Type DI mini|Ab 1926: Delage Type DM mini|Ab 1929: Delage Type D.8 mini|Ab 1932: Delage Type D.6.11 mini|Ab 1933: Delage Type D.8.15 Louis Delâge hatte ab 1903 in leitender Position für Peugeot gearbeitet und dort Erfahrungen in der Automobilfertigung gesammelt. Ende 1904 gab er den Posten auf, um sich selbständig zu machen. Am 10. Januar 1905 warb er Augustin Legros von Peugeot ab. Legros hatte vorher bei Clément & Cie und der Daimler Motor Company in England gearbeitet. Er begann mit der Entwicklung von Fahrzeugen. Erst im August 1905 gründete Delâge zusammen mit Alfred Charles Ernest Sebastian Baudier das Unternehmen Delâge et Compagnie. Delâge brachte sein technisches Wissen ein und Baudier 40.000 Franc. Dieser Betrag entsprach dem Kaufpreis von fünf bis sechs billigen Autos, war also gering. Der Sitz des Unternehmens war in Levallois-Perret. Zunächst entstanden einige Zubehörteile für Levêque et Bodenréder.
Am 16. August 1905 wurde das erste Modell Type A der nationalen Zulassungsbehörde vorgeführt. Die Genehmigung wurde am 18. August 1905 erteilt. Alle Fahrzeuge erhielten den Markennamen Delage, also ohne Zirkumflex auf dem a. Auch bei der Firmierung wurde bald darauf verzichtet. Am 12. Oktober 1905 erhielt das zweite Modell Type B mit einem schwächeren Motor seine Zulassung. Beide Modelle hatten ein Fahrgestell von Malicet & Blin und einen Einzylindermotor von De Dion-Bouton. Sie unterschieden sich nur in der Motorleistung.
Im Dezember 1905 stellte Delage erstmals auf dem Pariser Autosalon aus. Dort gab es den Kontakt zu Colonel Lucas, der unter der Bedingung, dass sein Sohn angestellt würde, als Geldgeber 150.000 Franc lieh. Dieser Sohn war später als Beifahrer und Mechaniker bei Autorennen dabei. Am Jahresende 1905 waren 13 Mitarbeiter beschäftigt. Nach Angaben von Legros gab es viele Kundenwünsche nach einem Motor mit 6 PS Leistung, also zwischen den beiden angebotenen Modellen.
Anfang 1906 wurde ein größeres Werk in derselben Stadt bezogen. Im Juni 1906 erschienen zwei neue Modelle. Der Type C war ein Taxi, das nach Auftrag eines Besuchers der Automobilausstellung entwickelt wurde. Type D war ein Personenkraftwagen, der mehrere Jahre lang angeboten wurde. Baudier trat ab, während Henri Davène de Roberval der neue Partner wurde. Er war Direktor bei Malicet & Blin, dem Fahrgestelllieferanten. Im selben Jahr nahm das Unternehmen erstmals am Motorsport teil. Die Erfolge sollten sich positiv auf die Bekanntheit und den Absatz auswirken. Im November erschien der Type E als stärkere Variante des Type D. Am Jahresende waren 36 Personen beschäftigt. Zum Vergleich: Renault hatte 1500 Mitarbeiter.
Im Frühjahr 1907 wurde erneut ein größeres Werk bezogen. Im Juli des Jahres erschien der Type F, der den Type A ablöste. Das Fahrgestell war moderner und länger, was Aufbauten als Doppelphaeton mit seitlichem Zustieg ermöglichte. Zum Jahresende betrug die Mitarbeiterzahl 85.
Anfang 1908 folgte mit dem Type G das erste Modell mit einem Zweizylindermotor. Im März folgte der Type H, der einen Vierzylindermotor hatte. Die Motoren kamen weiterhin von De Dion-Bouton. Beide Modelle hatten ein dem Type F sehr ähnliches Fahrgestell und erweiterten das Angebot nach oben. Die Sportausführung des Type F wurde nun Type FC genannt. Im selben Jahr präsentierte das Unternehmen Fahrzeuge auf einer Automobilausstellung in Moskau. Verkäufe dort sollen aber erst 1910 begonnen haben und sich im Bereich unterhalb von zwölf Fahrzeugen bewegt haben. Im selben Jahr stellte Delage auch auf der London Motor Show aus, was Verkäufe im Vereinigten Königreich nach sich zog. Ende 1908 erschien der Type L. Er hatte einen Vierzylindermotor von Chapuis-Dornier. Am Jahresende waren 116 Mitarbeiter beschäftigt. In dem Jahr sollen 300 Fahrzeuge hergestellt worden sein.
Anfang 1909 wurde ein Gebäude in Paris gemietet. Dort waren ein Ausstellungsraum, ein Ersatzteillager und ein Auslieferungslager untergebracht. In dem Jahr erschienen nacheinander der Type J, Type M und Type R. Als Motorenlieferant kam Établissements Ballot dazu. Dazu gab es ein Abkommen, dass Ballot die Hälfte der Motoren herstellt, sie aber mit einem Schild als Delage-Motor kennzeichnet, und Delage die andere Hälfte selber fertigt. Dies war der Beginn der eigenen Motorenfertigung. Außerdem entwarf Legros nun ein eigenes Fahrgestell. Viele der Karosserien wurden vom örtlichen Karosserier François Repusseau angefertigt, der von 1907 bis 1914 tätig war. Außerdem werden Aufbauten von J. Kelsch, Heckenbenner und Carrosserie Ottin genannt. Arthur Michelat wurde angestellt. Am Jahresende waren 143 Personen beschäftigt.
Im Januar 1910 erschienen der Type T und der Type U, der den Type F ablöste. Im April folgten Type AB, Type AC, Type AD und Type AE. Der Type AH mit dem ersten Sechszylindermotor erhielt im Juli 1910 seine Typzulassung. Der Motor kam wohl von Malicet & Blin. Die Mitarbeiterzahl stieg auf 204 Personen am Jahresende.
1911 ergänzte der Type TR das Sortiment. Dies war die Kombination des Fahrgestells des Type T mit dem Motor des Type R. Maurice Gaultier wurde eingestellt. Die Mitarbeiterzahl betrug am Jahresende 254. Sie stellten etwa 750 Autos her.
1912 wurde ein Grundstück in Courbevoie erworben und dort eine neue Fabrik errichtet. Im November erhielten Type AI und Type AK ihre Zulassung. Der letztgenannte löste den Type AH ab. Am Jahresende waren 315 Personen beschäftigt. Die Produktionszahl lag etwa bei 1000.
1913 wurde die alte Fabrik in Levallois an Menier verkauft. In dem Jahr erschienen überarbeitete Versionen von Type R und Type AB. Am Jahresende betrug die Mitarbeiterzahl 552. Sie fertigten etwa 1300 Fahrzeuge.
Im Mai 1914 erhielt der Type AM seine Zulassung. Für Januar 1914 sind 600 Mitarbeiter überliefert und 725 für Juli 1914. Pro Monat entstanden maximal 130 bis 150 Fahrzeuge, wobei zu beachten ist, dass die Zahl im Winterhalbjahr geringer war.
Während des Ersten Weltkriegs wurden Granaten gefertigt. 1914 und 1915 entstanden einige Lastkraftwagen und Pick-ups für das Militär. Die zuerst ausgelieferten Fahrzeuge hatten Nutzlasten von 2 bis 5 Tonnen und die späteren von 1250 kg. Die Produktion von Pkw lief in kleinem Umfang weiter. Am 1. Januar 1915 waren 414 Personen beschäftigt. Ende 1915 erhielten die Type BI und Type BK ihre Typzulassung.
Am 1. Januar 1916 waren 1030 Mitarbeiter angestellt. Darunter waren auch Frauen. Am 22. Februar 1916 erteilte die nationale Zulassungsbehörde dem Type CO in seiner ersten Ausführung die Genehmigung. Wieder nahm das Militär etliche Fahrzeuge ab. Der Plan war, dass nach Kriegsende nur dieses Modell angeboten würde.
Am 1. Januar 1917 war die Mitarbeiterzahl geringfügig auf 1016 gesunken. Der Type CO mit einem noch größeren Motor erhielt am 27. Juli 1917 seine Zulassung. Der Sechszylindermotor mit 4524 cm³ Hubraum war der bis dahin größte Motor in einem Delage.
Am 1. Januar 1918 stieg die Zahl der Mitarbeiter wieder auf 1100.
Am 1. Januar 1919 waren nur noch 511 Personen beschäftigt. Der Type CO erschien auf den allgemeinen Markt, wo es zu der Zeit das einzige Delage-Modell war. Delage profitierte davon, dass das Modell schon vorher entwickelt und ausgiebig getestet worden war, während viele Mitbewerber notgedrungen alte Modelle anbieten mussten. Allerdings war der Wagen für die arme Nachkriegszeit viel zu teuer. Louis Delâge hörte nicht auf den Rat seines Mitarbeiters Legros, der ein kleineres und damit billigeres Modell empfohlen hatte. Delage gab eine Lizenz an Bernard, die 400 Exemplare des bisherigen Type AM fertigten. Die Wagen kosteten mehr als der vergleichbare Citroën Typ A.
Am 1. Januar 1920 beschäftigte Delage 1211 Personen. Die ungeschickte Modellpolitik mit nur einem teuren Modell, die Inflation sowie die allgemeine schlechte Wirtschaftslage führten dazu, dass im Juni 1920 viele unverkaufte Fahrzeuge herumstanden. Ihr Wert betrug etwa ein Drittel des Jahresumsatzes. Am 23. Juli 1920 erhielt der kleinere Type DO seine Typzulassung. Dieses Zwischenmodell sorgte für mehr Verkäufe. Es wurde erstmals auf dem belgischen Automobilsalon präsentiert. Außerdem fertigte Delage Teile für Automobiles Alcyon, Hispano-Suiza und andere Unternehmen.
Für den 1. Januar 1921 sind 786 Mitarbeiter überliefert. Der Type GS erhielt am 1. März 1921 seine Zulassung. GS stand für Grand Sport. Es war die Sportausführung des Type CO. Der Type DE wurde am 3. Oktober 1921 typgeprüft. Er war kleiner und billiger als der Type DO.
Am 1. Januar 1922 waren 1114 Personen beschäftigt. Der Type GS erhielt am 20. April 1922 in einer neuen Version seine Zulassung.
Im Januar 1923 stieg die Zahl der Beschäftigten auf 1815. Die neue Baureihe Type DI löste am 2. August 1923 den Type DE ab. Sie erreichte die höchsten Stückzahlen aller Delage-Modelle. Im Geschäftsjahr von Oktober 1922 bis September 1923 wurden 2598 Autos verkauft. 888 Käufer gab es in Paris, 1022 in anderen französischen Regionen und 688 im Ausland. Am 19. Oktober 1923 wurde die Gesellschaftsform geändert. Bisher war es eine einfache Partnerschaft und nun eine Gesellschaft mit Gesellschaftern, weiterhin mit beschränkter Haftung. Louis Delâge war Geschäftsführer und Henri Davène de Roberval, Augustin Legros sowie Max Fallery die anderen Mitglieder des Vorstands.
Im Januar 1924 waren 2131 Personen beschäftigt. Der Type GL wurde am 7. Februar 1924 von der Behörde zugelassen. Er löste den Type CO ab, hatte aber einen noch größeren Motor und galt als Luxusauto. Am 1. März 1924 folgte die Sportausführung Type GL GS, wobei GS für Grand Sport stand. Diese Modelle konkurrierten gegen Hispano-Suiza, Renault 40 CV, Farman, Rolls-Royce und Isotta Fraschini. Die Anzahl verkaufter Fahrzeuge innerhalb von zwölf Monaten stieg auf 2965.
Die Zahl der Beschäftigten stieg zum 1. Januar 1925 auf 2540. Am 10. Februar 1925 erhielt der Type DL seine Zulassung durch die Behörde. Er war mit einem etwas größeren Motor als Ergänzung zum Type DI vorgesehen. Allerdings blieb es bei Prototypen. Im Geschäftsjahr wurden 3185 Fahrzeuge verkauft. Davon wurden 52 % exportiert.
Am 1. Januar 1926 waren 2459 Personen beschäftigt. Die Baureihe Type DM erhielt am 9. Februar 1926 ihre Zulassung von der Behörde und vergrößerte das Angebot. Er wurde allerdings erst im Oktober 1926 auf dem Pariser Autosalon präsentiert. In dem Geschäftsjahr wurden entweder 3050 Fahrzeuge verkauft oder 3484 hergestellt und davon 2933 ausgeliefert. Der Vorrat an unverkauften Autos stieg. Das brachte erste finanzielle Probleme.
Am 1. Januar 1927 betrug die Mitarbeiterzahl 2298. Am 16. Juni 1927 erhielt mit dem Type DR.70 die erste Ausführung der Baureihe Type DR seine Zulassung. Der Type DR.65 folgte am 22. Juni. Sie können als Nachfolger des Type DI angesehen werden. Außerdem erhielt am 13. Juli 1927 der Type GN seine Zulassung. Er hatte einen Achtzylindermotor und war als Nachfolger des Type GL vorgesehen, ging aber nicht in Serienproduktion. In dem Geschäftsjahr wurden laut einer Quelle 2414 Fahrzeuge verkauft und einer anderen Quelle zufolge 2301 produziert und 2522 ausgeliefert. In dem Jahr machte das Unternehmen Verluste. Dazu trug auch der Motorsport bei. Am Jahresende hatte das Unternehmen 388 unverkaufte Autos.