Der Panzerkampfwagen V (Suggestivname: Panther; Sd.Kfz. 171) war ein mittlerer deutscher Panzer im Zweiten Weltkrieg. Er wurde von MAN als Reaktion auf den sowjetischen T-34 entwickelt. Der Panther sollte ursprünglich die anderen mittleren deutschen Panzer ersetzen, kam dann aber zusammen mit dem weiterhin produzierten Panzer IV zum Einsatz. Von 1943 bis zum Ende des Krieges wurden rund 6000 Fahrzeuge in verschiedenen Ausführungen von mehreren Herstellern gebaut und sowohl an der Ostfront als auch im Westen und in Italien eingesetzt.

Hauptwaffe des Panther war eine damals leistungsfähige 7,5-cm-Kanone, die präziser und durchschlagskräftiger als die der gegnerischen Panzer war. Die Panzerung von bis zu 100 mm Dicke war als Neuerung im deutschen Panzerbau rundum abgeschrägt. Der Schutz war auf frontale Bedrohungen ausgerichtet; die Panzerung an den Seiten und am Heck war deutlich schwächer. Mit etwa 45 t Gewicht war der Panther für einen mittleren Panzer relativ schwer (manche schwere Panzer der Gegenseite waren leichter). Sein Fahrwerk und der starke Motor verliehen ihm dennoch eine sehr gute Mobilität.

Da die Entwicklung des Panthers unter Zeitdruck geschah, wiesen die Fahrzeuge zunächst erhebliche technische Mängel und konstruktive Schwächen auf, von denen einige bis zum Ende der Produktion nicht abgestellt werden konnten und ihn relativ wartungsintensiv und störungsanfällig machten. Er gilt in der Nachbetrachtung als ausgewogener richtungweisender Entwurf.Panther im Bovington Tank Museum

Entwicklung Vorgeschichte Mit dem „Unternehmen Barbarossa“, dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion, begann am 22. Juni 1941 der Deutsch-Sowjetische Krieg. Die deutsche Panzertruppe war mit den mittleren Panzern III und IV sowie dem Panzer 38(t) ausgerüstet. Die Rolle der Panzerbekämpfung war dem Panzer III und dessen 5-cm-Kanone zugedacht, während der Panzer IV mit der kurzen 7,5-cm-Kanone als Unterstützungspanzer konzipiert war.

Begegnung mit dem T-34 links|mini|T-34 (Modell 1941) Bei Gefechten mit sowjetischen T-34 stellte sich heraus, dass die deutschen Panzer bestenfalls auf gefährlich kurze Distanz eine Chance hatten, die Panzerung des T-34 zu bezwingen. Die deutsche Führung war bis dahin davon ausgegangen, der Panzer III wäre allen leichten bis mittleren sowjetischen Panzern überlegen. Der Schock, den das Auftreten des bis dahin unbekannten T-34 verursachte, initiierte eine vollständige Neuanpassung der deutschen Panzerabwehr, aber auch der Panzerwaffe; darunter die Entwicklung neuer Fahrzeuge, deren Panzerung und Feuerleistung dem T-34 überlegen waren.Spielberger & Doyle: Der Panzerkampfwagen Panther und seine Abarten. Stuttgart 2010, 1. Auflage, S. 10–11 Bis zur Einführung des Panzerkampfwagens VI Tiger und der später erfolgten Einführung des Panther konnten sich die deutschen Panzereinheiten oft nur durch bessere Taktik behaupten.

Prototypen mini|VK 30.02 (MAN) mini|Vergleich vonMAN (oben) undDaimler-Benz (unten) Nach Untersuchungen erbeuteter T-34 gingen Entwicklungsaufträge für einen mindestens gleichwertigen Panzer sowohl an Daimler-Benz als auch an MAN. Die Entwürfe erhielten die Bezeichnungen Daimler Benz VK.30.02 (DB) und MAN VK.30.02 (MAN). Der Vorschlag von Daimler-Benz erinnerte stark an den T-34, während der MAN-Entwurf eine neue eigenständige Konstruktion nach deutschen Erfahrungen und Anforderungen war. Eine Sonderkommission zur Auswahl des zu produzierenden Modelles schlug den Entwurf der Firma MAN aus folgenden Gründen vor:

Der Turm für den Daimler-Benz-Panzer wäre nicht vor Dezember 1942 produktionsreif gewesen. Da der Turmkranz einen 5 cm geringeren Durchmesser als der des bereits verfügbaren Rheinmetallturms für das MAN-Modell hatte, hätte dieser Turm nicht einmal behelfsweise verwendet werden können. Das Laufwerk des MAN war die bessere Waffenplattform. Unterwasserfahrten waren ohne langwierige Vorbereitungen möglich, da der Triebwerksraum entsprechend abgeschottet war. Größerer Aktionsradius des MAN-Panthers

Auffallendstes äußeres Merkmal waren die erstmals bei einem deutschen Panzer rundum geneigten Seitenflächen. Diese waren aber kein Ergebnis der Untersuchungen des T-34, sondern man hatte bereits zuvor Tests mit schrägen Panzerungen durchgeführt. Allerdings sind erst auf der Zeichnung einer direkten Panther-Vorgängerkonstruktion VK 20.02 (M) vom 25. November 1941, die als Reaktion auf Berichte von der Ostfront über die erfolgreichen sowjetischen Panzer entstand, die Panzerungswinkel und Formen des späteren Panther zu erkennen.Jentz & Doyle: Panzer Tracts No. 5-1, Panzerkampfwagen „Panther“ Ausführung D. Boyds MD, 2003, S. 5–2. mini|Panzer V Panther als Befehlspanther, erkennbar an der zusätzlichen Antenne, dem verschlossenen Maschinengewehrport im Turm und der Turmmarkierung II01. Nachdem die Entscheidung für das MAN-Modell gefallen war, wurde die erste Bestellung von 200 Panzern bei Daimler-Benz storniert.

mini|hochkant|Serienfertigung des Panthers

Serienfertigung

Die Erprobung der Prototypen erfolgte bei der Versuchsstelle für Kraftfahrt (Verskraft) in Kummersdorf. Nachdem die Entscheidung zugunsten der VK 30.02 von MAN als zukünftiger Panzerkampfwagen V Panther gefallen war, trafen sich am 4. Juni 1942 in Nürnberg Vertreter der vier Werke, die für die Endmontage der Fahrzeuge vorgesehen waren:

MAN, Werk Nürnberg Daimler-Benz, Werk Berlin-Marienfelde Henschel & Sohn, Kassel Maschinenfabrik Niedersachsen Hannover (M.N.H.)

Die Demag fertigte am Stadtrand Berlinsim früheren RAW Falkensee (Albrechtshof) der Deutschen Reichsbahn, das 1939 an die Heeresverwaltung (Heereswaffenamt) vermietet worden war eine geringe Anzahl der Ausführung. Henschel & Sohn schied nach dem Auslaufen der Ausf. D als Hersteller aus. Daneben war eine Vielzahl von Zulieferern und Subunternehmern für Teilaufträge eingebunden. Die Kosten für einen Panther ohne Waffen, Optik und Funk betrugen etwa 120.000 Reichsmark,Werner Oswald: Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr Motorbuch-Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-87943-850-1. was auf das Jahr 1943 bezogen inflationsbereinigt in heutiger Währung rund  Euro entspricht.Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 1000 Euro gerundet und bezieht sich auf den vergangenen Januar.

Der Produktionsplan sah den Beginn der Serienfertigung zum Jahresende 1942 vor. Im Januar 1943 wurden vier Panzer ausgeliefert. Auch in den folgenden Monaten verlief die Fertigung mit 18 Stück im Februar, 59 im März und 78 im April zunächst eher schleppend. Dabei waren die produzierten Fahrzeuge der ersten Monate so fehlerhaft, dass sie in großem Umfang nachgebessert werden mussten und deshalb effektiv erst ab Mitte 1943 einsatzbereite Panther-Einheiten zur Verfügung standen.Roger Ford: Panther-Panzer Dörfler-Verlag 2001, ISBN 978-3-89555-849-8, S. 45 f. Als im August 1943 das Daimler-Benz-Werk in Berlin-Marienfelde und die MAN in Nürnberg-Gibitzenhof durch Bombenangriffe beschädigt wurden, sank der monatliche Ausstoß kurzzeitig wieder ab. Beide Werke wurden erneut im August und September 1944 mehrmals angegriffen. Die M.N.H. wurde bei den Luftangriffen auf Hannover erst im März 1945 getroffen. Mit der Besetzung der Werke im April 1945 endete die Produktion für das Deutsche Reich. Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde der Panther aus Restbeständen in geringen Stückzahlen bis Anfang 1946 weiterproduziert. Einer der nach Kriegsende unter Aufsicht der Royal Electrical and Mechanical Engineers produzierten Panther ist heute im Bovington Tank Museum in Dorset ausgestellt.

MAN fertigte mit 2030 Stück die meisten Panther, knapp vor Daimler-Benz mit 1929 Stück und M.N.H. mit 1856 Stück. Henschel & Sohn (130 Stück) und die Demag (50 Stück) waren nur geringfügig beteiligt. Beginnend mit der Ausführung D, von der 842 Fahrzeuge gebaut wurden, über die Ausführung A mit 2192 Fahrzeugen, ging es zur letzten Serienfertigung der Ausführung G mit 2953 Fahrzeugen. Die insgesamt etwa 6000 Fahrzeuge stellten knapp die Hälfte der in diesem Zeitraum produzierten mittleren Kampfpanzer auf deutscher Seite dar.Walter Spielberger: Der Panzerkampfwagen IV und seine Abarten. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 3-87943-402-6, S. 86. Es wurde aber nur ein Bruchteil der Produktionszahlen der Alliierten erreicht, so wurden z. B. im Produktionszeitraum allein vom T-34 und T-34/85 etwa sechsmal so viele Fahrzeuge wie vom Panther gefertigt. Herstellungszahlen des Panzerkampfwagen V Panther Jahr Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Summe 1943 4 18 59 78 165 160 202 120 197 257 209 299 1768 1944 279 256 270 311 345 370 380 350 335 278 318 285 3777 1945 211 126 102 wenige – wenige– 9Frank Köhler: Die Fertigung von Kettenfahrzeugen bei der Firma M.N.H. in Hannover von 1939–1945. In: Verein der Freunde und Förderer der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz, erstveröffentlicht 1994, online seit dem 22. Oktober 2011, abgerufen am 18. Dezember 2017.> 448

Technische Beschreibung Antrieb und Laufwerk mini|Reparaturarbeiten am Schachtellaufwerk eines Panthers Der Antrieb des Panthers Ausf. D erfolgte durch Maybach HL 210 P30 Zwölfzylinder-V-Motoren mit 21 Litern Hubraum. Diese leisteten 650 PS bei einer Drehzahl von 3000 min−1. Im Motorraum war eine automatische Halon-Feuerlöschanlage installiert, die mit Kohlenstoff-Chlor-Brom (Bromchlordifluormethan) arbeitete. Das von der Zahnradfabrik Friedrichshafen stammende 7-Gang-Getriebe AK7-200 übertrug die Leistung auf die vorne liegenden Antriebsräder. Damit war auf der Straße eine Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h möglich. Nach 250 gebauten Exemplaren kam der größere Motor HL 230 P30 mit 700 PS bei 3000 min−1 zum Einsatz. Der Motor mit zwei Litern mehr Hubraum erlaubte keine höhere Geschwindigkeit, aber eine bessere Beschleunigung. Ab November 1943 wurde zur Steigerung der Lebensdauer des Motors die maximale Drehzahl auf 2500 min−1 begrenzt, was zu einer geringeren Höchstgeschwindigkeit von etwa 45 km/h führte.

Der Panther hatte auf jeder Seite 16 tellerförmige gummibandagierte Laufräder von 86 Zentimetern Durchmesser, die als acht ineinander geschachtelte Doppellaufräder angeordnet waren, wobei jeweils vier paarweise mit den „tiefen“ Seiten nach außen und vier paarweise mit den „tiefen“ Seiten nach innen an den Enden der Radnaben befestigt wurden. Die inneren Laufrollen hatten einen Schließring, der als Anlaufring gegen die Kettenführungszähne ausgebildet war.Spielberger: Der Panzerkampfwagen Panther und seine Abarten. Stuttgart 1977, 3. Auflage 1991, siehe Abbildungen S. 35 unten, S. 140 unten und 142 oben.

Durch die 66 Zentimeter breiten Gleisketten hatte der Panther einen sehr niedrigen spezifischen Bodendruck von 0,85 kg/cm². Zusammen mit anderen Faktoren ergab sich eine für seine Zeit sehr gute Geländegängigkeit und hervorragende Laufeigenschaften auch im Gelände.Richard M. Ogorkiewicz (Übersetzung aus dem Englischen von Franz Felbauer): Technologie der Panzer III. Truppendienst-Taschenbuch Band 40c, Wien 1999, S. 316, 323. Das Schachtellaufwerk, verbunden mit einer speziellen Doppeldrehstabfederung mit angepasster Dämpfung, war auf hohe Geschwindigkeiten im Gelände hin optimiert. Die Grundlagenarbeit wurde von Ernst Lehr bei der Firma MAN geleistet. Er erarbeitete damit die Voraussetzungen für den geplanten Einsatz von kreiselstabilisierten Waffenanlagen und für das angestrebte Schießen aus der Bewegung. Entsprechende Versuche wurden mit dem Panther durchgeführt, ebenso Versuche mit der Infrarot Ziel- und Kommandantenoptik FG 1250 im Einsatz.Frank Köhler: Panther – Meilenstein der Panzertechnik. Uelzen 2014, S. 7–15.

Bewaffnung