Nagel (fränkisch oder oberpfälzerisch Nogl) ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Der gleichnamige Hauptort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.
Geografie Nagel liegt an der Südseite des inneren Fichtelgebirges zwischen Kösseine und Hoher Matze und bildet dort den südlichen Eckpfeiler. Karte des Fichtelgebirges mit eingezeichnetem Nagel Die Gregnitz durchfließt den Ort, der an der Staatsstraße 2665 Tröstau – Kemnath liegt.
Gemeindegliederung Es gibt neun Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Nagel (Gemarkungsteil 0). Sie hat eine Fläche von 9,099 km² und ist in 2384 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3816,53 m² haben. In ihr liegen sämtliche Gemeindeteile von Nagel zuzüglich des Tröstauer Gemeindeteils Fahrenbach.
Geschichte Nagel wurde erstmals um 1200 in einem Zehentverzeichnis des Klosters Reichenbach am Regen erwähnt. Das heutige Gemeindegebiet gehörte ab dem 13. Jahrhundert den Herzögen von Bayern und kam 1329 zur pfälzischen Linie des Hauses Wittelsbach. In einem Grenzvertrag von 1536 wurde das Gebiet um Nagel in zwei Teile geteilt. Der größere Teil gehörte seitdem zu Pfalz-Bayern, der kleinere mit dem halben Dorf Reichenbach, einem heutigen Gemeindeteil, zum Markgraftum Bayreuth. 1803 kam das ganze Dorf an das preußische Fürstentum Bayreuth. 1810 wurde das Gemeindegebiet bayerisch.
Einwohnerentwicklung Die Gemeinde Nagel hatte zum Stichtag 31. Dezember 1960 noch 2089 Einwohner. Ab dem Jahr 2000 (2009 Einwohner zum 31. Dezember 2000) reduzierte sich die Einwohnerzahl deutlich auf lediglich 1692 im Jahr 2019. Dies entspricht einem Bevölkerungsrückgang von knapp 20 %.
Politik Dem Gemeinderat gehören nach der Wahl von 2020 einschließlich des Ersten Bürgermeisters 13 Mitglieder an: Verwaltungsgemeinschaft Tröstau CSU: 8 SPD: 3 CWG: 2
Theo Bauer (CSU) war von September 1994 bis April 2020 Erster Bürgermeister. Seit dem 1. Mai 2020 ist nun Helmut Voit (CSU) Erster Bürgermeister.
Verwaltung Die Gemeinde ist ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Tröstau.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Die Maria-Rosenkranzkirche in Nagel mini|Blick auf den See im Sommermini|Der morgendliche Nagler See im Winter Kirchen und Heiligenfigur Katholische Pfarrkirche Maria Rosenkranzkönigin 1894/95 erbaut, 1986 renoviert; mit spätgotischer Holzfigur Madonna mit Kind von 1470; Kreuzigungsgruppe hinter dem Altar, Rosenkranzkönigin am Chorbogen Dreifaltigkeitskirche (Alte Kirche); urkundlich 1740 genannt, später erweitert; Spätbarock, sehenswerte Innenausstattung St.-Nepomuk-Figur auf der Gregnitzbrücke; um 1773
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Freizeitgestaltung Nördlich des Ortskernes von Nagel befindet sich der Nagler See. An dessen Ufer befindet sich eine Kneippanlage; an bestimmten Stellen kann gefischt werden.
„Das Teutsche Paradeiß“ ist ein Wanderweg um Nagel, der sich in drei Strecken aufteilt, Besuchern die Natur näher bringen soll und durch sämtliche Ortsteile führt. Er wird vom Fichtelgebirgsverein betreut und wurde unter anderem aus Mitteln der Europäischen Union finanziert.Karte des Wanderpfades „Das Teutsche Paradeiß“
Sehenswert sind im „Kräuterdorf Nagel“ der Duft- und Schmetterlingsgarten, der Zeit- und Erlebnisgarten und das Haus der Kräuter.Natur- und Kräuterdorfverein Nagel e. V.: Kräuterdorf Nagel, abgerufen am 22. März 2020.Erlebnisdörfer: Kräuterdorf Nagel, abgerufen am 22. März 2020.Enrico Santifaller: Aktuelle Architektur in Oberfranken 2. Büro Wilhelm Verlag, Amberg 2016, S. 24–25, ISBN 978-3-943242-60-7.
Persönlichkeiten Ludwig Zier (* 1955), Schachspieler und Turnierorganisator
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde Nagel (Fichtelgebirge)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Bayern Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Kategorie:Ersterwähnung 1200