Adi Lödel (* 14. Dezember 1937 in Hamburg; † Juni 1955Die Quellen hinsichtlich seines genauen Todesdatums widersprechen sich, es werden der 2. Juni und der 21. Juni, vereinzelt auch die Nacht vom 23. auf den 24. Juni genannt. ebenda; geboren als Adolf Heinrich Hoff) war ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher.

Leben und Wirken Adolf Heinrich Hoff, Sohn des Fahrzeugmechanikers August Hoff und seiner Ehefrau Elfrieda geb. Isebarn, verlor seinen Vater 1939 durch einen Unfall. Seine nun verwitwete Mutter heiratete später den Tischler Willi Lödel, dessen Nachnamen er übernahm.

Seit 1947 wirkte Adi Lödel beim Kinderfunk des NWDR Hamburg mit und erhielt eine Aufgabe bei einer Hörspielserie. Zugleich synchronisierte er US-amerikanische Westernfilme. Unter 120 Bewerbern wählte man ihn als Schauspieler für den Film Lockende Gefahr aus.

Seine unbeschwerte, natürliche Darstellung eines heranwachsenden Jungen brachte ihm eine noch bedeutendere Rolle ein: In der amerikanischen Produktion Entscheidung vor Morgengrauen spielte er einen Hitlerjungen, der zwischen seinen vermeintlichen Pflichten und der Sympathie zu einem Deserteur schwankt. Nach weiteren Filmen spielte er in Kinder, Mütter und ein General erneut einen fanatisierten deutschen Jungen in der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Adi Lödel nahm Schauspielunterricht bei Joseph Offenbach und debütierte unter dessen Regie 1951 am Deutschen Schauspielhaus in dem Stück Hans im Totoglück. Nebenher arbeitete er als Botenjunge beim NWDR. Adi Lödel, der erheblich zum Unterhalt seiner erwerbslosen Eltern und Geschwister beitrug, wurde 1955 völlig überraschend erhängt am Dach der elterlichen Wohnbaracke aufgefunden.

Filmografie 1950: Lockende Gefahr 1951: Entscheidung vor Morgengrauen (Decision Before Dawn) 1951: Hilfe, ich bin unsichtbar! 1951: Die verschleierte Maja 1952: Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren 1953: Skandal um Peggy (TV) 1953: Liebeskrieg nach Noten 1954: Vater braucht eine Frau (TV) 1955: Kinder, Mütter und ein General

Hörspiele 1949: Achtung Falschgeld – Regie: Gustav Burmester 1950: Ein Tag wie morgen – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1950: Fünftausend Dollar Belohnung – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1950: Engel Kirk – Regie: Hans Freundt 1951: Das Geheimnis der Yosemite-Indianer – Regie: Kurt Reiss 1951: Bummel durch den Juli – Regie: S. O. Wagner 1951: Die großen Brüder – Regie: Hans Freundt 1951: Der alte Roboter – Regie: Kurt Reiss 1952: Hinter sieben Fenstern brennt noch Licht – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Bummel durch den März – Regie: Hans Rosenhauer 1952: Pole Poppenspäler – Autor: Theodor Storm; Regie: Werner Perrey 1952: Karussell zu verkaufen – Autoren: Herbert Reinecker und Christian Bock; Regie: Helmut Käutner 1952: Stranitzky und der Nationalheld – Autor: Friedrich Dürrenmatt; Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Leewen Beseuk – Regie: Hans Freundt 1952: Ein Paß für Madeleine – Regie: Gerlach Fiedler 1953: Finkwarder [...] – Autor: Rudolf Kinau; Regie: Hans Freundt 1953: Rungholt – Regie: Günter Jansen 1953: Menschliche Komödie (8 Teile) – Autor: William Saroyan; Regie: Hans Rosenhauer 1953: Begegnung im Wald – Regie: Gert Westphal 1953: De Faart na't witte Aland – Regie: Hans Tügel 1953: Das Buch mit den drei goldenen Schlössern – Regie: Günter Siebert 1953: Der Flötenengel – Autor: Luise Rinser; Regie: Gustav Burmester 1954: Hein Mahrt – Autor: Werner Perrey; Regie: Hans Tügel 1954: Harten ünner'n Hamer – Regie: Hans Tügel 1954: Holländisch-niederdeutsche Stunde: Zwei Kurzhörspiele – Regie: Hans Tügel 1954: Oold Isen – Regie: Hans Tügel 1954: Meist as ehr Mudder – Autor: Rudolf Kinau; Regie: Hans Tügel 1954: Das Haus am See – Regie: Oswald Döpke 1954: Ich suche meinen Namen – Autor: Siegfried Lenz; Regie: Günter Siebert 1954: Wokeen kennt mi? – Regie: Günter Jansen 1955: Beherrschung ist alles! – Regie: S. O. Wagner 1955: Die Madame Bovary vom Montparnasse – Regie: Gerda von Uslar 1961?: De achter uns steiht – Regie: Hans Tügel

Literatur Anon.: Die letzte Rolle schrieb er selbst. FILM-REVUE besuchte Eltern und Freunde des jungen Schauspielers Adi Lödel, der den Freitod suchte, in: Film-Revue Nr. 17. Jahrgang 9/1955 vom 9. August 1955, S. 26–27. Jörg Schöning: Adi Lödel – Schauspieler. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lg. 25 (1995)

Weblinks

(mit abweichendem Geburts- und Sterbedatum)

Anmerkungen

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