HMS Intrepid (D10) war ein Zerstörer der I-Klasse der britischen Royal Navy. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Zerstörer mit den Battle Honours „Atlantic 1939–1941“, „Dunkirk 1940“, „Norway 1941–1942“, „Bismarck Action 1941“, „Arctic 1941–1943“, „Malta Convoys 1942“, „Sicily 1943“, „Salerno 1943“ und „Aegean 1943“ ausgezeichnet.

Im September 1943 erlitt die Intrepid im Hafen von Leros schwere Schäden durch deutsche Luftangriffe. Der Zerstörer sank und eine Reparatur kam wegen des Umfanges der Schäden nicht in Betracht.

Geschichte des Schiffes Die Intrepid war einer der acht am 30. Oktober 1935 bestellten Zerstörer der I-Klasse, die weitgehend identisch mit den zuvor bestellten Zerstörern der G- und H-Klasse waren. Sie wurde mit dem Schwesterschiff Impulsive bei J. Samuel White in Cowes, Isle of Wight, in Auftrag gegeben. Die Kiellegung erfolgte am 6. Januar 1936 und der Stapellauf am 13. Dezember desselben Jahres. In Dienst gestellt wurde die Intrepid am 29. Juli 1937 als siebtes Schiff der Klasse. Die Intrepid gehörte zu den vier Schiffen der Klasse, die für einen Einsatz als Minenleger vorbereitet waren. Im Fall der Umrüstung mussten dann allerdings zwei 120-mm-Geschütze und die beiden Torpedorohrsätze als Gewichtsausgleich für die Minenzuladung von Bord gegeben werden.

Der neue Zerstörer war das siebte Schiff der Royal Navy, das den Namen Intrepid erhielt. Zuletzt hatte bis 1918 der Kreuzer Intrepid der Apollo-Klasse in der Navy Dienst getan, der beim Angriff auf Zeebrügge als Blockschiff versenkt wurde.

Einsatzgeschichte Der Zerstörer wurde zunächst gemeinsam mit seinen Schwesterschiffen der I-Klasse im Mittelmeer eingesetzt. Sie bildeten die „3rd Destroyer Flotilla“ der Royal Navy bei der Mediterranean Fleet. Nach Kriegsbeginn wurde die Flottille in die Gewässer um die Britischen Inseln zurückbefohlen. Die Zerstörer sollten im Bereich der südwestlichen Zufahrtswege den Schiffsverkehr sichern und Jagd auf deutsche Unterseeboote machen. Für diese Aufgabe war auch der Flugzeugträger Courageous abgestellt worden, der sich am 17. September 1939 mit vier Schiffen der Flottille in See befand. Als der Funkspruch eines britischen Frachters einging, der einen Angriff eines deutschen U-Boots meldete, starteten vom Träger vier Swordfish zur Unterstützung des Frachters. Dazu wurden der Flottillenführer Inglefield und die Intrepid zur Bekämpfung des U-Bootes entsandt, da die ASDIC-Geräte der Zerstörer keine Anzeichen eines Fahrzeugs in der Nähe feststellten. Am Abend gelang es U 29, zwei Torpedotreffer auf dem Träger zu erzielen, der sehr schnell sank. Während die Impulsive versuchte, die Schiffbrüchigen zu retten, griff die Ivanhoe das jetzt erkannte U-Boot erfolglos an. Als die Intrepid wieder zum Verband zurückkehrte, war der Träger längst mit 518 Mann gesunken. Bei der Rettung der Schiffbrüchigen hatten sich drei zivile Schiffe beteiligt, darunter das niederländische Passagierschiff Veendam, das vierzehn Rettungsboote einsetzte. Insgesamt konnten 741 Mann gerettet werden. Intrepid beteiligte sich an der Jagd nach U 29, an der auch noch die inzwischen eingetroffenen Zerstörer Kempenfelt und Echo teilnahmen. In der Nacht ist das U-Boot unter Kapitänleutnant Schuhart entkommen. Intrepid eskortierte dann den britischen Frachter Dido nach Liverpool, der 218 Mann gerettet hatte. Bei einem weiteren Geleiteinsatz (KJF 3) am 14. Oktober 1939, gelang es Intrepid mit Inglefield und Ivanhoe südwestlich von Irland das deutsche U-Boot U 45 zu versenken.Rohwer: Seekrieg, 10. – 19. Oktober 1939 Nordatlantik Erster Versuch einer geführten U-Boot-Gruppenoperation

Einsätze nach Umrüstung zum Minenleger Der Zerstörer wurde dann der 20. (Minenleger)-Zerstörerflottille zugewiesen und von Mitte November bis Mitte Dezember im Chatham Dockyard zum Minenleger umgerüstet. Am 17. Dezember 1939 führte der erste Einsatz zusammen mit der Ivanhoe, Esk und Express, in die Emsmündung, wo die Zerstörer-Minenleger eine Minensperre mit 240 Minen legen. Die Absicherung der Operation erfolgte durch die Zerstörer Grenville, Greyhound, Griffin und die polnische Blyskawica.Rohwer, 17./18. Dezember 1939 Nordsee Bis Mitte Januar war die Intrepid an zwei weiteren offensiven Mineneinsätzen in die Deutsche Bucht und vier defensiven Minenoperationen vor der britischen Ostküste beteiligt. Auf einer der offensiven Minensperren im Auslaufweg der deutschen Westwall-Sperre gingen im Februar 1940 die deutschen Zerstörer Leberecht Maaß und Max Schultz verloren.Rohwer, 9.–14. Januar 1940 Nordsee Der Zerstörer Intrepid übernahm dann wieder Sicherungsaufgaben bei der Home Fleet. Mitte Februar suchten Intrepid und Ivanhoe zusammen mit dem leichten Kreuzer Aurora und den Tribal-Zerstörern der „4th Destroyer Flotilla“ nach dem deutschen Trossschiff Altmark, das mit den Gefangenen der von der Admiral Graf Spee gekaperten Schiffe durch die norwegischen Hoheitsgewässer die Heimat zu erreichen suchte. Am 15. Februar stellten Intrepid und Ivanhoe, die von den alten norwegischen Torpedobooten Skarv und Kjell begleitete Altmark auf der Höhe von Egersund. Das Trossschiff lief in den Jøssingfjord, um nicht auf See von den Briten gekapert zu werden. In der Nacht lief dann die von Philip Vian kommandierte Cossack in den Fjord und befreite die 302 Gefangenen.Rohwer, 14.–16. Februar 1940 Norwegen

Auf der Höhe von Egmond verlegten am 10. Mai legt das britische Minenschiff Princess Victoria mit den Zerstörern Esk, Express und der Intrepid eine Sperre mit 236 Minen, die am 15. Mai von Intrepid mit 60 Minen verlängert wurde. Am gleichen Tage legen die Zerstörer Esk, Express und Ivanhoe eine Sperre mit 164 Minen vor Hoek van Holland.Rohwer, 6.–23. Mai 1940 Nordsee Es folgten noch etliche weitere Minenoperationen vor der niederländischen Küste und zum Schutz der britischen Ostküste.

Die Intrepid war Ende Mai 1940 gemeinsam mit vielen anderen Schiffen bei der Operation Dynamo im Einsatz, um die um Dünkirchen eingekesselten alliierten Truppen, insbesondere das britische Expeditionskorps, nach Großbritannien zu evakuieren.Rohwer, 28. Mai 1940 Kanal, Beginn der Operation »Dynamo« Dabei wurde der Zerstörer am 29. Mai 1940 auf der Fahrt von Dover nach Dünkirchen durch Bomben deutscher Stukas beschädigt.Rohwer, 29. Mai 1940 Kanal Zweiter Tag der Operation »Dynamo« Nach der Reparatur diente die Intrepid weiter als Minenleger und war am Ausbringen weiterer defensiver Minensperren an der britischen Ostküste und im Ärmelkanal sowie offensiver Sperren vor der niederländischen Küste beteiligt. Daneben führte der Zerstörer Kontrollfahrten zur Invasionsabwehr und Geleitsicherungen durch. Am 2. November 1940 erhielt das Schiff einen Minentreffer und musste nach Hartlepool eingeschleppt werden Nach Durchführung der Reparaturen blieb die Intrepid Minenleger und wurde mit den Schwesterschiffen Impulsive und Icarus in den ersten Monaten des Jahres 1941 vor allem gegen deutsche Stützpunkte an der französischen Kanalküste und in der Bretagne eingesetzt. Ab Ende April 1941 erfolgte dann der Rückbau des Schiffes zu einem Flottenzerstörer in Immingham.

Einsätze als Geleitzerstörer In der neuen Aufgabe war die Intrepid an der Suche nach der Bismarck beteiligt. Sie gehörte mit vier weiteren Zerstörern zum Verband der Home Fleet mit dem Schlachtschiff King George V und dem Flugzeugträger Victorious sowie dem 2. Kreuzergeschwader.Rohwer, 18.–27. Mai 1941 Nordatlantik, Unternehmen »Rheinübung«. Nach Verbrauch des Treibstoffvorrats musste der Zerstörer nach Island entlassen werden. Wegen Problemen mit der Maschine verblieb das Schiff länger in Island und stieß erst nach der Versenkung des deutschen Schlachtschiffs wieder zum Verband der Home Fleet. Nach dem Einsatz war eine erneute Überholung des Zerstörers erforderlich, die in Hull erfolgte. Im Juli 1941 war der Zerstörer an einem Trägerangriff mit den Flugzeugträgern Furious und Victorious, den Schweren Kreuzern Devonshire und Suffolk und den Zerstörern Echo, Eclipse und Escapade gegen die deutschen Stützpunkte in Nordnorwegen und Finnland beteiligt.Rohwer, 22.7.–4. August 1941 Nordmeer, Vorstoß britischer Träger gegen Kirkenes und Petsamo.

Ab November 1941 wurde die Intrepid als Eskorte von Nordmeergeleitzügen, durch die die Sowjetunion mit Kriegsmaterial beliefert wurde, eingesetzt. Sie stieß mit dem Kreuzer Kenya und dem Zerstörer Bedouin sowie den sowjetischen Zerstörern Gremyashchi und Gromki am 14. November gegen die norwegische Polarküste vor und beschossen Vardø. Dann übernahm der Verband die Sicherung der sieben Handelsschiffe des Geleitzugs PQ 3, der ohne Feindberührung von Hvalfjord nach Archangelsk gelang.Rohwer, 9.–28. November 1941 Nordmeer. Vor dem Rückmarsch wiederholte die Kenya mit den Zerstörern den Vorstoß gegen die norwegische Polarküste und Vardø,Rohwer, 24. November 1941 Nordmeer. um dann das Rückgeleit QP 3 zu sichern,Rohwer, 27.11.–12. Dezember 1941 Nordmeer. das allerdings nicht bis Island begleitet wurde. Gleichzeitig war mit PQ 5 ein weiterer Nordmeergeleitzug auf dem Weg nach Archangelsk.

Einsätze 1942/43 Am 7. Januar 1942 griffen die britischen Zerstörer Inglefield und Intrepid vor Florø einen deutschen Konvoi an und konnte den Dampfer Hedwigshütte (2221 BRT) beschädigen. Das ebenfalls beschädigte Geleitboot V 5104/Orkan musste auf Strand gesetzt werden. Gleichzeitig griffen Whitley-Bomber der Royal Air Force (RAF) den deutschen Flugplatz Stavanger-Sola an (Operation Kitbag).Rohwer, 7. Januar 1942 Norwegen. Anfang Februar geleitet die Intrepid mit der Faulknor und zum Teil dem Kreuzer Nigeria die zusammengefassten Geleitzüge PQ 9 und 10 mit zehn Schiffen von Reykjavík nach Murmansk. Im Konvoi liefen zwei britische und zwei norwegische U-Jagd-Trawler als Nahsicherung mit. Kurz vor dem Ziel verstärkten die in Murmansk stationierten Minensucher Britomart und Sharpshooter der Halcyon-Klasse die Konvoisicherung.Rohwer, 1.–10. Februar 1942 Nordmeer. Die am 10. Februar in Murmansk eingetroffenen Zerstörer übernahmen am 13. die Sicherung des Rückgeleits QP 7 von acht Handelsschiffen, das am Vortag geschützt von vier in Murmansk stationierten Minensuchern (Hazard, Speedwell, Britomart, Sharpshooter) ausgelaufen war. Als Deckung stand die Nigeria weiter im Nordmeer. Schon am 15. wurde der Konvoi aufgelöst, da eine Bedrohung durch die Deutschen nicht entdeckt wurde. Während der Kreuzer und die Zerstörer zu ihren britischen Basen liefen und die Minensucher nach Murmansk zurückkehrten, erreichten die Handelsschiffe am 22. Februar Seidisfjord, Island.Rohwer, 12.–22. Februar 1942 Nordmeer.