Ronja Räubertochter (auch unter dem Titel Ronja, die Räubertochter bekannt) ist ein schwedisch-norwegischer Film aus dem Jahr 1984. Er basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Astrid Lindgren. Gelegentlich wird der Spielfilm im Fernsehen als Dreiteiler gezeigt. Der Film wurde in Deutschland erstmals im Februar 1985 im Rahmen der Berlinale gezeigt.

Handlung Ronja ist die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis und seiner Frau Lovis. Sie wächst auf der Mattisburg im Mattiswald zusammen mit ihren Eltern und deren Räuberbande auf, bis sie eines Tages in der Wildnis Birk Borkasohn kennenlernt, den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmanns Borka und dessen Frau Undis. Deren Sippe (die Borkaräuber) hat sich in einem durch Blitzschlag vom Hauptbau getrennten Gebäudeteil der Mattisburg eingenistet. Dieser Teil wird seitdem als Borkafeste bezeichnet.

Indem sie einander in brenzligen Situationen helfen, werden Ronja und Birk rasch beste Freunde, sehr zum Ärger ihrer Eltern, die sich gegen die tiefe Freundschaft der Kinder stellen. Als Mattis Birk gefangen nimmt, verlangt er den Abzug der Borkaräuber und droht, Birk etwas anzutun. Die von ihrem Vater zutiefst enttäuschte Ronja springt über den Abgrund zwischen den beiden Teilen der Burg und begibt sich so in Borkas Hand. Mattis gibt nach. Die Kinder werden wieder ausgetauscht, ziehen aber wenig später gemeinsam in eine Höhle im Wald. Als der Brotvorrat zur Neige geht, erscheint Lovis als erster Besuch und bringt Brot mit. Sie hat klug vorausberechnet, wann die Kinder diesen Besuch wohl kaum abweisen würden. Mattis’ Sehnsucht nach seiner Tochter bewegt ihn schließlich dazu, mit Borka in Dialog zu treten, um den Konflikt zu lösen.

Damit die Kinder zusammen bleiben können und nicht den Kontakt zu ihren Familien abbrechen, wird eine Entscheidung im Zweikampf vereinbart, wer künftig Räuberhauptmann der vereinigten Banden sein soll. Mattis gewinnt die spektakuläre Prügelei. Bei der Versöhnungsfeier erfährt Borka von Mattis, dass Birk ihn irgendwann als Räuberhauptmann beerben soll, weil Ronja niemals Räuber werden will. Das versöhnt Birk mit seiner Niederlage, doch zur Überraschung der beiden Väter will Birk ebenfalls kein Räuber werden und bekräftigt seine Absage mit einem Schwur. Sichtlich enttäuscht stellt Mattis fest, dass die Eltern bei ihren Kindern nichts mehr zu melden haben.

Die beiden Teile der Burg werden mit einer Brücke verbunden. Bei den nächsten Raubzügen stellt sich heraus, dass auch die Borkaräuber gut räubern können und außerdem gut darin sind, die verfolgenden Landsknechte abzuhängen. Der betagte Glatzen-Per verabschiedet sich höchst würdevoll von seinen Freunden und stirbt, was besonders Mattis in tiefste Trauer stürzt.

Im Frühling ziehen Ronja und Birk wieder in die Bärenhöhle und gestatten sogar, dass sie dort gelegentlich Besuch bekommen.

Hintergrund Die Verfilmung von Ronja Räubertochter wurde von zwei Trauerfällen überschattet. Der Regisseur Olle Hellbom, welcher den Filmdreh vorbereitete, starb kurz vor den Dreharbeiten an Magenkrebs und wurde durch Tage Danielsson ersetzt, der kurz nach Vollendung des Films an Hautkrebs starb.

Die Miniserie ist etwa 15 Minuten länger (135 Minuten) als die Spielfilmfassung (121 Minuten) und enthält damit einige Szenen, die in der Kinofassung nicht vorhanden waren. Mittlerweile sind beide Fassungen auf DVD erhältlich.

Ronja blieb Hanna Zetterbergs einzige Rolle als Schauspielerin. Von 1994 bis 1998 saß sie für die Vänsterpartiet als Abgeordnete im schwedischen Reichstag.

Drehorte mini|Die Kungsklyftan in der Kommune Fjällbacka Der Film wurde hauptsächlich in Schweden gedreht.Ronja Rövardotter auf ronjaraubertochter.jimdo.com Frühlingswiese und Sumpf: Hallands Väderö Inneneinspielungen der Burg: Filmparken AS Bekkestua Graugnome: Laxarby, Dalsland Burgszenen und Waldeinspielungen: Dalsland, Berg Sörknatten Flussszenen: Gaustafallet Jämtland Sprung über die Schlucht (Trick): Årsta Industriegebiet/Lagerhalle Trick Rumpelwichte und Wilddruden: Filmstaden Råsunda Keller der Mattisburg: Tykarpsgrottan, Ignaberga, Skåne Kampfszene der Räuber: Kommune Solna (Stora Haga slottsruin) Steinbruch beim Berg Sörknatten Bärenhöhle und Höllenschlund: Sörknatten Naturreservat Predikstolen Kungsklyftan bei Fjällbacka Hof der Mattisburg: Fengersfors alter Steinbruch

Besetzung und Synchronisation Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Arena Synchron, Berlin. Ruth Leschin schrieb das Dialogbuch und führte Regie.

+ Rolle Darsteller Synchronsprecher Ronja Hanna Zetterberg Janina Richter Birk Dan Håfström Dennis Schmidt-Foß Mattis Börje Ahlstedt Jürgen Kluckert Lovis Lena Nyman Barbara Ratthey Borka Per Oscarsson Wolfgang Condrus Glatzen-Per Allan Edwall Michael Chevalier Klein-Klipp Tommy Körberg Wolfgang Ziffer Undis Med Reventberg Hallgerd Bruckhaus

Kritiken

Der Film wurde vom Bundesverband Jugend und Film und der Fachzeitschrift Kinder- und Jugendfilm-Korrespondenz in einen 14 Filme umfassenden Kinderfilmkanon für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren aufgenommen.

Auszeichnungen Internationale Filmfestspiele Berlin 1985 – Sonderpreis für einen Film von besonderer Phantasie,Preise und Auszeichnungen 1985 auf berlinale.de Leserpreis der Berliner Morgenpost Festival Prijs (Amsterdam) 1986 (årets barnpris; Cinekid) Festivalpreis (Berlin) 1985 (Berliner Morgenpost, Leserpreis)

Literatur Astrid Lindgren: Ronja, Räubertochter. (Deutsch von Anna-Liese Kornitzky.) Oetinger, Hamburg 1982, ISBN 3-7891-2940-2. Tage Danielsson: Ronja, Räubertochter. Das Buch zum Film. Nach dem Roman von Astrid Lindgren. Deutsch von Anna-Liese Kornitzky. Fotos von Denise Grünstein & Joakim. Oetinger, Hamburg 1985, ISBN 3-7891-2233-5.

Weblinks

(Kinofilm)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1984 Kategorie:Schwedischer Film Kategorie:Norwegischer Film Kategorie:Jugendfilm Kategorie:Fantasyfilm Kategorie:Abenteuerfilm Kategorie:Miniserie Kategorie:Astrid-Lindgren-Verfilmung Kategorie:Märchenfilm