mini|300px|Die Gedenkstätte Parque por la Paz 2006 Die Villa Grimaldi war ein Gelände in Santiago de Chile, auf dem 1975 bis 1988 Oppositionelle der Pinochet-Diktatur gefoltert wurden. Mindestens 4500 Menschen wurden dort gefoltert und 241 davon umgebracht oder sind bis heute verschwunden. –Rodrigo Cea: Bachelet revela que fue interrogada por el jefe de la policía secreta de Pinochet. La candidata presidencial contradice a Manuel Contreras, que aseguró que ella no conocía Villa Grimaldi. In: El País. 8. Oktober 2013, abgerufen am 23. März 2019 (spanisch; „18 fueron asesinadas y 211 permanecen desaparecidas“ [18 wurden ermordet und 211 bleiben verschwunden]; unter den Folteropfern auch die erwähnte Michelle Bachelet). –Siehe auch Villa Grimaldi in der spanischsprachigen Wikipedia. Heute befindet sich auf dem Gelände der sogenannte „Park für den Frieden“ (Parque por la Paz Villa Grimaldi), der als Gedenkstätte fungiert.Recuperación Villa Grimaldi. In: villagrimaldi.cl, abgerufen am 30. Juni 2026 (spanisch).

Geschichte Das knapp ein Hektar große Grundstück an der Avenida José Arrieta 8200 in der Comuna La Reina gehörte einer reichen chilenischen Familie.Antes de 1973. In: villagrimaldi.cl, abgerufen am 30. Juni 2026 (spanisch). 1973 übergab es die Familie an die Armee,Cuartel Terranova. In: villagrimaldi.cl, abgerufen am 30. Juni 2026 (spanisch). die im Gegenzug eine gefangen genommene Tochter der Familie freiließ. Ab Mitte 1974 benutzte die Brigada de Inteligencia Metropolitana (BIM), die Hauptstadtabteilung der Geheimpolizei Dirección de Inteligencia Nacional (DINA), das Gelände als ihre Kommandozentrale und als Folterzentrum. Intern wurde der Komplex Cuartel Terranova (Kaserne Neufundland) genannt. Neben diversen Geheimgefängnissen in und außerhalb von Santiago wie Londres 38 (auch genannt Yucatán), Irán 3037 (genannt Venda Sexy), José Domingo Cañas, Colonia Dignidad, Estadio Nacional und dem Segelschulschiff Esmeralda, war die Villa Grimaldi eine der wichtigsten und berüchtigtsten Folterstätten der DINA. Nach der Auflösung der DINADINA. In: villagrimaldi.cl, abgerufen am 30. Juni 2026 (spanisch). wurde das Gelände 1977 der Central Nacional de Informaciones (CNI) übergeben, die dort bis 1978 weiter folterte. Nachdem das Gelände aufgegeben worden war, verkaufte es der CNI-Chef Hugo Salas Wenzel 1988 an eine Baufirma von direkten Familienangehörigen. Trotz begonnener Abbrucharbeiten scheiterte der Plan der Errichtung einer Wohnsiedlung an Protesten. Die daraus erwachsene Ständige Versammlung für Menschenrechte von Peñalolén und La Reina erwirkte schließlich beim Ministerium für Wohnungswesen und Stadtentwicklung ein Gesetzesdekret, das das Gelände am 10. Dezember 1994 für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Der daraufhin angelegte Park sollte als Ort der Erinnerung, der Besinnung und der Förderung der Menschenrechte dienen. Am 13. Juli 1996 wurde die Stiftung „Parque por la Paz Villa Grimaldi“ als private, gemeinnützige Einrichtung gegründet, die gemäß dem Befreiungsdekret Nr. 170 vom 17. März 2005 des Ministeriums für Staatsvermögen für die Verwaltung und Präsentation der Gedenkstätte „Parque por la Paz Villa Grimaldi“ (Park für den Frieden) zuständig ist.Quiénes Somos. In: villagrimaldi.cl, abgerufen am 30. Juni 2026 (spanisch). Am 22. März 1997 wurde der Friedenspark Villa Grimaldi eingeweiht. Die Gedenkstätte umfasst ein Museum, Gedenktafeln und -installationen im Parkareal für verschiedene Opfergruppen, die Präsentation archäologischer Reste und Rekonstruktionen abgegangener Gebäude sowie eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen.Sitio de memoria Parque por la Paz Villa Grimaldi. In: villagrimaldi.cl, abgerufen am 30. Juni 2026 (spanisch). mini|Ehemaliger Eingang zur Villa Grimaldi Zeugenaussagen von Folteropfern Eine Frau, gefangen genommen im Januar 1975, berichtet über die Folter in der Villa Grimaldi:

Ein Mann, gefangen genommen im Dezember 1975, berichtet über die Folter in der Villa Grimaldi:

Siehe auch Valech-Kommission – Überblick über die Aufarbeitung der Folterungen während der Pinochet-Diktatur

Weblinks

Memoria y Justicia (englisch und spanisch)

Quellen

Kategorie:Folter Kategorie:Santiago de Chile Kategorie:Pinochet-Diktatur