Andre Dirrell (* 7. September 1983 in Flint, Michigan) ist ein US-amerikanischer Profiboxer im Supermittelgewicht.
Er ist der ältere Bruder des Boxweltmeisters Anthony Dirrell.
Amateurkarriere Dirrell wurde unter anderem 2001 US-amerikanischer Meister im Federgewicht sowie 2003 US-amerikanischer Meister im Mittelgewicht und war Teilnehmer der Panamerikanischen Spiele 2003 in Santo Domingo, wo er in der Vorrunde knapp gegen Yordanis Despaigne ausschied.
Im Februar 2004 gewann er die US-Olympiaqualifikation in Tunica und die US Olympic Box-Offs in Cleveland, sowie im März 2004 die kontinentale Olympiaqualifikation in Tijuana. Er konnte daraufhin an den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen teilnehmen und siegte dort im Mittelgewicht gegen Ha Dabateer, Nabil Kassel und diesmal auch Yordanis Despaigne, ehe er im Halbfinale knapp mit 18:23 gegen Gennadi Golowkin mit einer Bronzemedaille ausschied.
Profikarriere Andre Dirrell bestritt seinen ersten Profikampf im Januar 2005 und gewann 18 Kämpfe in Folge, davon 13 vorzeitig. Zu seinen besiegten Gegnern zählten Curtis Stevens (Kampfbilanz: 17-1), Anthony Hanshaw (21-1), Mike Paschall (17-0) und Wictor Oganow (28-1). Er wurde daraufhin in das Turnier Super Six World Boxing Classic aufgenommen und boxte am 17. Oktober 2009 in der Nottingham Arena gegen den WBC-Weltmeister Carl Froch (25-0), verlor den Kampf jedoch knapp durch Split Decision nach Punkten.
In seinem nächsten Turnierkampf boxte er am 27. März 2010 in der Joe Louis Arena von Detroit gegen Arthur Abraham (31-0) und gewann durch Disqualifikation in der elften Runde. Dirrell führte auf allen drei Punktzetteln und erzielte gegen Abraham auch einen Niederschlag in der vierten Runde. In der elften Runde rutschte Dirrell ohne Schlagwirkung zu Boden, wobei Abraham gegen den bereits am Boden befindlichen Dirrell noch einmal nachschlug.
Im Oktober 2010 wurde bekanntgegeben, dass Dirrell das Turnier Super Six World Boxing Classic aus gesundheitlichen Gründen verlassen habe. Seinen nächsten Kampf bestritt er erst am 30. Dezember 2011, und damit über 21 Monate nach dem Abraham-Kampf, gegen Darryl Cunningham (24-2) und siegte durch TKO in der zweiten Runde. Nach vier weiteren Siegen, darunter im Dezember 2014 gegen Derek Edwards (27-3), konnte er am 23. Mai 2015 in der Agganis Arena in Boston gegen James DeGale (20-1) um den vakanten IBF-Weltmeistertitel boxen, verlor den Kampf jedoch einstimmig nach Punkten.
Nach einem folgenden Sieg gegen Blake Caparello (22-1), kämpfte er am 20. Mai 2017 im MGM National Harbor von Oxon Hill um die Interimsweltmeisterschaft der IBF und gewann per Disqualifikation in der achten Runde gegen Jose Uzcategui (26-1), aufgrund eines Nachschlages durch Uzcategui nach dem Rundengong. Den direkten Rückkampf und damit den Interimstitel verlor Dirrell jedoch am 3. März 2018 im Barclays Center von Brooklyn vorzeitig in der achten Runde.
Im Anschluss bestritt er bis 2023 nur drei Kämpfe, die er jeweils gegen Juan Cabrera (24-2), Christopher Brooker (16-7) und Yunieski Gonzalez (21-4) gewann.
Liste der Profikämpfe 26 Siege (16 K.o.-Siege), 2 Niederlage (0 K.o.-Niederlagen), 0 Unentschieden Jahr Tag Ort Gegner Ergebnis für Dirrell 2005 27. Januar Michael’s Eighth Avenue, Glen Burnie (Maryland), USA Carlos Jones Sieg / TKO 4. Runde 11. Februar Phillips Arena, Atlanta, USA Walter Coles Sieg / KO 1. Runde 10. März Michael’s Eighth Avenue, Glen Burnie (Maryland), USA Jacob Rodriguez Sieg / KO 2. Runde 15. April Northern Quest Casino, Washington, USA Carl Cockerham Punktsieg (einstimmig) / 6 Runden 18. August , San José (Kalifornien), USA Juan Camacho Sieg / KO 2. Runde 2006 21. April Omar Shrine Temple, Mount Pleasant (South Carolina), USA Mike Eatmon Punktsieg (einstimmig) / 6 Runden 25. Mai Resort & Casino, Temecula (Kalifornien), USA Alfonso Rocha Punktsieg (einstimmig) / 6 Runden 23. Juni , Oakland (Kalifornien), USA Don Hall Sieg / TKO 3. Runde 17. November Soboba Casino, San Jacinto (Kalifornien), USA James Sundin Sieg / TKO 2. Runde 22. Dezember Arena and Event Center, Flint (Michigan), USA Cullen Rogers Sieg / TKO 3. Runde 2007 16. Februar , Beverly Hills, USA Kenny Kost Punktsieg (einstimmig) / 8 Runden 16. Juni Mohegan Sun Casino, Connecticut, USA Punktsieg (einstimmig) / 10 Runden 6. Dezember Tachi Palace Hotel & Casino, Lemoore, USA William Johnson Sieg / KO 1. Runde 2008 1. Februar Grand Casino, Hinckley (Minnesota), USA Shannon Miller Sieg / TKO 3. Runde 2. Mai Chumash Casino, Santa Ynez, USA Anthony Hanshaw Sieg / TKO 5. Runde 2. August Emerald Queen Casino, Tacoma (Washington), USA Mike Paschall Sieg / TKO 4. Runde 1. November , Carson (Kalifornien), USA Victor OganovWBO-NABO-Interim-Meisterschaft Sieg / TKO 6. Runde 2009 28. März Buffalo Run Casino, Miami, USA Derrick Findley Sieg / Aufgabe 6. Runde 17. Oktober , Nottingham, Großbritannien WBC-Weltmeisterschaft Punktniederlage (mehrstimmig) / 12 Runden 2010 27. März , Detroit (Michigan), USA Sieg / Disqualifikation 11. Runde 2011 30. Dezember Morongo Resort Casino & Spa, Cabazon (Kalifornien), USA Darryl Cunningham Sieg / TKO 2. Runde 2013 2. Februar Convention Center, McAllen, USA Michael Gbenga Punktsieg (einstimmig) / 10 Runden 2014 1. August Casino Resort, Shelton (Washington), USA Vladine Biosse Sieg / TKO 5. Runde 8. Oktober Resort & Casino, Biloxi (Mississippi), USA Nick Brinson Sieg / TKO 4. Runde 19. Dezember Pepsi Coliseum, Québec, Kanada Derek Edwards Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden 2015 23. Mai Agganis Arena, Boston, USA vakante IBF-Weltmeisterschaft Punktniederlage (einstimmig) / 12 Runden(Quelle: BoxRec-Datenbank)
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