Ilse Voigt (* 3. Februar 1905 in Chemnitz; † 6. März 1990 in Magdeburg) war eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.
Leben Voigt genoss in Dresden eine private Schauspielausbildung. In den 1920er Jahren trat sie erstmals am Schauspielhaus Chemnitz auf. Es folgten Engagements unter anderem in Dresden, Quedlinburg, Weimar, Leipzig, und Erfurt. In erster Ehe heiratete sie den Schauspieler Hans Wahlberg., aufgerufen am 19. November 2015 Mitte der dreißiger Jahre kehrte sie ans Chemnitzer Theater zurück und übernahm eine Hauptrolle in Ernst von Wildenbruchs Die Rabensteinerin. 1937 heiratete sie den Chemnitzer Apotheker, Medizinal- und Stadtrat Fritz Meindl.Chemnitzgeschichte.de, aufgerufen am 19. November 2015
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand Voigt zuerst in Dresden wieder auf der Bühne, 1959 wechselte sie nach Magdeburg. Hier blieb sie über viele Jahre selbst über das Rentenalter hinaus und prägte den Stil des Theater Magdeburg entscheidend mit. Sie betätigte sich in Magdeburg auch als private Schauspiellehrerin.
Neben ihrer Tätigkeit als Theaterschauspielerin und Synchronsprecherin spielte sie ab den 1960er Jahren auch in mehreren Produktionen des Fernsehens der DDR und der DEFA mit. 1965 spielte sie im Film Das Kaninchen bin ich, der jedoch in der DDR verboten wurde und erst 1990 Premiere hatte. Trotz schwerer Krankheit konnte sie an der Premiere noch teilnehmen. Breite Bekanntheit erlangte sie 1971 durch die Rolle der Oma Piesold im Film Der Mann, der nach der Oma kam. Voigt starb am 6. März 1990 im Alter von 85 Jahren in Magdeburg.
Ihre Tochter Gisela Wahlberg sowie weitere weibliche Nachkommen wurden ebenfalls als Schauspielerinnen bekannt.
Die Stadt Magdeburg benannte im Jahr 2006 ihr zu Ehren eine Straße als Ilse-Voigt-Straße.
Filmografie 1956: Der Richter von Zalamea 1957: Wo Du hin gehst … 1959: Kabale und Liebe 1965: Lots Weib 1965: Das Kaninchen bin ich 1966: Schwarze Panther 1966: Oben fährt der große Wagen (Fernsehfilm) 1967: Der tapfere Schulschwänzer 1967: Die Fahne von Kriwoj Rog 1968: Leben zu zweit 1968: Abschied 1968: 12 Uhr mittags kommt der Boß 1969: Weite Straßen – stille Liebe 1969: Seine Hoheit – Genosse Prinz 1969: Jungfer, Sie gefällt mir 1969–1987: Der Staatsanwalt hat das Wort (Fernsehserie, 5 Folgen) 1970: Dr. med. Sommer II 1971: Husaren in Berlin 1971: Zeit der Störche 1972: Der Mann, der nach der Oma kam 1972: Der Mann und das Mädchen (Fernsehfilm) 1973: Die sieben Affären der Doña Juanita (vierteiliger Fernsehfilm, 3 Folgen) 1974: Heiße Spuren (Fernsehfilm) 1974: Lotte in Weimar 1974: Der Leutnant vom Schwanenkietz (TV-Dreiteiler, 2 Folgen) 1975: Polizeiruf 110: Die Rechnung geht nicht auf (TV-Reihe) 1975: Fischzüge (Fernsehfilm) 1975: Eine Pyramide für mich 1976: Philipp, der Kleine 1976: Konzert für Bratpfanne und Orchester 1977: Zur See (Fernsehserie, Die Hochzeitsüberraschung) 1978: Brandstellen 1978: Sabine Wulff 1979: Das Pferdemädchen 1980: Der Baulöwe 1980: Es sollte ewig Sonntag sein (Fernsehfilm) 1981: Trompeten-Anton 1981: Jockei Monika (Fernsehserie, 3 Folgen) 1983: Die Schöne und das Tier (Fernsehfilm) 1984: Isabel auf der Treppe 1984: Zeitzünder (Fernsehfilm) 1985: Gritta von Rattenzuhausbeiuns 1985: Polizeiruf 110: Verführung (TV-Reihe) 1985: Bei Hausers zu Hause (Fernsehserie, 2 Folgen) 1986: Rabenvater 1986: Polizeiruf 110: Das habe ich nicht gewollt (TV-Reihe) 1986: Weihnachtsgeschichten (Fernsehfilm) 1986: Zahn um Zahn – Die Praktiken des Dr. Wittkugel (Fernsehserie, 1 Folge) 1988: Bereitschaft Dr. Federau (Fernsehserie, 1 Folge) 1988: Der Eisenhans 1988: Stunde der Wahrheit (Kurzfilm) 1989: Der Magdalenenbaum 1989: Die gestundete Zeit (Fernsehfilm)
Theater 1957: Heinrich Spoerl: Der Maulkorb (Frau von Treskow und Frau Tigges am Treppchen) – Regie: Georg Leopold (Städtische Bühnen Erfurt) 1958: Bertolt Brecht: Schweyk im Zweiten Weltkrieg (Die dicke Ladenbesitzerin) – Regie: Eugen Schaub (Städtische Bühnen Erfurt) 1958: Heiner Müller: Der Lohndrücker (Balkes Frau) – Regie: Eugen Schaub / Horst Ludwig (Städtische Bühnen Erfurt) 1958: Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlichingen (Elisabeth, Frau des Götz) – Regie: Eugen Schaub (Städtische Bühnen Erfurt) 1958: Pavel Kohout: So eine Liebe (Mutter Stibors) – Regie: Georg Leopold (Städtische Bühnen Erfurt) 1958: Jewgenij Schwarz: Rotkäppchen (als Mutter) – Regie: Thomas Ruschin (Städtische Bühnen Erfurt) 1961: Helmut Sakowski: Weiberzwist und Liebeslist (Mine Martens) – Regie: Heinz Isterheil (Bühnen der Stadt Magdeburg – Kleines Theater) 1961: Johann Wolfgang von Goethe: Egmont – Regie: Herbert Körbs (Bühnen der Stadt Magdeburg) 1966: Curt Goetz: Die Kommode – Regie: Rolf Kabel (Bühnen der Stadt Magdeburg) 1970: Rudi Strahl: Noch mal ein Ding drehn – Regie: Lothar Schneider (Bühnen der Stadt Magdeburg) 1975: Georgi Polonski: Warten wir den Montag ab (Mutter des Lehrers) – Regie: Horst Hawemann (Theater der Freundschaft Berlin)
Hörspiele 1983: Hans Christian Andersen: Die Schneekönigin (Großmutter) – Regie: Rainer Schwarz (Kinderhörspiel – Litera) 1989: Alexej Tolstoi: Gevatter Naúm (Fröschin) – Regie: Rainer Schwarz (Kinderhörspiel – Litera)
Literatur Elke Schneider: Voigt, Ilse. In: Guido Heinrich, Gunter Schandera (Hrsg.): Magdeburger Biographisches Lexikon 19. und 20. Jahrhundert. Biographisches Lexikon für die Landeshauptstadt Magdeburg und die Landkreise Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck. Scriptum, Magdeburg 2002, ISBN 3-933046-49-1, S. 760. Martin Wiehle: Magdeburger Persönlichkeiten. Hrsg. durch den Magistrat der Stadt Magdeburg, Dezernat Kultur. imPuls Verlag, Magdeburg 1993, ISBN 3-910146-06-6, S. 155.
Weblinks
auf DEFA-Sternstunden.de Kurzbiografie ihrer Zeit in Chemnitz
Einzelnachweise
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