IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr ist ein Dienstleister der Automobilindustrie.
Geschichte
Gründung
IAV entstand 1983 als Ausgründung der TU Berlin auf Initiative des damaligen Leiters des Fachgebiets Kraftfahrzeuge der TU Berlin, Hermann Appel. Das Unternehmen entwickelt seitdem Konzepte und Technologien für Fahrzeuge.Die intelligente Vermehrung von Geld, Tagesspiegel vom 27. Mai 2013.
Unternehmensentwicklung
Seit 2022 versucht das Unternehmen verstärkt, international neue Märkte in Software, Energiesektor und Landwirtschaft zu erschließen.
Im Februar 2026 wurde bekannt, dass die IAV GmbH in Deutschland den Abbau von rund 1.500 Arbeitsplätzen plant. Dies entspricht nahezu einem Drittel der Beschäftigten des Unternehmens in Deutschland. Betroffen sind im Wesentlichen die Standorte Stollberg (Sachsen) sowie der Stammsitz in Berlin-Charlottenburg, der im Zuge der Umstrukturierung aufgegeben und dessen Gelände spätestens bis 2027 verkauft werden soll. Der Stellenabbau dient der langfristigen Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit angesichts einer im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähigen Kostenstruktur.
Im August 2026 kündigte die IAV GmbH einen Stellenabbau von rund 2.000 Arbeitsplätzen über ein Abfindungsprogramm an, durch den die Zahl der Beschäftigten von derzeit rund 5.000 bis Ende 2027 um 40 Prozent auf rund 2.970 reduziert werden soll. Nach Angaben der IG Metall drohte die Unternehmensführung während der Verhandlungen mit einem Insolvenzverfahren. Zudem soll der Standort Berlin-Charlottenburg verkleinert und ein Teil der Arbeitsplätze nach Gifhorn oder Stollberg (Sachsen) verlagert werden.
Unternehmen Zu den Kerntätigkeiten der IAV gehören Entwicklungsarbeiten in der Elektronik-, Antriebsstrang- und Fahrzeugentwicklung. Zu den Kunden zählen weltweit zahlreiche Automobilhersteller und Zulieferer. Neben den Entwicklungszentren in Berlin, Gifhorn und Stollberg verfügt IAV über weitere Standorte in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika wie etwa Prüfzentren.
Gesellschafter Volkswagen AG – 50 % IAV GmbH – 40 % Continental Automotive Technologies GmbH – 10 % Birgit Dietze – eine AktieListe der Gesellschafter der IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr mit Sitz in Berlin vom 28. August 2024, abgerufen über handelsregister.de.
Tätigkeitsbereiche IAV wirkte u. a. mit an Projekten wie dem 1-Liter-Auto von VW, der Anpassung des 5-Zylinder-TDI-Motors für den Volvo 850, dem Motormanagement und der Getriebesteuerung des 3-Liter-Lupo sowie dem Öko-Polo von VW, der bereits 1987 mit Dieselrußpartikelfilter ausgestattet war und einen durchschnittlichen Verbrauch von 1,7 l/100 km hatte."Ghost-Engioneers" Berliner Ingenieure, bei denen die Autoindustrie "fremd" geht, Tagesspiegel vom 27. September 2003.
Der Entwicklungsdienstleister beteiligt sich außerdem an Forschungsprojekten zur künftigen Mobilität. So war IAV am Shuttle-Projekt „HEAT“ (Hamburg Electric Autonomous Transportation) der Hamburger Hochbahn maßgeblich beteiligt. Wie weitere Mitbewerber der Automobilindustrie kündigte Jörg Astalosch 2025 eine Ausweitung der unternehmenseigenen Rüstungssparte an.
Standorte (Quelle: )
Entwicklungszentren Berlin (Zentrale) Gifhorn (größte Niederlassung) Stollberg
Standorte
Tochtergesellschaften Asien IAV Automotive Engineering (Shanghai) Co. Ltd. IAV Co., Ltd. (Japan) IAV Korea Co., Ltd.
Europa consulting4drive GmbH (Strategie- & Management-Beratung) IAV Automotive Engineering AB (Schweden) IAV Cars GmbH IAV Fahrzeugsicherheit GmbH & Co. KG IAV France SAS TRE GmbH IAV Poland Sp. z.o.o. SynSpace Group GmbH
Nord-/Südamerika IAV Automotive Engineering Inc. (USA) IAV do Brasil Ltda.
Kritik Ingenieure des Autozulieferers IAV waren bei Manipulation von Abgaswerten für Dieselmotoren, vornehmlich für VW, beteiligt. Dies führte zu einem entsprechenden Strafverfahren, welches abschließend mit einem Bußgeldbescheid beschieden wurde. Die Firma akzeptierte diese Strafzahlung.
Weblinks
Offizielle Website
Einzelnachweise
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