Afterburner ist das neunte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband ZZ Top aus dem Jahr 1985.

Entstehung und Veröffentlichung Die Erstveröffentlichung von Afterburner erfolgte am 28. Oktober 1985 bei Warner Bros. Records. Das Album erschien in seiner Originalausführung als LP mit zehn Titeln (Katalognummer: 9 25342-1E). Im Jahr 1988 erschien es erstmals als CD-Ausführung (Katalognummer: 253422).

Vor dem Hintergrund des kommerziellen Erfolges des vorhergehenden Albums Eliminator nahm sich die Band mit dem Songwriting und den Studioaufnahmen mehr Zeit als gewöhnlich, weil es ihnen nahezu unmöglich erschien, den Erfolg zu wiederholen und weil sie das Gefühl haben wollten, ihr bestes gegeben zu haben. Im Vergleich zum Vorgängeralbum setzte die Band einen Drumcomputer sowie verstärkt Synthesizer (Fairlight CMI) ein, gespielt von dem Bassisten Dusty Hill:

Geschrieben wurden die Lieder gemeinsam von den ZZ-Top-Mitgliedern Frank Beard, Billy Gibbons und Dusty Hill. Für die Produktion zeichnete Bill Ham verantwortlich.

Stil Der Einsatz der Synthesizer wurde in den Album-Credits nicht erwähnt, um die Fans nicht vor den Kopf zu stoßen. Einerseits waren langjährige Fans von der Mischung aus Texas Blues und Synthesizern enttäuscht, andererseits erschloss sich die Band damit eine neue Hörerschaft, welche dem Album wie bereits dem Vorgänger Eliminator zu großem kommerziellen Erfolg verhalf und ZZ Top damit zu einer der bedeutendsten Rockbands der 1980er machte.

Inhalt Das Stück Rough Boy entstand vor dem Hintergrund, dass die Band zwar eine Ballade schreiben, damit aber die langjährigen Fans nicht vor den Kopf stoßen wollte. Aus Sicht der Band war der einzige Weg, dies umzusetzen, die Kombination aus balladesker Musik und einem Text, der von einem „harten Jungen“ handelt, mit dem sich ein Fan identifizieren kann. Das Stück Planet of Women wurde inspiriert von dem 1958 erschienenen Film In den Krallen der Venus mit Zsa Zsa Gabor in der Hauptrolle. Stages (dt. „Bühnen“) handelt vom Tourneeleben der Band, das Stück „Delirious“ bezeichnete Gibbons als „die Geschichte seines Lebens“. Die Idee zu Velcro Fly resultierte aus Gibbons Faszination für den Klettverschluss (engl. velcro). Zu diesem Lied entstand später ein Musikvideo mit einem Velcro dance, an dem Paula Abdul als Tänzerin mitwirkte. Der Text zu Woke up With Wood ist anzüglicher Natur, er handelt vom morgendlichen erigierten Penis und basiert auf einer Begebenheit in einem Skiurlaub von Gibbons.

Titelliste Sleeping Bag – 4:02 Stages – 3:32 Woke up With Wood – 3:45 Rough Boy – 4:50 Can’t Stop Rockin – 3:01 Planet of Women – 4:04 I Got the Message – 3:27 Velcro Fly – 3:29 Dipping Low (In the Lap of Luxury) – 3:11 Delirious – 3:41

Singleauskopplungen

Rezensionen Die Kritiken zum Album fielen gemischt aus, weil der Band vorgeworfen wurde, sie habe kommerzielle Interessen in den Vordergrund gestellt. Deborah Frost vom Musikmagazin Rolling Stone beklagte in ihrem zeitgenössischen Review den Gebrauch von Synthesizern und Drumcomputern, was zwar aus kommerzieller Sicht der richtige Schritt gewesen sei, der Musik allerdings ihre Seele nehme. So klinge die Musik teilweise nicht wie von Menschen gemacht; die eigentlich bluesige Stimme von Gibbons klinge durch den übertriebenen Einsatz technischer Effekte gefühllos. Das Onlinemagazin laut.de bemerkt, dass das Album besser „Eliminator II“ geheißen hätte, „der bis dahin typische ZZ Top-Sound geht in technischen Spielereien unter, die überproduziert und im negativen Sinne opulent wirken“. Stephen Thomas Erlewine von Allmusic bezeichnet das Album als genau das, was die Käufer nach „Eliminator“ von ZZ Top erwarteten, wenngleich die Band immer noch die „lil’ ol’ blues band from Texas“ geblieben sei. Er resümiert, dass das Album dem Zeitgeist entsprochen habe, denn kein Hardrock-Album habe noch künstlicher geklungen und kein Bluesrock-Album habe noch weniger Blues geboten als Afterburner.

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen Afterburner avancierte zum Nummer-eins-Album in Neuseeland.

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Album 1985 Kategorie:Album (Hard Rock) Kategorie:ZZ-Top-Album Kategorie:Mehrfach-Platin-Album (Vereinigte Staaten)