Die Stabsoffiziere bilden nach den Generälen die zweithöchste Dienstgradgruppe der Offiziere in der Bundeswehr und der Schweizer Armee. Sie umfasst im Wesentlichen die Dienstgrade vom Major bis zum Oberst bzw. vom Korvettenkapitän bis zum Kapitän zur See. Ursprünglich wurden damit alle Offiziere eines militärischen Stabes bezeichnet, diese heißen heute abgrenzend Offiziere des Stabes.

Bundeswehr Die Stabsoffiziere bilden eine Dienstgradgruppe der Bundeswehr. Die Dienstgradgruppe umfasst mehrere Offiziersdienstgrade unmittelbar unter den Generalen.

Dienstgrade Die Dienstgrade der Bundeswehr werden durch den Bundespräsidenten mit der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten auf Grundlage des Soldatengesetzes festgesetzt. Die Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere umfasst gemäß der Zentralen Dienstvorschrift A-1420/24 „Dienstgrade und Dienstgradgruppen“ mehrereInsgesamt umfasst die Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere Dienstgrade mit 19 verschiedenen Dienstgradbezeichnungen. Häufigste Dienstgradbezeichnung ist in der Praxis der Major. Am seltensten in der Truppe ist wohl die Dienstgradbezeichnung Oberstveterinär. Offiziersdienstgrade der drei Rangstufen unterhalb der Dienstgradgruppe der Generale, die aber für Heeres-, Luftwaffen- und MarineuniformträgerDie Bundeswehr bezeichnet als Heeres- bzw. Luftwaffen- bzw. Marineuniformträger alle Soldaten, die die Uniform der jeweiligen Teilstreitkraft tragen. Der Begriff umfasst also auch Soldaten außerhalb der drei Teilstreitkräfte, also beispielsweise im Unterstützungsbereich, vgl. oder Sanitätsoffiziere unterschiedlich lauten können.Die Zentrale Dienstvorschrift A-1420/24 „Dienstgrade und Dienstgradgruppen“ ersetzt die Abschnitte B 185 der Zentralen Dienstvorschrift 14/5 „Soldatengesetz“, wo die Dienstgradgruppen bisher festgelegt wurden. Der Text aus B 185 ZDv 14/5 wurde unverändert in die ZDv A-1420/24 übernommen. Vgl. Ranggleich sind unabhängig vom Uniformträgerbereich, Laufbahn und konkreter Dienstgradbezeichnung jeweils die Dienstgrade mit demselben, unten in den Tabellen angegebenen, NATO-Rangcode.

Folgende Tabellen fassen alle zur Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere zählenden Dienstgrade zusammen. Die zweite Tabelle umfasst die Dienstgrade für Sanitätsoffiziere, die erste für alle anderen Offiziere. Die jeweils linke Spalte der ersten Tabelle nennt die Dienstgrade für Heeres- und Luftwaffenuniformträger, die zweite die Dienstgrade für Marineuniformträger. Diese Gliederung wird in der zweiten Tabelle analog fortgeführt, wobei hier jeweils die nach Approbationsfach häufig unterschiedlich lautenden Dienstgrade einer Rangstufe jeweils unter dem Dienstgradabzeichen für Humanmediziner für Marineuniformträger einerseits und Heeres- und Luftwaffenuniformträger andererseits zusammengefasst werden. Angegeben sind in den Tabellen jeweils auch der entsprechende NATO-Rangcode, die nach „ZDv 64/10 – Abkürzungen in der Bundeswehr“ definierten allgemeinen Abkürzungen sowie die Abkürzungen in Listen und die Besoldungsgruppe für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit nach Bundesbesoldungsordnung.

Dienstgradgruppe Stabsoffiziere (außer Sanitätsoffiziere) Schulterklappefür Jacke des Dienstanzugesbzw. Ärmelabzeichen 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Majors auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Korvettenkapitäns (Truppendienst oder militärfachlicher Dienst) auf dem Unterärmel der Jacke des Dienstanzuges für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Oberstleutnants der Heeresflugabwehrtruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Fregattenkapitäns (Truppendienst oder militärfachlicher Dienst) auf dem Unterärmel der Jacke des Dienstanzuges für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Obersten der ABC-Abwehrtruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Kapitän zur See (Truppendienst oder militärfachlicher Dienst) auf dem Unterärmel der Jacke des Dienstanzuges für Marineuniformträger Dienstgrad Major Korvettenkapitän Oberstleutnant Fregattenkapitän Oberst Kapitän zur See Abkürzung Maj/M KKpt/KK Oberstlt/OTL FKpt/FK Oberst/O Kpt zS/KZS NATO-Rangcode OF-3 OF-4 OF-5 BesoldungsgruppeA13A14 oder A15A16, B2 oder B3

Sanitätsoffiziere Dienstgradgruppe Stabsoffiziere Schulterklappefür Jacke des Dienstanzugesbzw. Ärmelabzeichen**80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Oberstabsarztes (Approbation für Humanmedizin) der Sanitätstruppe auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Oberstabsarztes (Approbation für Humanmedizin) auf dem Unterärmel der Jacke des Dienstanzuges für Marineuniformträger80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Oberfeldarztes (Approbation für Humanmedizin) der Heeresfliegertruppe auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Flottillenarztes (Approbation für Humanmedizin) auf dem Unterärmel der Jacke des Dienstanzuges für Marineuniformträger80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Oberstarztes i. G. (Approbation für Humanmedizin) auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Flottenarztes (Approbation für Humanmedizin) auf dem Unterärmel der Jacke des Dienstanzuges für Marineuniformträger Dienstgrad Oberstabs­arztHZOberstabsapothekerPOberstabsveterinärT*** Oberfeld­arztHZOberfeldapothekerPOberfeldveterinärT*** FlottillenarztHZFlottillenapothekerP OberstarztHZOberstapothekerPOberstveterinärT*** FlottenarztHZFlottenapothekerP Abkürzung OStArzt / OSA OStAp / OSAP OStVet / OSV*** OFArzt / OFA OFAp / OFAP OFVet / OFV FltlArzt / FTLAPFltlAp / FTLAP Oberstarzt / OTAOberstAp / OTAPOberstVet / OTV FlArzt / FLAFlAp / FLAP NATO-Rangcode OF-3 OF-4 OF-5 BesoldungsgruppeA14*A15*A16, B2 oder B3 H Bezeichnung für approbierte HumanmedizinerZ Bezeichnung für approbierte ZahnmedizinerP Bezeichnung für approbierte Pharmazeuten (i. e. Apotheker)T Bezeichnung für approbierte Tiermediziner (i. e. Veterinär). Hinweis: Als Veterinäre werden nur Heeresuniformträger eingesetzt.* Im Vergleich zu anderen gleichrangigen Offizieren sind diese Sanitätsoffiziere eine Besoldungsgruppe höher eingeordnet.**Dargestellt ist stets das Dienstgradabzeichen für Humanmediziner.***Bezieht sich nur auf Heeresuniformträger, denn Veterinäre sind stets Heeresuniformträger.

Befehlsbefugnis und Dienststellungen Stabsoffiziere dienen als militärische Führer (ab der Ebene Einheitsführer/Kommandeur) sowie in Stäben.

Soldaten der Dienstgradgruppe Stabsoffiziere können auf Grundlage des § 4 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund des Dienstgrades“) der Vorgesetztenverordnung innerhalb der dort gesetzten Grenzen Soldaten der Dienstgradgruppe Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee und Unteroffizieren mit Portepee, Leutnanten und Hauptleuten Befehle erteilen.

Typisch für höhere Stabsoffiziere sind Verwendungen in leitenden Funktionen wie Dezernatsleiter, (Unter-)Abteilungsleiter in Kommandobehörden, Ämtern oder als Referatsleiter im Ministerium. Die übrigen Stabsoffiziere unterstützen sie dort als deren Referenten oder Adjutanten. Fachlich beschäftigen sie sich dort beispielsweise mit der Personal- und Materialplanung, der Strategieentwicklung oder der Einsatzplanung.

An allen Lehreinrichtungen (im Heer beispielsweise an einer Truppenschule oder Zentren) dienen Stabsoffiziere als Dozent, Hörsaalleiter oder Inspektionschef. Einige Oberste sind Kommandeure kleinerer Lehreinrichtungen und dann häufig für die Ausbildung und Weiterentwicklung ihrer Truppengattung verantwortlich.

Als Militärattaché, Adjutant des Ministers oder Verbindungsoffizier nehmen höhere Stabsoffiziere auch wichtige (militär-)politische Aufgaben wahr. In Verbänden ab Ebene Bataillon dienen Stabsoffiziere in Stäben. Dort sind sie Teils Chef des Stabes, teils Abteilungsleiter, die ein Führungsgrundgebiet verantwortlich bearbeiten. Im Stab unterstützen Stabsoffiziere unmittelbar den Kommandeur des Verbandes bei der Führung der Truppe. Einige Stabsoffiziere, vorrangig Soldaten in den Laufbahnen des Truppendienstes, werden in der Truppe auch als militärische Führer von Verbänden eingesetzt. Typisch sind Verwendungen als Bataillons- und Regimentskommandeure, als Kommodore oder Kompaniechef usw.

Stabsoffiziere führen meist besonders wichtige Kompanien wie Stabs- und Versorgungskompanien oder sind Kommandant Stabsquartier. Ihre Verwendung als Brigadekommandeur ist dagegen eher selten. Stabsoffiziere sind häufig auch Stellvertreter der oben aufgezählten Kommandeure und daher ggf. auch Kommandeur Brigadeeinheiten oder (seltener) Kommandeur Divisionstruppen. In der Luftwaffe dienen Stabsoffiziere auch als Luftfahrzeugführer. In der Marine führen Stabsoffiziere als Kommandant und Erster Offizier alle größeren Schiffe. Stabsoffiziere im Sanitätsdienst der Bundeswehr praktizieren häufig als Truppen- oder Schiffsarzt, sind Apotheker in einer der Bundeswehrapotheken oder Arzt in einem beweglichen Arzttrupp.

Vorrangig an den Bundeswehrkrankenhäusern erhalten die Stabsoffiziere eine Ausbildung zum Facharzt. Erfahrenere Stabsoffiziere sind als Fachärzte in den medizinischen Einrichtungen der Bundeswehr tätig. Sie sind dann wie zivile Ober- und Chefärzte dort teils auch Leiter der Abteilungen oder dislozierter Fachsanitätszentren. In der Truppe werden sie auch als Kompaniechef, Kommandeur eines Lazarett- oder Sanitätsregiments, Veterinäre auch als Kommandeur Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230, vorrangig Apotheker als Kommandeure der Versorgungs- und Instandsetzungszentren für Sanitätsmaterial eingesetzt.

Wie Truppenoffiziere sind Stabsoffiziere daneben in den Kommandobehörden, Ämtern und Lehr- und Forschungseinrichtungen des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr auf Verwaltungsposten und in der Lehre tätig. In den kleineren Teilbereichen des Sanitätswesens (Wehrveterinärwesen und Wehrpharmazie) sind die obersten Stabsoffiziere Inspizient des jeweiligen Fachgebiets. Stabsoffiziere im Militärmusikdienst sind Leiter dieses Fachdienstes oder nehmen als Chef eines Musikkorps oder dessen Stellvertreter herausgehobene Spitzenpositionen ein. Einige der oben aufgeführten (vor allem höhere) Stabsoffiziere in den Stäben dienen auf Dienstposten für Offiziere im Generalstabsdienst.Sie führen dann den Dienstgradzusatz „i. G.“ Marineuniformträger werden nicht entsprechend „gekennzeichnet“, wenn sie auf einem Generalstabsdienstposten dienen. Generalstabsoffiziere haben in der Regel bereits vor Ernennung zum Stabsoffizier den Generalstabsdienstlehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr absolviert und zählen zum Kreis derer, die später in die Dienstgradgruppe der Generale aufsteigen können.

Aufgrund dieser und ähnlicher Dienststellungen können Stabsoffiziere in den in der Vorgesetztenverordnung aufgezählten Fällen allen dienstlich oder fachlich unterstellten Soldaten Befehle erteilen. Kompaniechefs, Brigade-, Bataillons- und Regimentskommandeure, Kommodoren, Inspektionschefs und Schulkommandeure usw. sind als Einheitsführer Disziplinarvorgesetzter der ihnen truppendienstlich unterstellten Soldaten gemäß Wehrdisziplinarordnung.

Ernennung und Besoldung