mini|Luftaufnahme der Stadt von Südwesten mini|Schule Volary mini|Bahnhof Volary Volary (: Wallern) ist eine Stadt in der Region Südböhmen in der Tschechischen Republik im Bezirk Prachatice. Sie liegt etwa 16 Kilometer südwestlich von Prachatice im Böhmerwald, etwa 100 Straßenkilometer östlich von Deggendorf und 160 km südlich von Prag.
Geographie Lage Volary befindet sich südöstlich des Bobík (Schreiner, 1264 m n.m.) in der Volarská kotlina (Wallerer Ebene), die gegen Süden durch eine Hügelkette von der Vltavická brázda (Moldaufurche) abgetrennt wird. Die Stadt wird vom Bach Volarský potok durchflossen. Sechs Kilometer südlich von Volary vereinigen sich im Moor Mrtvý luh die Warme und Kalte Moldau zur Moldau. Nördlich erheben sich der Kleine Steinberg (874 m n.m.) und der U Myslivem (891 m n.m.), im Nordosten der Vysoký les (Hochwiese, 942 m n.m.), die Zlatá stezka (Kronetberg, 920 m n.m.), die Ořechovka (919 m n.m.) und der Kamenáč (899 m n.m.), östlich der Větrný (Lichtenberg, 1051 m n.m.), südöstlich der Na Skále (Großer Steinberg, 1011 m n.m.), die Doupná hora (Schusterberg, 1052 m n.m.), die Křemenná (Steinschicht, 1085 m n.m.) und der Mechový vrch (Maystadt, 1012 m n.m.), im Südwesten der Lískovec (Sipplberg, 834 m n.m.), westlich die Smolná hora (883 m n.m.) sowie im Nordwesten der Dvorský vrch (Brix, 914 m n.m.), die Jedlová (Stögerberg, 1088 m n.m.), die Hochmark und der Bobík. Durch Volary führt die Staatsstraße I/39 zwischen Vimperk und Horní Planá, von der im Ortskern die Straße II/141 nach Prachatice abzweigt. Die Stadt liegt an den Bahnstrecken Číčenice–Haidmühle und Strakonice–Volary.
Gemeindegliederung mini|links|Stadtgliederung Die Stadt Volary besteht aus den Ortsteilen Chlum (Humwald), Mlynářovice (Müllerschlag) und Volary (Wallern).http://www.uir.cz/casti-obce-obec/550671/Obec-Volary Grundsiedlungseinheiten sind Cudrovice (Zuderschlag), Chlum, Horní Sněžná (Oberschneedorf), Jedlová, Krejčovice (Schneiderschlag), Milešice (Oberschlag), Mlynářovice, Průmyslový obvod, Sídliště, Soumarský Most (Säumerbrück), Stögrova Huť (Stögerhütte), U Lexova mlýna, Účelové zařízení, Volary-střed und Za pivovarem.http://www.uir.cz/zsj-obec/550671/Obec-Volary
Zu Volary gehören außerdem die Weiler und Einschichten Brixovy Dvory (Brixhof), Chalupy nach Blatech (Mooshäuser), Dolní Sněžná (Unterschneedorf), Meindlova Pila (Meindlsäge), Milešická hájenka (Farbenheger), Mlynařovická myslivna (Müllerschlager Forsthaus), Myslivny (Jägerhäuser), Nové Chalupy (Neuhäuser), Planerův Dvůr (Planerhof), Plešivec (Kolmberg), Sipplovy Dvory (Sipplhof), Svatá Magdaléna (St. Magdalena), U Bašty (Schusterwiesenhäuser) und Zelené Dvory (Grünhof). Im Gebiet der Gemeinde befinden sich die Wüstungen Dvojdomí (Bei den zwei Häusern), Jodlovy Chalupy (Jodlhäuser), Kollerhaus, Kuberna (Kubern), Lexův Mlýn (Lexmühle), Putín und U kováře Lukše (Stalliesel Luksch).
Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Cudrovice, Chlum u Volar, Horní Sněžná, Krejčovice, Milešice, Mlynářovice u Volar und Volary.http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/550671/Obec-Volary
Nachbargemeinden
Nachbarorte sind Milešice und Mlynářovice im Norden, Křišťanovice, Blažejovice, Zbytiny und Svatá Magdaléna im Nordosten, Dolní Sněžná und Arnoštov im Osten, Horní Sněžná im Südosten, Pěkná, Chlum und Smolná Pec im Süden, Černý Kříž, Stožec und Dobrá im Südwesten, Soumarský Most, Stögrova Huť und Lenora im Westen sowie Zátoň und Kaplice im Nordwesten.
Geschichte links|mini|Wallerer Häuser (Aufnahme von Rudolf Bruner-Dvořák, 1900) mini|Denkmalgeschütztes Holzhaus Soumarská 56 links|mini|Kirche St. Katharina mini|Kapelle des hl. Florian mini|Volarské menhiry mini|Die deutsche Bevölkerung von Volary wurde am 11. Mai 1945 vom US-Militär zum Vorbeigehen an Opfern des Todesmarsches gezwungen mini|Friedhof der Opfer des Todesmarsches mini|Skulptur am Friedhof der Opfer des Todesmarsches Wallern wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts durch das Kollegiatstift Vyšehrad als Säumersiedlung mit Nachtlager im Zuge der Neutrassierung des Prachatitzer Steiges gegründet. Dabei wurde anstelle des durch das Tal der Kalten Moldau und bei Pěkná und Zbytiny über den Gebirgskamm führenden alten Steiges ein neuer Handelsweg angelegt, der über den Haidel und České Žleby sowie bei Soumarský Most in einer Furt durch die Sümpfe der Warmen Moldau und schließlich durch die Volarská kotlina nach Prachatice geführt wurde. Es wird angenommen, dass die ersten Siedler aus dem Hochstift Passau kamen. Der Ortsname leitet sich wahrscheinlich von Waldbewohner („ze den waldaeren“) her.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wallern 1359 im Zusammenhang mit dem Prachatitzer Ratsmitglied Andreas de Wallerii. Der tschechische Ortsname lässt sich erstmals 1410 in der Namensform z Wollar nachweisen. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war Wallern zum bedeutendsten Säumerzentrum am böhmischen Teil des Goldenen Steiges angewachsen und erlangte vermutlich in dieser Zeit auch das Marktrecht. Bis zu den Hussitenkriegen gehörte Wallern zu den Besitzungen des Vyšehrader Stiftes und fiel dann der königlichen Kammer zu. Danach wurde der Verkehr auf dem Goldenen Steig durch herumziehende Söldnerbanden stark beeinträchtigt. König Sigismund verpfändete 1437 die Herrschaft Wallern an Jan Smil von Krems auf Burg Gans. Jan Smil lieferte sich mit Ulrich von Rosenberg zahlreiche Fehden und wurde 1439 von diesem auf der Burg Krumau gefangen genommen. Daraufhin bemächtigte sich Raubritter Habart Lopata von Hrádek der einstigen Schutzburg Gans und benutzte sie als Schlupfwinkel für seine Überfälle auf durchreisende Kaufleute auf dem Goldenen Steig; 1441 wurde das Raubnest eingenommen und geschleift. Im Jahre 1444 bemächtigte sich Ulrich von Rosenberg mittels einer gefälschten Urkunde der Herrschaft Wallern, die er 1457 den Brüdern Prokop und Johann von Rabenstein überließ. Zwischen 1493 und 1501 war die Herrschaft Wallern an die Herren von Raupowa verpfändet. Ab 1503 gehörte sie erneut den Herren von Rosenberg, von denen Wallern das Recht zur kostenlosen Entnahme von Bau- und Brennholz sowie der Weidung des Viehs in den herrschaftlichen Wäldern bis in eine Entfernung von vier Stunden erhielt. In den 1506 durch Peter von Rosenberg erteilten Privilegien als ausschließliche Säumerherberge zwischen Prachatitz und der baierischen Grenze wurde Wallern erstmals ein Marktflecken genannt. Während der Blütezeit des Passauer Salzhandels gab es während des 16. Jahrhunderts in Wallern 13 Gasthäuser und vier Schmieden für die Säumer. Zu dieser Zeit erfolgte auch der Bau der ortstypischen alpinen Häuser. 1591 erhielt Sigmund Stöger von Wilhelm von Rosenberg das Privileg zum Betrieb einer Spiegelhütte bei Wallern. Peter Wok von Rosenberg erweiterte die Wallerer Privilegien 1596 um das Recht zur Beschlagnahme der Pferde und Ladung fremder Säumer, die zum Nachteil des Marktes vom Goldenen Steig abwichen und andernorts ihre Ware verkauften, wobei das konfiszierte Gut jeweils zur Hälfte dem Markt Wallern und der Obrigkeit zufiel. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gehörte die Herrschaft der Katharina von Gutenstein und fiel dann wieder der Hofkammer zu. König Rudolf II. bestätigte 1608 dem Marktflecken sämtliche Privilegien mit Ausnahme des Konfiskationsrechtes für Ross und Ladung. Ferdinand II. überließ die Herrschaft Wallern am 23. Dezember 1622 an Hans Ulrich von Eggenberg. Der Dreißigjährige Krieg führte zum Niedergang des Salzhandels auf dem Goldenen Steig, stattdessen diente er dem kaiserlichen Heer als Aufmarsch- und Versorgungsweg. Auch nach Kriegsende gelangte der Handel auf dem Goldenen Steig wegen hoher Schutzzölle auf bayerisches und Passauer Salz und verstärkter Einfuhr österreichischen Salzes aus Gmunden nie wieder zu alter Blüte. Im Jahre 1679 zerstörte ein Großbrand 45 Häuser. 1693 stifteten die Brüder Johann, Georg und Kaspar Stegbauer in Wallern ein Spital für vier Pfründler. Während des Spanischen Erbfolgekrieges verbot Joseph I. schließlich die Einfuhr bayerischen und Passauer Salzes nach Böhmen und hob das Prachatitzer Salzstapelrecht auf. Nachdem die Fürsten von Eggenberg 1717 im Mannesstamme ausstarben, fiel die Herrschaft den Fürsten zu Schwarzenberg zu, in deren Besitz sie bis 1848 blieb. Nach dem Wegfall des Salzhandels war der Goldene Steig bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts in die Bedeutungslosigkeit herabgesunken; dies führte auch zum Niedergang von Wallern. Weitere große Brände gab es in den Jahren 1715, 1719 und 1754. Im Jahre 1754 brannte die Kirche St. Katharina nach einem Blitzeinschlag nieder, nach ihrem Wiederaufbau wurde die Kirche 1756 geweiht. Der Markt wurde von einem regulierten Magistrat geleitet. Im Jahre 1807 wurde die Spiegelglashütte in Stögerhütten stillgelegt. Da das Wallerner Nutzungs- und Weiderecht in den herrschaftlichen Wäldern mit deren zum Ausgang des 18. Jahrhunderts begonnenen forstwirtschaftlichen Nutzung zu zunehmenden Irritationen führte, schloss Joseph II. Fürst zu Schwarzenberg im Jahre 1816 mit dem Wallerer Magistrat einen Rezess über die Ablösung des weiträumigen Nutzungs- und Weiderechts und übereignete dem Markt 5436 Joch 941 Quadratklafter Wald um den Schreiner, den Lichtenberg und die Maystadt. Der nur für Saumpferde nutzbare alte Goldene Steig wurde im 19. Jahrhundert als Verkehrsweg nach Bayern abgeworfen und sank zum Saumweg mit lediglich regionaler Bedeutung herab. Ersetzt wurde er durch die Kunststraßen nach Prachatitz bzw. Obermoldau. 1833 errichtete der in Wallern geborene Besitzer der Herrschaft Liboch, Jakob Veith ein weiteres Gestift von 2000 Gulden, das der besseren Subsistenz des Magistrats diente.