mini|Friederike von Alvensleben Friederike Caroline von Alvensleben, geschiedene Döbbelin, geb. von Klinglin (* 5. März 1739 in Brüssel;Das oft zitierte Geburtsdatum 5. März 1749 ist unglaubhaft, da sie dann im Alter von 13 Jahren geheiratet hätte und mit 14 Jahren Mutter geworden wäre. Es wird auch das Geburtsjahr 1745 (GND) angegeben. Als Geburtsort wird auch Straßburg genannt. † 10. April 1799 in Redekin) wurde als deutsche Schauspielerin bekannt unter dem Namen Friederike Caroline Döbbelin.
Familie Ihre Herkunft wurde nie vollständig aufgeklärt. Nach der Familienüberlieferung soll sie aus der elsässischen Familie von Klinglin stammen und in einem Kloster aufgewachsen sein.Als ihr Vater wird sowohl der Straßburger königliche Prätor François Joseph de Klinglin vermutet als auch ein Oberstleutnant Klinglin genannt. Sie wurde in der Familie des Prinzipals Konrad Ernst Ackermann als Pflegekind aufgenommen, erhielt eine Ausbildung in Schauspiel und Ballett und war seit 1761 Mitglied der Ackermannschen Truppe. Dort lernte sie den verwitweten Karl Theophil Döbbelin kennen, den sie 1762 unter dem Pseudonym Anna Catharina Friderici heiratete. 1763 wurde der Sohn Conrad Carl Casimir geboren. 1764 verließ sie Ackermann und ging mit ihrem Ehemann zu Franz Schuch d. J. nach Berlin, wo sie unter dem Künstlernamen Friederike Neuhoff auftrat. 1770 wurde der Sohn Friedrich geboren († 1784, Selbstmord), der wie sein älterer Bruder Schauspieler wurde. Sie war Pflegemutter von Auguste Lange, der sie Schauspielunterricht erteilte und die ihren Enkel Conrad Carl Theodor Ernst Döbbelin heiratete. Nach der Geburt ihres Sohnes August im Jahr 1775 trennte sie sich von ihrem Mann, die Ehe wurde 1776 geschieden und sie heiratete in zweiter Ehe den Kammerherrn Johann Friedrich von Alvensleben (1736–1819), den Vater ihres Sohnes August und Bruder des Landrats Gebhard XXVIII. von Alvensleben. Mit ihm hatte sie sechs Kinder, darunter den späteren Landrat Eduard von Alvensleben (1787–1876). Der Schriftsteller Ludwig von Alvensleben (1800–1868) war ihr Enkel.
Leben Als Frau des Direktors der bekannten deutschen Theatergruppe, dessen Hauptleistung es war, dem deutschsprachigen Theater in Deutschland Geltung geschaffen zu haben, spielte sie in Braunschweig, Magdeburg, Leipzig, Halle und Berlin zumeist die Hauptrollen in den Dramen von Gotthold Ephraim Lessing, unter anderen als „Emilia Galotti“ (in der Uraufführung am 13. März 1772 in Braunschweig) und „Minna von Barnhelm“ (in der Berliner Erstaufführung am 21. März 1768). Ihr Schauspielerkollege Joseph Anton Christ schilderte sie in seinen Memoiren als „Dame, schlank wie eine Birke und schön wie Cythere (=Aphrodite).“ Nach ihrer zweiten Heirat verließ sie das Theater und lebte mit ihrer Familie zunächst in Vienau und später in Redekin, wo sie mit ihrem zweiten Ehemann auf dem Kirchhof der Dorfkirche Redekin begraben liegt.
Literatur Joseph Anton Christ: Schauspielerleben im achtzehnten Jahrhundert. München und Leipzig 1912, 336 S. W. Becker: Die Döbbelinsche Theatergesellschaft in Halle und Magdeburg. Montagsblatt – das Heimatblatt Mitteldeutschlands Nr. 14 Magdeburg 6. April 1936. Udo von Alvensleben: Besuche vor dem Untergang. Berlin, Frankfurt, Wien 1968, S. 164–166. Martin Wiehle: Altmark-Persönlichkeiten. Biographisches Lexikon der Altmark, des Elbe-Havel-Landes und des Jerichower Landes (= Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete. Bd. 5). Dr. ziethen verlag, Oschersleben 1999, ISBN 3-932090-61-6, S. 9. Hildegard Bernick: Eine Liebesgeschichte aus dem 18. Jahrhundert oder Geschichten vom Theater und der Wirklichkeit. Herausgeber: Förderkreis Schlosskirche Erxleben e.V., Juni 2011 (16 S.)
Weblinks
familie-von-alvensleben.de Kurzbiographien der von Karoline Kummerfeld erwähnten Schauspielerinnen und Schauspieler, S. 1025. PDF. Abgerufen am 24. Juni 2026
Anmerkungen
Kategorie:Theaterschauspieler ⚭Friederike Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1739 Kategorie:Gestorben 1799 Kategorie:Frau