Willi (eigtl. Heinrich Wilhelm) Schäferdiek (Pseudonym: Hermann Domhoff, * 19. Januar 1903 in Speldorf/Mülheim (Ruhr); † 26. März 1993 in Troisdorf) war ein deutscher Schriftsteller.
Leben Willi Schäferdiek entstammte einer Arbeiterfamilie. Nach dem Tod des Vaters im Jahre 1916 war Schäferdiek gezwungen, durch Arbeit in einer Schreinerei zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Ab 1917 studierte er am Lehrerseminar in Kettwig. Er brach das Studium 1921 ab und war anschließend in verschiedenen Berufen tätig, u. a. als Bankangestellter und Buchhändler. Ab 1926 war er Dramaturg beim Westdeutschen Rundfunk in Köln. Als im Wesentlichen unpolitischer Autor konnte er seine Karriere im Nationalsozialismus fortsetzen. Am 12. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.613.884).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/36720029 Ebenfalls 1937 wechselte er zum Reichssender Saarbrücken und 1939 schließlich zum Deutschen Kurzwellensender in Berlin. Ab 1944 nahm er als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. Er geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung ging er 1945 nach Siegburg, wo er sich als freier Schriftsteller niederließ. Einer seiner Söhne ist der Kirchengeschichtler Knut Schäferdiek.
Willi Schäferdieks Werk umfasst Erzählungen, Romane, Gedichte, Dramen und Hörspiele. Während seine ersten Werke noch von pathetischer Sozialkritik geprägt sind, verlegte er sich später auf die dramatische und epische Darstellung revolutionärer historischer Persönlichkeiten wie Thomas Müntzer und Napoleon. Neben seinen literarischen Werken verfasste Schäferdiek seit den Fünfzigerjahren als Auftragsarbeiten auch Firmengeschichten.
Ehrungen Schäferdiek wurde am 5. September 1988 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
Werke Mörder für uns, Bonn 1927 Vom Ende einer Kreatur, Berlin 1928 Ende der Kreatur, Dresden 1930 Der Trommler Gottes, München 1934 Zuma, Saarlouis 1935 Der rheinische Eulenspiegel, Borna [u. a.] 1936 Wer ist mit im Spiel?, Rösrath b. Köln 1936 Matthias Tobias, Leipzig 1938 Marina zwischen Strom und Moor, Salzburg [u. a.] 1939 Die Eierfahrt und andere Volksgeschichten, Wien [u. a.] 1942 Schinderhannes, Berlin 1942 (zusammen mit Gustav Kneip) Kleines Bilderbuch der Kindheit, Berlin 1944 Gestern so wie heute, Rheinhausen 1949 Der Leibarzt Seiner Majestät, Aschaffenburg 1951 Rebell in Christo, Hattingen (Ruhr) 1953 100 Jahre im Dienste der Allgemeinheit, Siegburg 1954 50 Jahre Gemeinde-Sparkasse Hennef, Sieg, Hennef-Sieg 1955 Zeigt her eure Füßchen, Weinheim/Bergstr. 1957 (zusammen mit Gustav Kneip) Vom Werden und Wachsen unseres Hauses, Siegburg 1963 Das tausendjährige Dollendorf, Bonn 1966 Rolf Bongs, ein Schriftsteller der Gegenwart, München 1970 Gesammelte Bühnenwerke, Siegburg 1981 Casanovas verschwiegenes Abenteuer, Siegburg 1982 Oh Flügelschlag des Bussards, Siegburg 1982 Dreiklang, Siegburg 1984 Lebens-Echo, Düsseldorf 1985 "Ich war mit dabei", Siegburg 1991
Herausgeberschaft Das Lied der Front, Wolfenbüttel (zusammen mit Alfred-Ingemar Berndt und Gustav Kneip) 1 (1940) 2 (1940) 3 (1940) Friedrich Gerstäcker: Die Regulatoren in Arkansas, Kempen-Niederrh. 1948 Deutschland im Volkslied, Frankfurt [u. a.] 1958 (zusammen mit Gustav Kneip)
Literatur Ingrid Scheffler: Schriftsteller und Literatur im NWDR Köln (1945–1955). Personen, Stoffe, Darbietungsformen. Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam 2005.
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Einzelnachweise
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