Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Fläche: 181 km² Gliederung: 14 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 29.929 (31. Dez. 2009) Adresse desDekanatamtes: Hunnenstr. 1074613 Öhringen Dekan: vakant Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Öhringen innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Öhringen war ein Kirchenbezirk der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet war deckungsgleich mit dem Dekanat Öhringen. Zum 1. Januar 2025 ging er im Kirchenbezirk Hohenlohe auf.
Geografie Der Kirchenbezirk Öhringen lag im Norden der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste den Süden und Westen des Hohenlohekreises, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Bretzfeld (nur die Ortsteile Adolzfurt und Scheppach, die anderen Ortsteile gehören zum Kirchenbezirk Weinsberg-Neuenstadt), Forchtenberg, Kupferzell, Neuenstein, Öhringen, Pfedelbach, Waldenburg und Zweiflingen sowie die Ortsteile Arnsdorf, Braunoldswiesen, Herdtlingshagen und Reisachshof der Gemeinde Braunsbach und Brachbach und Leipoldsweiler (Utzenhof) der Gemeinde Untermünkheim im Landkreis Schwäbisch Hall.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Öhringen grenzte an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Künzelsau, Schwäbisch Hall, Weinsberg-Neuenstadt (alle Prälatur Heilbronn).
Geschichte mini|Stiftskirche und Schloss in Öhringen Das Gebiet des Dekanats Öhringen gehörte vor 1803 zur historischen Landschaft Hohenlohe, das teilweise in mehrere Linien aufgeteilt war. Eine Residenz der Grafen bzw. Fürsten von Hohenlohe war Öhringen. Die Reformation in diesem Raum wurde bis 1556 eingeführt. Danach war Öhringen Sitz des Generalkonsistoriums, also der kirchlichen Verwaltungsbehörde der gesamten Grafschaft Hohenlohe. Der Stiftsprediger in Öhringen war zugleich Generalsuperintendent, obwohl dieser Titel von den Geistlichen selten oder gar nicht verwendet wurde. Erst im 18. Jahrhundert ist der Begriff „Obersuperintendent“ oder „Obersuperattenden“ überliefert. Das Amt hatte jedoch nicht immer der Stiftsprediger in Öhringen inne, sondern z. B. auch der Pfarrer in Kupferzell. Nach dem Übergang an Württemberg wurde Öhringen 1807 Sitz eines württembergischen Dekanats. Die Stelle des Dekans war dann mit dem Prediger an der Stiftskirche verbunden, wenngleich sie in der Folgezeit teilweise oftmals auch nur provisorisch besetzt war, d. h. der eigentliche Amtsinhaber den Dienst z. B. altershalber nicht mehr leisten konnte. Das Dekanat Öhringen gehörte zunächst zum Generalat Schöntal, ab 1823 zur Generalsuperintendenz Schwäbisch Hall und seit 1913 zur Generalsuperintendenz Heilbronn, aus der die heutige Prälatur Heilbronn hervorging.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinde Gnadental und Neunkirchen in den Kirchenbezirk Schwäbisch Hall umgegliedert. Mit Wirkung vom 1. Januar 2003 wurde auch die Kirchengemeinde Geißelhardt in den Kirchenbezirk Schwäbisch Hall umgegliedert.
Zum 1. Januar 2020 wurde die Kirchengemeinde Langenbeutingen im Zuge der Fusionierung der Kirchenbezirke Weinsberg und Neuenstadt am Kocher dem neugebildeten Kirchenbezirk Weinsberg-Neuenstadt zugeordnet.Katharina Müller: "Fusion der evangelischen Kirchenbezirke Neuenstadt und Weinsberg", in: Heilbronner Stimme vom 15. Januar 2020 (auf www.stimme.de abgerufen am 26. Juli 2021)
Zum 1. Januar 2025 fusionierte der Kirchenbezirk mit den Kirchenbezirken Künzelsau und Weikersheim zum Kirchenbezirk Hohenlohe.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Der Dekan ist zugleich einer der Pfarrer an der Stiftskirche in Öhringen. Derzeit (Februar 2024) ist das Amt vakant.
Dekane des Kirchenbezirks Öhringen seit 1807 noch nicht komplett 1807–1812 Johann Wilhelm Hick 1812–1829 Karl Friedrich Eichhorn; er war bereits seit 1809 Dekansverweser 1830–1847 Karl Friedrich Dietzsch; er war ab 1829 Dekansverweser 1847–1875 Gustav Adolf Dietzsch, Dekansverweser 1875–1877 Adolf Friedrich Fischer 1878–1901 Wilhelm Christian Heinrich Eidenbenz; er war bis 1895 nur Dekansverweser 1902–1926 Konrad Maisch 1926–1948 Gottlob Faber 1948/49–1954 Walter Röcker (1900–1954) 1955–1969 Martin Lang (1904–1988) 1969–1980 Willi Köpple 1980–1996 Adolf Erdmann (* 1933) 1997–2015 Joachim Stier (* 1949) 2015–2023 Sabine Waldmann
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Öhringen gab es zuletzt 14 Kirchengemeinden. Davon haben sich drei Kirchengemeinden zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Das Gebiet des Kirchenbezirks Öhringen gehörte überwiegend zur historischen Landschaft Hohenlohe. Die Grafen von Hohenlohe führten ebenso wie Württemberg früh die Reformation ein. Daher ist das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt daher fast in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In allen Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu und errichteten dort zum Teil eigene Kirchengemeinden und Kirchen.
Kirchengemeinde Adolzfurt-Scheppach mini|120px|Marien-Kirche in Adolzfurt Die Kirchengemeinde Adolzfurt-Scheppach (ca. 1.270) umfasst die Ortsteile Adolzfurt, Scheppach, Hälden, Hahnenbusch, Hohenacker und einige kleinere Wohnplätze der Gemeinde Bretzfeld. Im Mittelalter war Adolzfurt kirchliche Filiale von Unterheimbach (Kirchenbezirk Weinsberg). Eine dem Kloster Lichtenstern gehörige Kapelle zu Unserer Lieben Frau in Adolzfurt kam 1563 an Hohenlohe-Langenburg. 1613 wurde in Adolzfurt eine eigene Pfarrei eingerichtet. Nach Plänen des Baumeisters Heinrich Schickhardt und unter Bauleitung des Burgvogts von Neuenstein, Georg Kern, wurde die Marienkirche 1618–1621 zur Querkirche umgebaut und nach Süden erweitert mit Dreiseiten-Empore, Herrengestühl entlang der 5/8-Chorwand und Patronatsempore gegenüber der Kanzel. Der frei stehende Altar mit seinem hölzernen Aufsatz (Kruzifix, Maria und Johannes; eine Sägearbeit mit plastischer Wirkung) stammt von 1684. Die Kirche wurde 1945 teilweise zerstört und konnte bis 1953 wieder aufgebaut werden. Der Künstler Wolf-Dieter Kohler schuf 1967 drei Chorfenster (in den Maßwerken von links nach rechts: Schöpferhand, Opfersymbol Pelikan, himmlisches Jerusalem. In den Motivfenstern links: Verkündigung an Maria, Geburt, Darstellung Jesu im Tempel; Mitte: Abendmahl, Gethsemane, Kreuzigung; rechts: Auferstehung, Emmaus, Begegnung des Auferstandenen mit Jüngern und Thomas).
Scheppach war ursprünglich eine kirchliche Filiale von Waldbach (ebenfalls Kirchenbezirk Weinsberg). Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 10. Januar 1951 wurde die Kirchengemeinde Scheppach von der Gesamtkirchengemeinde Waldbach gelöst und dem Pfarramt Adolzfurt und damit dem Kirchenbezirk Öhringen zugeordnet. Beide Kirchengemeinden (Adolzfurt und Scheppach) bildeten dann die Gesamtkirchengemeinde Adolzfurt. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 28. August 1984 wurden sowohl die Kirchengemeinde Scheppach als auch die Gesamtkirchengemeinde Adolzfurt aufgelöst. Die evangelischen Bewohner von Scheppach wurden der Kirchengemeinde Adolzfurt zugeordnet, die gleichzeitig in Kirchengemeinde Adolzfurt-Scheppach umbenannt wurde.
Kirchengemeinde Baumerlenbach-Ohrnberg mini|links|120px|Evangelische Kirche Baumerlenbach Zur Kirchengemeinde Baumerlenbach-OhrnbergWebsite der Kirchengemeinde. haben sich 2021 drei bis dahin selbständige Kirchengemeinden zusammengeschlossen. Sie umfasst die Stadtteile Baumerlenbach, Möglingen und Ohrnberg der Stadt Öhringen sowie die Ortsteile Eichach und Pfahlbach der Gemeinde Zweiflingen.
Eine Kirche St. Salvator und St. Maria in Baumerlenbach wird bereits 787 erstmals erwähnt, als sie von Hiltisnot dem Kloster Lorsch geschenkt wurde. 1037 gelangte sie an das Stift Öhringen. Zu ihrem Sprengel gehörte auch Möglingen und das spätere Ohrnberg. Nach Aufhebung des Stifts wurde die Kirche hohenlohisch. Die Kirche war ursprünglich wohl ein Adelshof. Die heutige Kirche wurde 1737 neu erbaut und 1966/67 renoviert. Der Chorturm hat noch romanische Fundamente. Das Pfarramt Baumerlenbach betreut auch die Nachbarkirchengemeinde Möglingen.
mini|120px|Evang. Kirche Öhringen-Möglingen Seit dem 8. Jahrhundert war Möglingen eine Filiale von Baumerlenbach. Es bestand jedoch eine einschiffige Kapelle mit romanischen und gotischen Teilen sowie einem sechseckigen Ostturm, in der gelegentlich Gottesdienste stattfanden. 1759 wurde die Kirche neu erbaut.
mini|links|120px|Evang. Kirche Öhringen-Ohrnberg Die Ohrnberger Kirche war früher eine Filiale von Baumerlenbach und kam mit der Mutterkirche 1037 an das Stift Öhringen. Sie war im Mittelalter den Kirchenpatronen Basilides, Quirinius und Nabor geweiht. 1270 wurde erstmals eine Pfarrei Ohrnberg erwähnt. Die einschiffige Kirche mit Gewölbe-Fresken (Evangelistensymbole) im romanischen Turmchor (jetzt Sakristei) wurde 1370 gotisch sowie erneut 1601/02 durch Erweiterung des Schiffs nach Norden mit dortiger Dreiseiten-Empore, mit Altar und der darüber liegenden Kanzel sowie hufeisenförmig darauf ausgerichtetem Gestühl zur Querkirche umgebaut. 1704 erhielt der Turm ein Fachwerkgeschoss mit achteckigem Zelthelm. Die Emporenbrüstung besteht aus Leinwandbildern von Christus, den Aposteln und den Evangelisten. Das Schiff wurde von Oberbaurat Heinrich Dolmetsch 1900 renoviert und von Architekt Walther-Gerd Fleck 1962 restauriert.Walther-Gerd Fleck: Die ev. Kirche in Ohrnberg (Krs. Öhringen). Das ländliche Beispiel eines frühen protestantischen Predigtraumes; in: Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Stuttgart 1966, Heft 3/4, Seite 101–107 – PDF einsehbar - Der letzte Absatz des Artikels sowie die vorausgehende Kirchen-Aufzählung ist wegweisend für den Typus der protestantischen Querkirche
Kirchengemeinde Eschental mini|120px|Kilianskirche in Eschental Die Kirchengemeinde Eschental (ca. 750) umfasst die Ortsteile Eschental und Goggenbach der Gemeinde Kupferzell, den Ortsteil Arnsdorf der Gemeinde Braunsbach sowie die Wohnplätze Brachbach und Leipoldsweiler der Gemeinde Untermünkheim. Eine Kirche gibt es in Eschental schon seit dem Mittelalter. Sie wurde 1278 von den Herren von Limpurg der Johanniterkommende in Schwäbisch Hall gestiftet. Diese Kirche wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen. An ihrer Stelle wurde 1873/75 die heutige Kilianskirche durch Christian Friedrich von Leins im neoromanischen Stil erbaut. Deren Kirchenschiff wurde vor 1959 abgerissen und durch Architekt Wilhelm Tiedje 1959 an den neugotischen Turm ein Schiff in Zeltdachform angebaut. Der benachbarten Orte Goggenbach und Arnsdorf gehörten stets zu Eschental. Kirchen gibt es dort nicht. Heute gehört auch Rüblingen zur Kirchengemeinde Eschental. Es besaß eine Kapelle St. Georg, die 1430 erstmals erwähnt wurde, 1871/72 jedoch abgebrochen wurde.
Kirchengemeinde Forchtenberg mini|links|120px|Michaeliskirche (Forchtenberg), Turm