Mary Josephine Hull, geborene Mary Josephine Sherwood (* 3. Januar 1877 in Newtonville, Massachusetts; † 12. März 1957 in New York City) war eine US-amerikanische Schauspielerin. Sie arbeitete hauptsächlich am Theater und spielte insgesamt in nur fünf Spielfilmen, darunter aber in den Filmklassikern Arsen und Spitzenhäubchen und Mein Freund Harvey. Für letztgenannten Film gewann sie 1950 den Oscar in der Kategorie Beste Nebendarstellerin.

Leben Josephine Sherwood wurde vermutlich im Jahre 1877 in Newtonville geboren, sie selbst gab allerdings meistens das Geburtsjahr 1886 an. Gegen den Willen ihrer Eltern studierte sie Schauspielerei am New England Conservatory of Music und am Radcliffe College. 1905 begann ihre Schauspielkarriere auf der Bühne in Boston unter ihrem Geburtsnamen. Bereits ein Jahr später war sie erstmals am Broadway zu sehen, wo sie bis zum Februar 1955 in rund 40 Stücken spielte und einige ihrer größten Erfolge feierte. 1910 heiratete sie den Schauspieler Shelly Hull (1884–1919), einen älteren Bruder des Schauspielers Henry Hull. Sie trat fortan nicht mehr unter ihrem Mädchennamen, sondern unter dem Nachnamen ihres Mannes auf. Ihr Ehemann verstarb 1919 im Alter von nur 34 Jahren an einer durch die Spanische Grippe ausgelösten Lungenentzündung, weshalb sie sich einige Jahre bis 1923 von der Bühne zurückzog. Sie hatten keine Kinder und Josephine Hull heiratete auch nicht wieder.

1926 hatte sie ihren ersten großen Erfolg in dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Werk Craig’s Wife von George Kelly. In den nächsten Jahrzehnten feierte die kleine, etwas korpulente Charakterdarstellerin große Broadwayerfolge, unter anderem zwischen 1936 und 1938 mit dem Erfolgsstück You Can’t Take It With You, welches 1938 als Lebenskünstler zu einem großen Filmerfolg wurde, wobei Spring Byington im Film Hulls Rolle verkörperte.

In Hollywood spielte Josephine Hull dagegen nur in fünf Kinofilmen, meistens um ihre Broadway-Rollen in den Leinwandadaptionen zu verkörpern. So spielte sie in Arsen und Spitzenhäubchen (1944), basierend auf dem gleichnamigen Erfolgsstück, an der Seite von Cary Grant und Peter Lorre. Wie zuvor schon am Broadway verkörperten sie und Jean Adair liebenswerte ältere Damen, die ein mörderisches Geheimnis hegen. 1950 spielte Hull die hysterische Schwester von James Stewart in der Komödie Mein Freund Harvey. Sie hatte zuvor schon diese Rolle im mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Stück Mein Freund Harvey am Broadway übernommen. Für ihre schauspielerische Leistung in Mein Freund Harvey erhielt Josephine Hull 1951 jeweils den Golden Globe und den Oscar als Beste Nebendarstellerin. Danach drehte sie nur noch einen Kinofilm und spielte einige Gastrollen im Fernsehen.

Ihre letzte Rolle hatte Hull als rebellische Kleinaktionärin eines Großkonzerns in der erfolgreichen Broadway-Komödie The Solid Gold Cadillac, die von 1953 bis 1955 lief und auch mit der wesentlich jüngeren Judy Holliday verfilmt wurde. Ein Schlaganfall zwang Hull während der laufenden Produktion, sich in den Ruhestand zurückzuziehen, und sie starb am 12. März 1957 im Alter von 80 Jahren an einer Hirnblutung.

Broadwaykarriere 1907: The Law and the Man 1909: The Bridge 1923: Neighbors 1924: Fata Morgana 1925: Rosmersholm 1926: Craig’s Wife 1926: Daisy Mayme 1927: The Wild Man of Borneo 1928: March Hares 1928: The Beaux Stratagem 1928: Hotbed 1929: Before You’re 25 1930: Those We Love 1930: Midnight 1931: Unexpected Husband 1931: After Tomorrow 1932: A Thousand Summers 1933: American Dream 1933: A Divine Drudge 1934: By Your Leavel 1935: On to Fortune 1935: Seven Keys to Baldpate 1935: Night In the House 1936: You Can’t Take It With You 1940: An International Incident 1941: Arsenic and Old Lace 1944: Harvey 1948: Minnie and Mr. Williams 1950: The Golden State 1952: Whistler’s Grandmother 1953: The Solid Gold Cadillac

Filmografie 1929: The Bishop’s Candlesticks (Kurzfilm) 1932: After Tomorrow 1932: Careless Lady 1944: Arsen und Spitzenhäubchen (Arsenic and Old Lace) 1949: The Ford Theatre Hour (Fernsehserie, eine Folge) 1950: Mein Freund Harvey (Harvey) 1950: Studio One (Fernsehserie, eine Folge) 1950: The Philco Television Playhouse (Fernsehserie, eine Folge) 1951: The Lady from Texas 1951–1953: Lux Video Theatre (Fernsehserie, drei Folgen) 1952: Lights Out (Fernsehserie, zwei Folgen) 1952: Schlitz Playhouse of Stars (Fernsehserie, eine Folge) 1955: The United States Steel Hour (Fernsehserie, eine Folge)

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Einzelnachweise

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