Gelsenkirchen-Bismarck ist ein Stadtteil der Stadt Gelsenkirchen im Ruhrgebiet. Der Stadtteil liegt im Stadtbezirk Mitte und hatte am 31. Dezember 2023 insgesamt 16.509 Einwohner.Bevölkerungszahl Im Norden trennen der Rhein-Herne-Kanal und die Emscher Bismarck von den Gelsenkirchener, ehemals Buerer Stadtteilen Erle und Resser Mark, im Osten grenzt Bismarck an Herne-Wanne, im Süden liegt der Gelsenkirchener Stadtteil Bulmke-Hüllen, im Westen liegen Schalke und Schalke-Nord. Durch Bismarck verlaufen die Bahnstrecken Herne–Oberhausen-Sterkrade bzw. Winterswijk-Bismarck. Letztere wird heute als Emschertal-Bahn im Personennahverkehr zwischen Dortmund und Dorsten mit der Station Gelsenkirchen-Zoo bedient. Anlässlich der Eröffnung des Ruhr-Zoos erhielt der damalige Personenbahnhof Gelsenkirchen-Bismarck am 22. Mai 1955 die heutige Bezeichnung. Parallel verläuft die A 42, nördlich davon befindet sich die Zoom Erlebniswelt (ehemals Ruhr-Zoo). Die Bundesstraße 227 führt als Bismarckstraße durch den Stadtteil. Westlich von dieser verkehrt seit Mai 1994 unterirdisch die Linie 301 der Stadtbahn. Zuvor befuhr sie als Straßenbahn die Bismarck-Bismarckstr. auf tramtracks.de Abgerufen am 6. November 2022. und MünsterstraßeMünsterstraße auf tramtracks.de Abgerufen am 6. November 2022., wovon noch Gleisreste zeugen. Der traditionsreiche Fußballverein Rot-Weiß Wacker Bismarck 1925 war der Heimatverein von Stan Libuda.

Geschichte Der heutige Name des Stadtteils geht auf die Zeche Graf Bismarck und ihre um 1870 gebauten Zechenkolonien zurück, die nach dem preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck benannt war. Mit diesem und anderen Bergwerken begann der wirtschaftliche Aufschwung und das Bevölkerungswachstum der Gemeinde Braubauerschaft. Diese gehörte bis 1868 zum Amt Wattenscheid, dann zum Amt Gelsenkirchen, ab 1877 zum Amt Schalke im Landkreis Bochum und ab 1887 als eigenes Amt zum inzwischen neu gegründeten Landkreis Gelsenkirchen. Am 6. Februar 1900 wurde die Gemeinde Braubauerschaft in Bismarck umbenannt. Am 1. April 1903 wurde sie in die neue Großstadt Gelsenkirchen eingemeindet.

Die Zeche Graf Bismarck wurde 1966 stillgelegt. Nach dem fördertechnischen Zusammenschluss der Zeche Consolidation (genannt Consol) mit der Zeche Hugo 1993 wurde das letzte verbliebene Bergwerk bis 1995 schrittweise aufgegeben, was zum Verlust von 4000 Arbeitsplätzen führte.

Architektur und Kultur mini|hochkant|Doppelstrebengerüst der Zeche Consol mini|Bismarck, Gelände Phoenix Beton Das Doppelstrebengerüst in Fachwerkbauweise über dem Zentralförderschacht 9 der Zeche Consol aus dem Jahr 1922 steht heute, wie das benachbarte Fördergerüst über Schacht 4, unter Denkmalschutz. Das Gelände wird heute kulturell genutzt, unter anderem vom Consol-Theater für Kinder- und Jugendtheateraufführungen. Dies geht auf das Förderungsprogramms Soziale Stadt NRW von 1995 bis 2005 in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro Gelsenkirchen Bismarck / Schalke-Nord zurück.

Die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck wurde von 1999 bis 2004 in Form einer kleinen Stadt aus holzverkleideten Pavillons ausgeführt. Die Ideen dazu kamen zum Teil von den Schülern des Stadtteils und wurden von den Architekten Plus + Bauplanung, HübnerProf. Peter Hübner (* 1939 in Kappeln) studierte nach Orthopädieschuhmacher- und Schreinerlehre Architektur. 1979 war er Stipendiat an der Villa Massimo in Rom, von 1980 bis 2007 lehrte er am Institut für Baukonstruktion und Entwerfen der Universität Stuttgart., Forster, Eggler umgesetzt.

Im Stadtteil Bismarck befinden sich auch die denkmalgeschützte Bleckkirche sowie die benachbarte Zoom Erlebniswelt und das historische Bahnbetriebswerk Gelsenkirchen-Bismarck.

Bevölkerung Zum 31. Dezember 2023 lebten 16.509 Einwohner in Bismarck.Bevölkerungszahl

Anteil der weiblichen Bevölkerung: 50,4 % (Gelsenkirchener Durchschnitt: 50,5 %)Anteil der weiblichen Bevölkerung Anteil der männlichen Bevölkerung: 49,6 % (Gelsenkirchener Durchschnitt: 49,5 %)Anteil der männlichen Bevölkerung Ausländeranteil: 26,8 % (Gelsenkirchener Durchschnitt: 26,0 %)Ausländeranteil

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohner 1798 241 1818 410 1843 446 1861 597 1867 853 1871 1.250 1875 3.303 1880 4.577 1885 6.813 1889 9.539 1895 14.469 Jahr Einwohner 1900 21.420 1905 23.548 1910 27.189 1915 27.919 1920 27.149 1925 29.757 1930 31.998 1935 31.168 1940 29.251 1945 23.935 1950 30.593 Jahr Einwohner 1955 21.339 1960 24.888 1965 23.516 1970 22.311 1975 20.000 1980 19.464 1985 17.929 1990 18.331 1995 18.155 2000 17.424 2002 16.903JahrEinwohner2004 16.5342006 16.4742008 16.2552010 15.9112012 15.7142014 15.9032016 16.1952018 16.0152020 15.906

Literatur Stefan Goch, Lutz Heidemann (Hrsg.): 100 Jahre Bismarck. Ein Stadtteil „mit besonderem Erneuerungsbedarf“. Beiträge zur Geschichte und Gegenwart eines Gelsenkirchener Stadtteils. (= Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte, Band 9.) Klartext Verlag, Essen 2001, ISBN 3-89861-039-X. Max Westermann: Die Geschichte des Ortsteils Gelsenkirchen-Bismarck, der früher einmal Braubauerschaft hieß. Band 1, Selbstverlag, Gelsenkirchen 2001. Band 2, Selbstverlag, Gelsenkirchen 2002.

Weblinks

Einzelnachweise

Bismarck Kategorie:Gemeindeauflösung 1903