DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Mainz ist die erste – und somit älteste – deutsche Immobilien-Leasing-Gesellschaft. Die DAL ist ein Verbundunternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe und ein Tochterunternehmen der Unternehmensgruppe Deutsche Leasing. Sie strukturiert und arrangiert Projektfinanzierungen und arbeitet mit Unternehmen an der Realisierung von großvolumigen Investitionsvorhaben. Nach Angaben von 2026 begleitet die DAL Projekte mit einem Transaktionsvolumen von über 3,3 Mrd. Euro pro Jahr. Die Gesellschaft ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen.

Geschäftstätigkeit Die DAL strukturiert und arrangiert Leasing- und Projektfinanzierungen in unterschiedlichen Anlageklassen. Innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe ist die DAL als Teil der Deutsche Leasing Gruppe für ihren Bereich ein zentraler Verbund- und Kooperationspartner für die Sparkassen. Daneben arbeitet die DAL mit mehreren Landesbanken und weiteren Finanzierungspartnern zusammen.

Geschichte Vorgeschichte Deutsche Anlagen-Leasing GmbH (bis 2005) Am 19. Februar 1962 wurde die DAL zunächst unter der Firmierung „Leasing Gesellschaft für Vermietungsprojekte“ mit einem Stammkapital von 20.000 DM gegründet. Als Gründungsgesellschafter fungierten Eberhard Kühl und Adalbert Fanto. Im darauffolgenden Jahr schloss die DAL den ersten Immobilien-Leasingvertrag in Deutschland mit der Firma Zeppelin Metallwerke GmbH, Friedrichshafen, ab; 1964 folgten erste Auslandsfinanzierungen. Ab 1965 beteiligte sich die Landesbank Rheinland-Pfalz an der DAL. Im Jahr 1966 begann die DAL als erste Leasinggesellschaft in Deutschland, technische Dienstleistungen wie das Projektmanagement aufzubauen. Der Bestand an Mietobjekten erreichte die 100-Mio.-DM-Grenze. 1967 traten die Landesbank Hessen-Thüringen und die Bayerische Gemeindebank (die spätere Bayerische Landesbank) als Gesellschafter der DAL ein, weitere Banken folgten. Der erste DAL-Immobilienfonds wurde 1969 aufgelegt. Ebenfalls 1969 schloss die DAL ihren ersten Kommunal-Leasingvertrag ab.

1973 erreichte der Bestand an Mietobjekten die 1-Mrd.-DM-Grenze und das Stammkapital der DAL wurde auf 30 Mio. DM erhöht. 1981 gründete die DAL die Multinational-Leasing GmbH und betrieb fortan weltweites Leasing. Das Kapital wurde in diesem Jahr auf 60 Mio. DM erhöht und der verwaltete Bestand an Mietobjekten erreichte die 10-Mrd.-DM-Grenze. Die DAL beschäftigte zu diesem Zeitpunkt mehr als 800 Mitarbeiter. 1983 traten strukturelle Schwächen zutage, vor allem im Bereich der Expansionsstrategien und des internen Wettbewerbs. In der Sanierungsphase von 1984 bis 1987 waren die Gesellschafterbanken entscheidend gefordert. Sie ermöglichten die erfolgreiche Sanierung der Deutsche Anlagen-Leasing GmbH unter ihrem Geschäftsführer Herbert Fischer (* 1939).Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 309. 1989 akquirierte die DAL wieder ein Neugeschäft von fast 300 Mio. DM. 1999 schied die Bayerische Landesbank als Gesellschafter der DAL aus.

1990 wurde die DAL in den neuen Bundesländern aktiv. Ab 1992 intensivierte die DAL ihre Zusammenarbeit mit den Firmenkundenbetreuern der Sparkassen.

AGV Anlagen- und Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH & Co. KG (bis 2005) Ende 1985 wurde die AGV GmbH & Co. KG von Dieter Maier in Wiesbaden gegründet. Im Januar 1986 wurde der erste AGV-Leasingvertrag abgeschlossen. 1993 erreichte die AGV die erste Milliarde an kumuliertem Auftragseingang. Neben dem Immobilien-Leasing war die AGV auch in der Breitbandverkabelung und im Leasing von Decodern tätig. 1994 gründete die AGV die AGV International Leasing GmbH und öffnete sich damit für internationale Transaktionen.

Zum 1. Januar 2005 erwarb die AGV Anlagen- und Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH & Co. KG 94 % der Anteile an der Deutschen Anlagen-Leasing GmbH (DAL); die restlichen 6 % verblieben bei der WestLB. Im gleichen Jahr übernahm die Deutsche Leasing AG 60 % der Anteile an der AGV von der HSH Nordbank, dem vorherigen Hauptgesellschafter; damit wurde die Deutsche Leasing zum neuen Mehrheitsgesellschafter. Die übrigen 40 % der Anteile verblieben bei der HSH Nordbank AG.

Zusammenführung von DAL und AGV ab 2005 2006 wurden die bisherige AGV-Gruppe und die Deutsche Anlagen-Leasing organisatorisch zusammengeführt: Die Gesellschaft wurde umfirmiert in DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG und nutzt somit die seit 1962 bestehende Marke DAL. 2009 kündigte die HSH Nordbank an, sich aus der Refinanzierung von Leasinggeschäften zurückzuziehen und die Beteiligung an der DAL zu veräußern. Die Anteile der HSH wurden zum 30. September 2011 von der Deutschen Leasing übernommen, die nun Alleingesellschafterin der DAL ist. Seitdem ist die DAL Tochtergesellschaft der Deutsche Sparkassen-Leasing AG & Co. KG und Teil der Deutsche Leasing Gruppe. Sie nimmt eine Rolle als zentraler Verbund- und Kooperationspartner der Sparkassen für Unternehmensimmobilien, erneuerbare Energieinvestitionen und Großmobilien-Leasing ein.

mini|Hauptverwaltung der DAL in Mainz Im Laufe des Jahres 2014 verlegte die DAL sämtliche ihrer in Wiesbaden geführten Gesellschaften nach Mainz, wo seitdem der Hauptsitz des Unternehmens ist. Zum 1. März 2017 bezog die DAL ihre neue Firmenzentrale in Mainz-Hechtsheim.

Ebenfalls 2017 übernahm die DAL das IT- und Gesundheitswesen-Geschäft der Deutschen Leasing. 2020 bezog die DAL das neue DAL Asset Service Center (ASC) in Fernwald, in welchem die Mitarbeiter für IT und Medizintechnik arbeiten. Zum 1. Oktober 2023 ging das IT-Individual- und Gesundheitswesengeschäfts wieder an das Mutterunternehmen Deutsche Leasing zurück.

Geschäftsbereiche Die DAL unterscheidet zwischen vier Geschäftsbereichen. im Großgeschäft Firmenkunden werden Angebote und Mietkäufe für gewerblich genutzte Neubau- und Bestandsimmobilien arrangiert. Im Bereich Immobilien-Management bietet die DAL verschiedene Leistungen für das Baumanagement an. Assetbasierte Finanzierungen für Luftfahrt, Schifffahrt, Schienenverkehr und Logistik-Infrastruktur werden im Bereich Transport und Logistik angeboten.Maria Müller: Langsame Fahrt ins Grüne Ob erneuerbare Energienoder Elektromobilität: Leasinganbieter setzen allmählich auf Umwelttechnik. In: Financial Times Deutschland. 31. Oktober 2011. Im Jahr 2025 hat die DAL erstmals ein Operate-Lease-Modell für die DB Fernverkehr realisiert. Unter einem Rahmenvertrag wurden Einzelleasingverträge mit jeweils zehn Jahren Laufzeit strukturiert. Das Finanzierungsvolumen beträgt knapp eine Milliarde Euro. Im vierten Geschäftsbereich Infrastruktur und Versorgung werden Unternehmen bei Investitionsvorhaben in erneuerbare Energien unterstützt.

Unternehmensstruktur und Kennzahlen Die DAL hat ihren Hauptsitz in Mainz und ist daneben an den Standorten Hamburg, Berlin, Lockstedt (Schleswig-Holstein), Düsseldorf, Stuttgart und München vertreten. Insgesamt werden über 1.500 Leasing-Objektgesellschaften betrieben und verwaltet,DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG, Mainz, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 zum 31.12.2023, veröffentlicht im Unternehmensregister am 3. Dezember 2024, abgerufen am 1. Mai 2025. im Wesentlichen für die Darstellung von Immobilien-Leasing-Geschäften sowie Transaktionen im Bereich Großmobilien.

Das Eigenkapital des Unternehmens lag 2023 bei rund 25 Millionen Euro, der verwaltete Vertragsbestand betrug zum Ende desselben Jahres rund 13,1 Milliarden Euro. Im Geschäftsbericht des Mutterkonzerns Deutsche Leasing wird das Neugeschäft der DAL Deutsche Anlagen-Leasing für das Geschäftsjahr 2023/2024 (Oktober 2023 bis September 2024) auf rund 2,4 Milliarden Euro beziffert. Die Mitarbeiterzahl lag im Schnitt bei 338 Personen.

Zu den Beteiligungen gehören die DAL Real Estate Management GmbH, die DAL Structured Finance GmbH, die LBSH Leasing GmbH & Co. KG, Lockstedt sowie die DAL Nordic Finance AB, Stockholm.

Weblinks Website der DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG

Einzelnachweise

Kategorie:Finanzdienstleister (Mainz) Kategorie:Sparkassen-Finanzgruppe Kategorie:Leasinggesellschaft Kategorie:Unternehmensgründung 1962