Die Gnadenkräuter (Gratiola) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Die 20 bis 30 Arten gedeihen in den gemäßigten bis tropischen Klimabereichen fast weltweit.

Beschreibung mini|links|Illustration des Gottes-Gnadenkraut (Gratiola officinalis)

Vegetative Merkmale Gratiola-Arten sind einjährige bis ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie können kahl oder drüsig behaart sein. Die Stängel einzelner Arten sind vierkantig.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind ungestielt. Die einfachen Blattspreiten haben einen glatten oder gesägten Blattrand.

Generative Merkmale Die Blüten stehen mit kurzen oder langen Blütenstielen einzeln in den Blattachseln. Zwei Hochblätter befinden sich nahe am Blütenkelch.

Die zwittrigen Blüten sind undeutlich fünfzählig zygomorph, mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Die fünf Kronblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Die Blütenkrone ist zweilippig. Die Unterlippe ist dreilappig. Es sind nur zwei fertile Staubblätter in jeder Blüte vorhanden.

Die vierfächerige Kapselfrucht enthält viele Samen.

mini|Gratiola amphiantha mini|Blüte des Gottes-Gnadenkraut (Gratiola officinalis) mini|Blüte von Gratiola pedunculata mini|Gratiola peruviana

Systematik und Verbreitung Die Gattung Gratiola wurde durch Carl von Linné 1753 in Species Plantarum Band 1 Seite 17 und 1754 in Genera Plantarum aufgestellt. Synonyme für Gratiola sind: Sophronanthe , Tragiola .

Die Gattung Gratiola gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und wurde bei einigen Autoren auch den Familien Gratiolaceae, Scrophulariaceae oder Veronicaceae zugeordnet.

Gratiola-Arten gedeihen in den gemäßigten bis tropischen Gebieten fast weltweit. Hauptverbreitungsgebiete liegen auf der Nordhalbkugel, es sind weite Bereiche Eurasiens, von Spanien bis China, und Nordamerikas. Es gibt auch Areale in Neuseeland und Australien.

Die Gattung Gratiola enthält 20 bis 30 Arten (Auswahl): Gratiola amphiantha : Sie kommt in den US-Bundesstaaten Alabama, Georgia sowie South Carolina vor. Gratiola aurea (Syn.: Gratiola lutea ): Sie ist Nordamerika weitverbreitet. Gratiola ebracteata : Sie ist im westlichen Nordamerika im südwestlichen British Columbia und in den westlichen US-Bundesstaaten Washington, Idaho, westliches Montana, westliches Oregon sowie Kalifornien vor. Gratiola griffithii : Die Heimat sind die Tropen und Subtropen. In China kommt sie nur in Guangdong vor. Gratiola heterosepala : Sie kommt von Kalifornien bis zum Lake County im südlichen-zentralen Oregon vor. Gratiola hippuroides; siehe Limnophila hippuroides Gratiola japonica : Sie kommt in Japan vor. Gratiola linifolia : Sie kommt in Spanien, Portugal und Marokko vor. Gratiola nana : Sie kommt in Neuseeland und in den australischen Bundesstaaten New South Wales, Victoria sowie Tasmanien vor. Übersehenes Gnadenkraut (Gratiola neglecta , Syn.: Gratiola virginiana ): Sie ist Nordamerika in Kanada und den USA weitverbreitet. In Finnland ist es ein Neophyt. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32. Gottes-Gnadenkraut (Gratiola officinalis ): Es ist in Eurasien weitverbreitet. Lateinisch wurde es Gratia DeiOtto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 144. genannt. Weitere deutschsprachige Trivialnamen sind Fischkraut, Gichtkraut, Gnadenkraut, Nieskraut, Purgierkraut oder Weißer Aurin. Gratiola pedunculata : Sie kommt in den australischen Bundesstaaten New South Wales, Queensland, Victoria sowie South Australia vor. Gratiola peruviana : Sie kommt in den australischen Bundesstaaten New South Wales, Queensland, Victoria, Western Australia, South Australia sowie Tasmanien vor. Gratiola pilosa (Syn.: Sophronanthe pilosa , Tragiola pilosa ): Sie ist in Nordamerika verbreitet. Gratiola pubescens : Sie kommt in den australischen Bundesstaaten New South Wales, Victoria, South Australia, Western Australia sowie Tasmanien vor. Gratiola pumilo : Sie kommt in den australischen Bundesstaaten New South Wales, Victoria, South Australia und vielleicht in Tasmanien vor. Gratiola quartermaniae : Sie kommt in Nordamerika im südöstlichen Ontario, nordöstlichen Illinois, nördlichen Alabama, zentralen Tennessee und zentralen Texas vor. Gratiola sexdentata : Sie ist in Neuseeland, Australien und Tasmanien verbreitet. Gratiola virginiana (Syn.: Gratiola sphaerocarpa ): Sie ist in Nordamerika verbreitet. Gratiola viscidula (Syn.: Gratiola viscosa ): Sie ist in Nordamerika verbreitet.

Quellen David Allardice Webb: Gratiola L. In: Deyuan Hong, Hanbi Yang, Cun-li Jin, Manfred A. Fischer, Noel H. Holmgren, Robert R. Mill: Scrophulariaceae A. L. Jussieu.: Gratiola Linnaeus., S. 22 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 18: Scrophulariaceae through Gesneriaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1998, ISBN 0-915279-55-X. (Abschnitt Beschreibung) Gattung Gratiola L. in der Flora of New Zealand. (Abschnitt Beschreibung)

Belege Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae.: Datenblatt Gratiola In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Dwayne Estes 2012: Datenblatt Gratiola, In: Jepson Flora Project (Hrsg.): Jepson eFlora. New South Wales Flora online.

Weblinks

Kategorie:Wegerichgewächse