mini|Gesetz über die Rheinschiffahrtsgerichte vom 5. September 1935 Das Rheinschifffahrtsgericht (, ) ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Deutschland (siehe auch Schifffahrtsgericht), Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz. Die Rheinschifffahrtsgerichte lösten die Rheinzollgerichte ab.
Zuständigkeit mini|Karte des Rheins
In der Revidierten Rheinschifffahrtsakte vom 17. Oktober 1868 (Mannheimer Akte) haben sich die Signatarstaaten verpflichtet, Rheinschifffahrtsgerichte einzurichten. Sie sind zuständig für Streitigkeiten auf und am Rhein, von Basel bis zur Mündung einschließlich Waal und Lek. Insbesondere fallen in ihre Zuständigkeit strafrechtlich die Untersuchung und Bestrafung aller Verstöße gegen die schifffahrts- und strompolizeilichen Vorschriften; zivilrechtlich zur Entscheidung über Klagen wegen der Lotsen-, Kran-, Waage-, Hafen- und Bohlwerksgebühren, wegen der von Privatpersonen vorgenommenen Behinderungen der Leinpfade, wegen der Beschädigungen, die Schiffer und Flößer während ihrer Fahrt oder beim Anlanden verursacht haben, wegen der Beschädigungen am Grundeigentum, die Zugpferde beim Heraufziehen der Schiffe verursacht haben.
Jedes Rheinschifffahrtsgericht ist für einen bestimmten Rheinabschnitt zuständig. In Strafsachen ist das Gericht zuständig, in dessen Bezirk die strafbare Handlung begangen wurde. In Zivilsachen ist das Gericht anzurufen, in dessen Bezirk die Zahlung stattfinden musste bzw. der Schaden zugefügt wurde.
Rechtszug In der ersten Instanz wird vor dem zuständigen Rheinschifffahrtsgericht verhandelt. Die Berufung kann bei dem zuständigen Rheinschifffahrtsobergericht oder alternativ bei der BerufungskammerDie Grundlagen, Aufgaben, Besetzung und Verfahren der Berufungskammer der ZKR können in ihren Grundzügen auf der Seite der ZKR unter "Berufungskammer" eingesehen werden. der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) in Straßburg eingelegt werden.
Verfahren Die Verfahren bei den Rheinschifffahrtsgerichten sollen möglichst einfach und beschleunigt sein. Von Ausländern dürfen wegen ihrer Nationalität keine Prozesskautionen erhoben werden. Hat ein Schiffsführer oder Flößer die Kaution geleistet, die vom Richter für den Gegenstand der Untersuchung festgesetzt wurde, dann darf er nicht an der Weiterfahrt behindert werden.
Gerichte Die Rheinschifffahrts- und Rheinschifffahrtsobergerichte werden wegen der vergleichsweise geringen Fallzahlen in der Regel den ordentlichen Gerichten angegliedert. In Deutschland sind sie bei Amtsgerichten und Oberlandesgerichten angesiedelt. vom 27. September 1952 Eine Urteilsdatenbank wird beim Institut für Binnenschifffahrtsrecht der Universität Mannheim vorgehalten.Urteilsdatenbank des Instituts für Binnenschifffahrtsrecht der Universität Mannheim Land Rheinschifffahrtsgericht (ggf. Gerichtscode im ECLI-System) Rheinschifffahrtsobergericht SchweizGesetz über die Rheinschiffahrtsgerichte vom 8. Februar 1968 Strafgericht Basel-Stadt Appellationsgericht Basel-Stadt Zivilgericht Basel-Stadt Frankreich Tribunal judiciaire de StrasbourgCode de l’organisation judiciaire, art. L. 215-4, art. D. 215-2, tab. XII (2019); ehemals Art. 1 des Gesetzes vom 19. März 1934 Cour d’appel de ColmarCode de l’organisation judiciaire, art. L. 313-1 (2006), art. D. 313-1 (2008); ehemals Art. 3 des Gesetzes vom 19. März 1934 DeutschlandAbkommen zwischen den Ländern Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über die Gliederung der Schiffahrtsgerichtsbezirke im Rheinstromgebiet (1954) Amtsgericht Kehl (AGKEHL) Oberlandesgericht Karlsruhe (OLGKARL) Amtsgericht Mannheim (AGMANNH) Amtsgericht Mainz (AGMAINZ) Amtsgericht Sankt Goar (AGSTGOA) Oberlandesgericht Köln (RSCHOGK) Amtsgericht Duisburg-Ruhrort (RSCHGDU) NiederlandeUitvoeringswet der bepalingen van de artikelen 33, 36, 37 en 38 der herziene akte omtrent de Rijnvaart van 16 juli 1869; Wet op de rechterlijke indeling van 10 augustus 1951 Rechtbank Gelderland (RBGEL), Arnhem Gerechtshof Arnhem-Leeuwarden (GHARL) Rechtbank Midden-Nederland (RBMNE), Utrecht Gerechtshof Amsterdam (GHAMS) Rechtbank Rotterdam (RBROT), Rotterdam/Dordrecht Gerechtshof Den Haag (GHDHA) Rechtbank Den Haag (RBDHA), Den Haag/Gouda
Historisch waren dies im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871–1918: Amtsgerichte Ensisheim, Markolsheim, Neu-Breisach, Hüningen, Mülhausen, Sierenz, Benfeld, Bischweiler, Brumath, Illkirch, Lauterburg und Straßburg.Carl Pfaffenroth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1880, S. 416–418,
Weblinks Mannheimer Akte (PDF; 155 kB) Rheinschifffahrtspolizeiverordnung (RheinSchPV) Zentralkommission für die Rheinschifffahrt Liste der Rheinschifffahrtsgerichte mit Adressen und Verbindungsdaten (PDF; 16 kB; Stand: Mai 2018)
Einzelnachweise
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