Taran und der Zauberkessel () ist der 25. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios und hatte seine Premiere am 24. Juli 1985 in den USA. In Deutschland kam er am 5. Dezember 1985 in die Kinos. Die Handlung basiert auf den ersten beiden Büchern von Lloyd Alexanders Chroniken von Prydain.

Handlung Taran ist ein Schweinehirte, der von einer Karriere als großer Kämpfer träumt. Doch er muss die Tagträume schon bald zur Seite legen, da sein weissagendes Schwein Hen Wen von einem bösen Herrscher, dem Gehörnten König, entführt wird. Der Bösewicht hofft, dass Hen Wen ihm den Weg zum schwarzen Kessel zeigen kann, der die Macht besitzt, eine gigantische Armee unbesiegbarer Untoter zu erschaffen. Mit der Hilfe der sturen Prinzessin Eilonwy, eines aufbrausenden Barden und einer drangsalierenden Kreatur namens Gurgi versucht Taran, die Welt von Prydain vor dem Gehörnten König zu retten. Bei seinen Treffen mit Hexen, Elfen, magischen Schwertern und dem schwarzen Kessel selbst lernt Taran, was es wirklich heißt, ein Held zu sein, und dass einige Dinge wichtiger sind als Ruhm und Glanz.

Sprecher Der Film wurde bei der Berliner Synchron vertont. Lutz Riedel schrieb das Dialogbuch und führte die Dialogregie. Taran Grant Bardsley Frank Schaff Prinzessin Eilonwy Susan Sheridan Katja Primel Flewdor Flam Nigel Hawthorne Hermann Ebeling Dallben Freddie Jones Heinz Theo Branding Gehörnter König John Hurt Joachim Kemmer Doli John Byner Helmut Heyne Gurgi John Byner Wolfgang Ziffer König Eidilleg Arthur Malet Wolfgang Völz Ordu Eda Reiss-Marin Bettina Schön Orgoch Billie Hayes Maria Axt Orwen Adele Marie-Morey Almut Eggert Cribble Phil Fondacaro Peter Matić Erzähler John Huston Joachim Nottke

Produktionsgeschichte Der Film war ein großer kommerzieller Misserfolg. Gegenüber einem geschätzten Budget von 44 Mio. US-Dollar spielte er in den USA nur rund 21 Mio. US-Dollar (Inflationsbereinigt etwa Mio. US-Dollar) und damit weniger als die Hälfte wieder ein. Das macht ihn nach Der Schatzplanet zum umsatzschwächsten Film der Meisterwerke-Reihe. Nach Tron ist Taran und der Zauberkessel der zweite Film der Walt Disney Studios, der computeranimierte Sequenzen enthält. Die Vision mit dem Gehörnten König, die Hen am Anfang des Films hat, stammt aus dem Film Fantasia: konkret die Eine Nacht auf dem kahlen Berge. Bei dem Film arbeitete der spätere Erfolgsregisseur Tim Burton als Zeichner mit. Es ist der erste Disney-Zeichentrickfilm, in dem nicht gesungen wird.

Filmschnitte Etwa ein halbes Jahr vor Veröffentlichung sah der neue Vorsitzende der Walt Disney Studios, Jeffrey Katzenberg, den fertigen Film zum ersten Mal. Katzenberg fand den Film zu brutal, weshalb er etwa dreizehn Minuten Filmmaterial herausschneiden ließ. Komponist Elmer Bernstein hatte keine Zeit, seine Musik den neuen Schnitten anzupassen, weshalb zum Teil sehr auffällige Sprünge in der Filmmusik festzustellen sind. Stark geschnitten wurde die Szene der Geburt der Untoten aus dem Kessel. Eine weitere geschnittene Sequenz zeigte, wie ein Soldat von grünem Nebel zersetzt wird. Dennoch bekam die Endfassung als erster abendfüllender Disney-Zeichentrickfilm ein PG der MPAA. Auch in Deutschland war Taran und der Zauberkessel nach Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte der erste Film des Studios mit einer FSK-Freigabe ab 6 Jahren. Bis heute ist die ungeschnittene Version des Films nicht auf DVD oder VHS erschienen.

Kritiken

Taran und der Zauberkessel erhielt ein verhaltenes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes ähnlich viele wohlwollende wie kritische Besprechungen und ordnet den Film damit als „Gammelig“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Durchwachsen oder Durchschnittlich“ aus.

Heimkino-Veröffentlichungen DVD Taran und der Zauberkessel. Special Collection. Buena Vista Home Entertainment, 2002. Taran und der Zauberkessel. Special Collection. Walt Disney Studios Home Entertainment, 2010 (Neuauflage). Disney Classics 24: Taran und der Zauberkessel. Walt Disney Studios Home Entertainment, 2017.

Soundtrack Elmer Bernstein: The Black Cauldron. Original Motion Picture Soundtrack. Varèse Sarabande, North Hollywood 1985, Tonträger-Nr. VCD 47241 – Originalaufnahme der Filmmusik durch das Utah Symphony Orchestra unter der Leitung des Komponisten (neben den offiziellen CD- und LP-Veröffentlichungen existiert auch eine Bootleg-CD mit der vollständigen Filmmusik). 2012 erschien der vollständige Soundtrack in neuer Abmischung bei Intrada (Oakland, CA).

Spielvariante The Black Cauldron ein PC-Spiel von Sierra Online, das auf diesem Film basiert.

Literatur Lloyd Alexander: Taran im Land der dunklen Mächte. Arena, Würzburg 2001, 447 S., ISBN 3-401-05280-2. Enthält: Taran und das Zauberschwein. (Originaltitel: The Book of Three). Taran und der Zauberkessel. (OT: The Black Cauldron). und Taran und die Zauberkatze. (OT: The Castle of Llyr). Deutsch von Otfried Preußler und Roland Vocke. Elmar Biebl, Dirk Manthey, Jörg Altendorf et al.: Die Filme von Walt Disney. Die Zauberwelt des Zeichentricks. 2. Auflage, 177 S. Milchstraße, Hamburg 1993, ISBN 3-89324-117-5.

Weblinks

Taran und der Zauberkessel bei Disney Plus Taran und der Zauberkessel im Disney Wiki (englisch) Übersicht über die Filmmusik-Veröffentlichungen bei SoundtrackCollector (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1985 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Zeichentrickfilm Kategorie:Fantasyfilm Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Hexerei im Film