miniatur|Kniende Mutter mit Kind, Skulptur am Karlsplatz, Wien-Wieden Georg Ehrlich (geboren am 22. Februar 1897 in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben am 1. Juli 1966 in Luzern) war ein österreichischer Maler und Bildhauer.
Leben Georg Ehrlich studierte 1913 und 1914 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad und Anton von Kenner. Ab 1916 war er Kriegsteilnehmer und verarbeitete anschließend die Kriegseindrücke mit künstlerischen Mitteln. Seine erste Ausstellung hatte er in der Künstlergruppe Freie Bewegung.Sabrina Bübl: Ehrlich, Georg (1897–1966), Bildhauer, Graphiker und Maler, ÖBL Online-Edition, Lfg. 8, 10. Dezember 2019. Von 1920 bis 1924 lebte er in München und Berlin; er wurde in dieser Zeit Mitglied im Deutschen Künstlerbund.kuenstlerbund.de: 1925–1928 war er Mitglied der Wiener Künstlervereinigung Hagenbund.
Das Hauptwerk Ehrlichs bildet ein lithographischer Bibelzyklus, in welchem er seine Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg aufarbeitete, sowie Bronzeplastiken, Porträt- und Landschaftsgemälde.
Da Ehrlich Jude war, wurde er gezwungen, seine Heimat Österreich zu verlassen, er emigrierte 1937 nach England und verbrachte auch die Zeit des Zweiten Weltkrieges dort. Er schuf das Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung von Coventry.
1937 wurden in der Nazi-Aktion „Entartete Kunst“ nachweislich sechs Grafiken Ehrlichs aus öffentlichen Sammlungen in Deutschland beschlagnahmt.Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion "Entartete Kunst", Forschungsstelle "Entartete Kunst", FU Berlin
Georg Ehrlich war verheiratet mit der Malerin Bettina Bauer-Ehrlich.
Im Jahr 1977 wurde in Wien-Donaustadt (22. Bezirk) der Georg-Ehrlich-Weg nach ihm benannt.
Werke (Auswahl)
1937 als „entartet“ aus öffentlichen Sammlungen in Deutschland beschlagnahmte Werke
Illustration zu Dostojewski (Lithografie; Städtische Kunsthalle Mannheim; vernichtet) Susanna im Bade (Lithografie; Städtische Kunsthalle Mannheim; Verbleib ungeklärt) Die Sommermadonna (Lithografie; Städtische Kunsthalle Mannheim, Staatliches Museum Saarbrücken; zerstört) Porträt T. B. (Lithografie; Städtische Kunsthalle Mannheim; zerstört) Frauenbildnis mit aufgelösten Haaren (Lithografie; Städtische Galerie Nürnberg; zerstört) Tänzerin Niddy Impekoven (Lithografie; Städtische Galerie Nürnberg; zerstört)
Weitere Werke (Auswahl) PAX, Skulptur, in Coventry, 1945.
Auszeichnungen mini|Grabstätte 1961: Preis der Stadt Wien für Bildhauerei Ehrengrab der Stadt Wien im Zentralfriedhof
Literatur
Erica Tietze-Conrat: Georg Ehrlich. London 1956. Ausst.-Kat. Historisches Museum der Stadt Wien, 1976. Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. Saur, München 1983, ISBN 3-598-10089-2, S. 241. Zlata Fuss Phillips: German Children’s and Youth Literature in Exile, 1933–1950. Biographies and Bibliographies. Saur, München 2001, ISBN 3-598-11569-5, S. 60f.
Weblinks
Literatur von und über Georg Ehrlich in der Bibliothek des Jüdischen Museums Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Österreich) Kategorie:Grafiker (Österreich) Kategorie:Bildhauer (Österreich) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Österreichischer Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann