Die Schafkopf-Sprache bezeichnet eine Vielzahl von Sonderausdrücken, die hauptsächlich beim Kartenspiel Schafkopf angewendet werden. Diese sind für Außenstehende meist nicht verständlich. Oftmals werden assoziative bis derbe Begriffe verwendet. Meckern, schimpfen und granteln gehören zum Schafkopfspiel und sind gewissermaßen das Salz in der Suppe. Im folgenden einige übliche Redewendungen.Schafkopfweisheiten der Schafkopfschule e. V.

Notiz zur Aussprache: Die hier aufgeführten Ausdrücke werden überwiegend in der Transkription der altbairischen Mundart wiedergegeben, wiewohl die gängigsten Begriffe natürlich über ganz Bayern verbreitet und somit auch im ostfränkischen, schwäbischen und hessischen (Aschaffenburg, Odenwald) Dialektkontinuum zu finden sind. Regionale Spezialitäten werden als solche ausgewiesen.

Kartennamen Eigennamen der Ober und Unter Deutsch Schafkopf-SpracheEichel-Ober der AlteMerschbacher (2009), S. 124–127. (bairisch da Oide), der, den keiner kann, der is hoch, des is ned da Gleansde (fränkisch für: „das ist nicht der Kleinste“), der höchste in Bayern, der JosefGras/Grün-Ober der Blaue, Grüne, des Peterl(e), der Schinder-Hansl, der Jäger, der Laubige, der Biber, der TrommlerHerz-Ober der Rote, der Roude,Anleitung at schafkopfhaie.de. Retrieved 10 October 2020./Raouder/Raoude, Herzer, Fuchs, Lump, Bremser-Dirk (verhindert drei Laufende), Erdbeer-Schorsch, Bardolio (Aschaffenburger Region), Schindahans (Niederbayern)Schell(e)n-Ober der Runde, der Bugl, der Schiache (der Häßliche), (Schelln-)Buckel(ige), Mehlhaans, Glöbberer, Gelbe, Braune, Bunte, der Schlamberde (fränkisch für: „der Schlampige“), Scheißer, der Nie-Stach, die späte Bremse (verhindert gerade nicht mehr die drei Laufenden)Eichel-Unter der Alte Unter (bairisch da Oide unda), der Wensel, der Junge (anlehnend an den Eichel-Ober)Gras/Grün-Unter der blaue Unter, der Pfeiffer, der VizeHerz-Unter DritterSchellen-Unter kleinster Unter

Eigennamen der Asse bzw. Säue Deutsch Schafkopf-SpracheEichel-AsEichel-Sau, Alt-Sau, die Alte (bairisch de Oide), die 1, die Waldschnepfe, Waldsau, Haus-Sau, poetisch: De oide dreibt de Buam zam, "dahoam liagts/liegt's", mit da Oidn geht’s aufs Waldfest, Oide mach an Buckl, Gattin, Alte Liebe rostet nicht, auf Alte raus mit Matz, mit da Oidn bist guat ghoitn, alte ramsige Eischel, mit da Oidn is ka Sünd, d’Mama, „I spiel mit der dahoim“ (Allgäu), die Rotbusch-Fotzn (Bezug auf Eichhörnchen, Oberfranken), "wenn I heimgeh"Gras-AsGras-Sau, Gros-Sau, Grün-Sau,Peschel (1990), S. 112–120. die Grüne, Blau-Sau, die Blaue, alte Frau Landrat, Gärtnerin, d’Blue Mary Lu, Mary Blue, Blue-Henna, Blue-Jeans, die Blausäure, Gras-Hupfe, Förster-Christl, die 2, Bäckerwam, Dolores, Adria, das Blumenstöckerl, Stadtparkliesl, Cordon Bleu (Auf die Cordon), Donau, Mannschaft (Anlehnung an den TSV 1860 München), Abdellaoue (Verballhornung von „Auf die Blaue“), Bsufferne, Salat-Bärbel, Frau Förster, Försterin/Forstmeisterin (mit der Blauen, der Genauen/da wirst schauen, Blau-Sau is Hausau!, Wie ist der Mann? – Blau ist der Mann! usw.), mit der Blauen, der Genauen, mit der Mannschaftsaufstellung (Anlehnung an die ehemalige Stadionzeitschrift des TSV 1860 München), Mo(o)ser-JulieHerz-As(ohne spezielle Bezeichnung, da sie nicht gerufen werden kann), die Rote, Blut-Sau, als Trumpfschmiere manchmal ’s PfundSchellen-AsSchellen-Sau, die Runde, Kug(e)l, Kugelbauersophie, Kugelbauer-Theres -Theresia [Oberbayern], die 4, Bum(b)s, Pumps, Pumpe, Bumb(e)l, Pumpel, Bumskugel, Bucklerte, Hundsgfickte, Geldsau, Dümmste, Schlas(s), Benzin-Resi/Sau, Lump(-ate/-ige), Oberpumpelmoser, Schlechterne, Schellige, die wo die Bauern ’zammtreibt, der Sauhund (sowie eine Vielzahl sehr bildhafter Bezeichnungen wie z. B. de wo da Hund dromhockt, der Hund flackt drauf [Schwaben], Hundaufghockte [Oberbayern], Hund auf Sau [Aschaffenburg], Doggie, Bäber-/Odlmannsgwadschn [Mittelfranken]), Christbaumkugelsau, Schwanzeldrahtsaufi, Kuglbäurin, Hannes-Sau, Rapunzel, as Stodlfenster, die Firabechere

Einige andere Kartennamen Deutsch Schafkopf-Sprache Asse, Saue, Däuser PfundeZehner Eisenbahner, SchwellnhupfaNeuner, Achter, Siebener (Spatzen auch Farbkarte beim Solo)Spatzen, Nichtser, Lusch(e)n, Leere, Zwiebeln, Hupen, Faule, DeppenAsse und ZehnerSchmier(age), Volle, Lange, GanzerOber (beim Wenz: Unter)Bauern, Herren, Männer, Obretten, Speisenträger, Buckel, Haxn, HarteUnter (und Ober)Wenzen, Buam, Eichel-Unter = „Beisser“, Schellen-Unter = „Flying Her(r)mann“ein Ober oder Unter, der die Kette der Laufenden bei der Gegenpartei unterbrichtBremser, Billigmacher, Zahlbremse, Laufbremse, Uhrenbremse (Allgäu)Eichel- und Grasober zusammenHochzeitAss, Zehner (und König) derselben FarbeEinundzwanzig (Fünfundzwanzig)Karte der Farbe EichelEichhorn, EuchlHerz KönigMax(i) (Übernahme aus dem Kartenspiel „Wattn“)Eichel SiebenSoacher, Spitz (Übernahme aus dem Kartenspiel „Wattn“)Schellen Sieben Belle, Welle (Übernahme aus dem Kartenspiel „Wattn“)Schellen AchtSenf, Oschboa, BimbelOber und Unter in ununterbrochener Reihenfolge vom höchsten Laufende, Haxen

Spielbezeichnungen Deutsch Schafkopf-Sprachekeine Spielansageweg/weiter/weitweg (als Variation auch: Weiber), servus/tschüs, zua, ford (die tun was), wei-tout (weidu), im Stile einer Spielansage: „Ich habe ein weiter!“ oder „Ich bin weiter!“ (oft auch nur gestisch durch Abwinken angedeutet)Spielansage„daad scho“ (so wie der aus „Tod in Venedig“), i spui, i daad (spuin) – ich würde (spielen), i(ch) würd’, i däs (Schwaben), Spülung, Spielung, Spieletto, Interesse (um eine Hochzeit zu akzeptieren), a NoudigsNormalspielSpelunkn, a Bisserler wos geht scho, a kloans, i kant, Spielzeug, i häd a Spüll, auf die (Bumbl, Blaue, Alde…)mit der Eichel-SauOide, häif zoin! zur Not! (Oberfranken), Alte Hilf! Alte Liebe rostet nicht. mit der Alten geht's zum Waldfest.Wenz(ich spiele) Einen (zum Weinen), Wenn er gang, Wenz no scho gwonna wär, Wenn’s recht is’/nix ausmacht/nix kost/ned stört, AdWenz, Gustav (z. B. Gras Gustav), Wendo, Wendolin, Wenzlinger, Wenzeslaus, Stanislaus Wenzinger (Stani), Wenz saa mou (Mittelfranken), die Glannen („Kleinen“) stechen, Nur die Unter, Quendolin (Allgäu), Spiele Einen (Allgäu)Geier, Jaacher (=Jäger) Geiger, Giggärigie, Kerwas-Wenz, Nur die OberSoloSilo, Sticht, bricht (z. B. „Herz bricht“), prügelt (z. B. „oache prügelt“)Eichel-Solo Oache sticht, Oache fressn d’Sai, Eikkelen stekkelen, Eich hoid da Deifi (Teufel)Gras-SoloGras/Grün/Blau/Blatt sticht, A Grians in d’Suppm, Grünes Gras frisst der Has’, Grün/Blau scheißen die Gäns’ im Monat Mai/in Wien, Grün ist die Heide, Grün wie mein Haar, Wennst nei Brennnessl’n neilongst, Auf d’Fregatten, Laub SoloHerz-Solo Herz sticht, Herzlich lacht die Tante, ein herzliches (Allgäu), Herz im Leib verzage nichtSchell(e)n-Solo Schell(e) sticht, Schellinski, Schellinski war ein Pole, Schelln für die Schnelln, Schella wiad’ Wella („Schellen wie die Wellen“), Wennst auf’n Baggn griggst, Schell’n zum verprell’n, A Schelln ko’st ham, Auf die KugelnToutA Karte oda a stückle HolzEinverstandenbasst, guat, gääht, dua zua, ’s Recht (oft auch nur gestisch durch Abwinken angedeutet)StoßSchuss, Kontra, Spritze, mit Musik, mit Beilage, Pumpe, Touché(r), Bums, drauf ana, tsè, 25 Öre dagegen, Wichse, damit’s was kost’. da klatsch i da oineStockPott, Pinke, Henna/Henne

Sonstige Ausdrücke Einige „offizielle“ Ausdrücke Schafkopf-Sprache DeutschAbspatzen, oschbozn sich einer Farbe freimachen dein kleinen Spatz wegwerfen, also die schlechteste Karte bei günstiger Gelegenheit loswerdenAuf die Käffer/Dörfer, aufs LandAnkarten von Farben.Augen PunkteAusspieler, erster Mann, auf einsder das Spiel eröffnende MitspielerBlattgenereller Ausdruck für die aktuellen KartenSchafkopf-Sprache at www.sauspiel.de. Retrieved 25 July 2020.Brunzkartler, Brunzkater, Brunsbuh, Brunskartler, BieselbruderErsatzspieler, der einspringt, wenn ein Spieler auf die Toilette mussMittelhand, zweiter/dritter Mann, auf zwei/dreidie hinter dem Ausspieler an Position 2 und 3 sitzenden MitspielerHinterhand, letzter Mann, hintender letzte hinter dem Ausspieler sitzende Mitspielerdavonlaufen, davongehen, davonspielen, untendurch spielen, unterspielen, jodeln Ausspielen der Ruffarbe „unter der Sau“ durch den Gerufenen, wenn dieser 4 oder 5 Karten der Ruffarbe besitztFehlfarbe Farbe, die der Solospieler zusätzlich zu der als Trumpf bestimmten Farbe hat (außer As); die Farbe, die man selbst nicht besitzt GegenspielerNichtspielerparteiHinterhand, letzter Mann, hinten der letzte hinter dem Ausspieler sitzende MitspielerKurzer Weg Spielmacher oder Gegenspieler sitzt direkt hinter dem AusspielerLanger Weg Spielmacher oder Gegenspieler sitzt HinterhandMitspielerPartner des SpielmachersMittelhand, zweiter/dritter Mann, auf zwei/drei die hinter dem Ausspieler an Position 2 und 3 sitzenden MitspielerSchmier Karte mit hohem Wertschmieren, mach ihn/nan fett!dem Partner hohe Augen (Asse und Zehner) zugebenSchneider weniger als 30 (31 als Spieler) Punkte am Ende des Spielsschwarz keinen Stich gemacht habenSpielmacherSpielansager

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