mini|hochkant|Die Stadtpfarrkirche St. Florian

Bogen () ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Geographie Geographische Lage Die Stadt liegt in der Region Donau-Wald an der Donau, am Bogenbach und am Fuß des Bayerischen Walds.

Die höchsten Erhebungen liegen in der Gemarkung Degernbach. Der Eselsberg () ist hoch und eine unbenannte Erhebung () nahe Nesselbach und Edenhofen ist mit etwa der höchste Punkt im Gebiet der Stadt Bogen. In Donaunähe liegen einige Bereiche in den Gemarkungen Oberalteich, Bogen und Pfelling auf einer Höhe von etwa .

Gemeindegliederung

Es gibt 77 Gemeindeteile:

Es gibt die Gemarkungen Bogen, Bogenberg, Degernbach, Oberalteich und Pfelling.

Geschichte mini|hochkant|Gedenktafel am Rathaus zur Geschichte Bogens mini|Der Bogenberg von (Süd)osten, Blickrichtung (Nord)Westen; Bis zum 19. Jahrhundert

mini|Ortsblatt Bogen der Uraufnahme (1828) Unter dem Namen Villa Pogana wird Bogen um die Mitte des 8. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Zunächst waren hier die Babenberger Inhaber der Grafschaftsrechte. Anschließend war es der Sitz der Grafen von Bogen, deren weiß-blaues Rautenwappen heute Bestandteil des bayerischen Staatswappens ist. Bereits 1220 wurde Bogen als „forum“ (Markt) bezeichnet.

Nach dem Tod des letzten Bogener Grafen fiel deren Herrschaftsgebiet 1242 an die Wittelsbacher. 1341 erhielt Bogen das Marktrecht. Im 15. Jahrhundert erlebte Bogen eine Blütezeit in Verbindung mit der Bogenbergwallfahrt. Im Dreißigjährigen Krieg musste der Markt einen erheblichen Bevölkerungsverlust hinnehmen. Einen Aufschwung für den ganzen Ort brachte im 18. Jahrhundert erneut die bedeutende Wallfahrt zur Wallfahrtskirche Bogenberg.Augustin Kiefl: Der Bogenberg berühmt als Graffschaft und Wallfahrt. Peter Ambrosi, Passau 1819, S. 61.

Bogen gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Mitterfels im Kurfürstentum Bayern. Es besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Das Kloster Oberalteich besaß hier eine offene Hofmark. 1719 und 1837 verwüsteten Brände den Ort.

Im Jahre 1839 wurde Bogen Sitz eines Landgerichts. 1860 zählte der Markt 1350 Einwohner und nicht weniger als zwölf Brauereien. Ab dem Jahre 1862 stieg die Bedeutung Bogens weiter, weil aus dem Landgericht das Bezirksamt und das Notariat als eigene Behörden ausgegliedert wurden. Der juristische Teil des Landgerichts wurde wenig später zum Königlich Bayrischen Amtsgericht. Am 9. Dezember 1895 erhielt Bogen einen Eisenbahnanschluss durch die Fertigstellung des ersten Abschnitts der Bahnstrecke Straubing–Miltach.

20. Jahrhundert Die Stadterhebung Bogens erfolgte im Jahre 1952. Mit dem Bau der Graf-Aswin-Kaserne 1958, Gymnasium, Realschule und acht Industriebetrieben sowie Eingemeindungen stieg die Größe und Bedeutung Bogens nach dem Zweiten Weltkrieg erheblich.

Durch die Integration des Landkreises Bogen in den Landkreis Straubing-Bogen am 1. Juli 1972 ging allerdings ein großer Teil der Verwaltungsfunktionen in der Stadt verloren.

21. Jahrhundert Im Jahr 2012 wurde der Naherholungspark Europapark Bayern-Böhmen eingeweiht.Homepage der Stadt Bogen

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Bogenberg und Degernbach eingemeindet. Am 1. Januar 1978 folgte die Gemeinde Oberalteich mit den am 1. Juli 1974 aus der aufgelösten Gemeinde Agendorf eingegliederten Gemeindeteilen Trudendorf und Muckenwinkling sowie aus der aufgelösten Gemeinde Pfelling die Gemeindeteile Anning, Liepolding, Pfelling und Stegholz. Im Jahr 1978 wurden die Windberger Gemeindeteile Gottesberg, Mitterbühl und Osterberg nach Bogen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2021 wuchs die Stadt von 8.307 auf 10.121 um 1.814 Einwohner bzw. um 21,84 %. Mitte der 1990er Jahre lag die Einwohnerzahl bei rund 9.900. Um 2000 war die Zahl auf über 10.150 Einwohner angestiegen. 2015 sank die Einwohnerzahl auf rund 9.800 Einwohner und 2021 stieg die Zahl wieder über 10.000 Einwohner. Jahr Einwohner 1961 7.118 1970 8.623 1987 8.199 1991 8.922 1995 9.921 2000 10.157 2005 10.105 2010 10.090 2015 9.771 2021 10.121 2024 10.453

Politik Stadtrat Die Kommunalwahlen in Bayern 2026 führte bei einer Wahlbeteiligung von 58,1 % zu folgendem Ergebnis:

mini|Das Rathaus

Partei / Liste Stimmen % Sitze CSU 31,8 % 8 Wählergemeinschaft BOG 28,3 % 7AfD12,7 %3 Freie Wähler – FW 11,4 % 3 Bürgerinitiative Bogen (BI-Bogen) 10,3 % 2 SPD 5,5 % 1

Bürgermeister Berufsmäßiger Erster Bürgermeister ist Walter Franz (Wählergemeinschaft BOG). Er erreichte bei der Stichwahl am 22. März 2026 ein Ergebnis von 54,1 Prozent und ist seit 1. Mai 2026 im Amt. Seine Vorgängerin Andrea Probst (CSU) war seit 2020 im Amt. Bei der damaligen Stichwahl am 29. März 2020 setzte sie sich mit 53,43 % durch.

Wappen

Städtepartnerschaften Arco – Italien – 3. September 1983 Arthez-de-Béarn – Frankreich – 4. August 1982 Schotten – Deutschland – 3. Juni 2001 Wilhering – Österreich – 22. Oktober 2002 Sortawala – Russland – 2. Juni 2009 Slavonice – Tschechien – 26. Juni 2012 Crosne – Frankreich – 11. Oktober 2014

mini|hochkant|Die Wallfahrtskirche von der Donauseite (Süden) aus

Kultur Baudenkmäler

Der aus dem Mittelalter stammende Stadtplatz ist mit 400 m Länge und 30 m Breite sehr geräumig. Er wird größtenteils von Bürgerhäusern des 17. bis 19. Jahrhunderts gesäumt. Die gotische und später barockisierte Stadtpfarrkirche St. Florian ging aus einer 1486 erbauten und 1927 bis 1937 erweiterten Kirche hervor. Der Chorraum besitzt ein Netzrippengewölbe und spätgotische Fresken. Auf der Nepomukbrücke über den Bogenbach befindet sich eine Statue des hl. Nepomuk von 1744. Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt auf dem Bogenberg; Ziel der ältesten Marienwallfahrt Bayerns (seit 1104). Bogenberg Kirche St. Salvator mit Klause und Heiland im Kerker Kreismuseum Bogenberg Klosterkirche Oberalteich

Veranstaltungen Volksfest Bogen (jährlich) Pfingstwallfahrt (jährlich) Bogener Rautentage (alle 2 Jahre, 2018 zum fünften Mal) Bogener Bierfestival (erstmals Juli 2018, wurde im Juli 2019 aufgrund hoher Besucherzahlen wiederholt) Klostermarkt in Oberalteich

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Bogen

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Bogen ist seit 1958 mit der Graf-Aswin-Kaserne ein Bundeswehrstandort.

Die Bahnstrecke Straubing–Miltach wurde im Mai 1994 ab Bogen stillgelegt.

Laut offizieller Statistik gab es 2023 am Arbeitsort insgesamt 6568 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 4961. Im verarbeitenden Gewerbe existierten 17 Betriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten, im Bauhauptgewerbe 14 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2023 87 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2554 ha, davon waren 1969 ha Ackerfläche und 585 ha Dauergrünfläche.

Im Gemeindeteil Hofweinzier befindet sich ein Schlachthof der Firma Donautal Geflügelspezialitäten, die zur Untergruppe Lohmann der PHW-Gruppe (bekannt unter der Marke Wiesenhof) gehört. Die Anlage, mit einer Kapazität von bis zu 250.000 Schlachtungen pro Tag eine der größten in Süddeutschland, brannte im Februar 2015 ab und wurde in ähnlicher Größe wieder aufgebaut.

In den Bogener Industriegebieten sind mehrere Unternehmen angesiedelt, zum Beispiel Hydraulik- und Schweißfirmen.

Bildung Kindertageseinrichtungen In der Stadt Bogen gab es 2025 acht Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 497 genehmigten Plätzen. Von den dort tätigen 110 Personen wurden insgesamt 439 Kinder betreut, davon 86 unter drei Jahren.

Schulen Albertus-Schule Sonderpädagogisches Förderzentrum Bogen mit 28 hauptamtlichen Lehrkräften und 154 Schülern (Schuljahr 2024/2025) drei Grundschulen mit gesamt 25 hauptamtlichen Lehrkräften und 320 Schülern (Schuljahr 2024/2025) Herzog-Ludwig-Mittelschule Bogen mit 19 hauptamtlichen Lehrkräften und 253 Schülern (Schuljahr 2024/2025) Ludmilla-Schule Staatliche Realschule Bogen mit 52 hauptamtlichen Lehrkräften und 675 Schülern (Schuljahr 2024/2025) Veit-Höser-Gymnasium Bogen mit 48 hauptamtlichen Lehrkräften und 629 Schülern (Schuljahr 2024/2025)

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Ludwig Ritter von Mussinan (1826–1908), königlicher Generalleutnant bei der bayerischen Armee Annie Krauß (1884–1943)Viele Quellen verzeichnen jedoch einen Weiler bei Lidzbark Warminski in Polen, der vor dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls Bogen hieß, als Geburtsort., deutsche Widerstandskämpferin und Opfer des Nationalsozialismus Xaver Karl (1892–1980), Politiker (SPD/SED), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Franz-Xaver Roiner (1932–2022), Erfinder und Milchwissenschaftler Norbert Kollmer (* 1964), Jurist, Präsident der Landesbehörde Zentrum Bayern Familie und Soziales Andreas Feicht (* 1971), Manager und Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Max Eberl (* 1973), Fußballspieler und Fußballfunktionär Ann-Kathrin Hinz (* 1993), Schauspielerin Maximilian Brunner (* 2006), Eishockeyspieler Personen mit Bezug zu Bogen Christoph Egedacher der Ältere († um 1661), war 1636 als bereits etablierter Orgelbauer in Bogen ansässig

Literatur Heimatbuch der Stadt Bogen, 2. Auflage, Bogen 1987. Hans Neueder: 500 Jahre St. Florian in Bogen, Bogen 1986. Hans Neueder: 1250 Jahre Bogen, 40 Jahre Stadt Bogen, Bogen 1992. Franz X. Bogner: Der Landkreis Straubing-Bogen aus der Luft, Straubing 2018.

Weblinks

Homepage

Einzelnachweise

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