mini|Gardesoldaten mini|Gardebataillon bei einer Parade in Paris (2007) mini|Gardemusik Das Gardebataillon ist ein eigener Truppenkörper im österreichischen Bundesheer, der ausschließlich in der Maria-Theresien-Kaserne in Wien stationiert ist und sowohl als Garde für Repräsentationsaufgaben als auch als infanteristische Kampftruppe Verwendung findet. Derzeitiger Kommandant des Gardebataillons ist Oberst Georg Frischeis (Stand: 11. September 2024). Im Zuge der Bundesheerreform 2016 wurde das Gardebataillon dem Militärkommando Wien als Teil der Territorialkräfte zugeordnet.

Geschichte Das Gardebataillon wurde 1935 als Reaktion auf den Juliputsch österreichischer Nationalsozialisten aufgestellt. Diese waren am 25. Juli 1934 in den Uniformen des damaligen Bundesheeres in das Bundeskanzleramt eingedrungen und hatten Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet. Vom Wiener Kunsthistorischen Museum erhielt es die Fahne der k.u.k. Trabantenleibgarde mit Maria als „Madonna Immaculata“ auf der Rückseite und dem dreifach gekrönten Doppeladler auf der Vorderseite. Die Neuerrichtung in der Zweiten Republik erfolgte 1957.Garde: Die Visitenkarte des Bundesheeres "Die Presse", Print-Ausgabe, 6. Februar 2011.

Kommandanten Folgende Offiziere waren unter anderem Kommandant der Garde (Dienstgrad bei Übernahme des Kommandos): Oberstleutnant Heinrich Philipp –1974https://www.bundesheer.at/download_archiv/pdfs/50jahre_milkdo_w.pdf Major Erwin Klugmayer 1974–1981 Oberst Udo Liwa 1981–2003 Oberst Josef Weber 2003–2006 Major Stefan Kirchebner 2006–2022 OberstdG Markus Reisner 2022–2024 OberstdG Robert Beneder, 2024 Oberst Georg Frischeis, seit 2024

Aufgaben Die Garde setzt sich aus vier Gardekompanien, einer Stabskompanie, einer Kaderpräsenzeinheit und der Gardemusik zusammen. Auch die Jägerbataillone Wien 1 und Wien 2 sowie die Jägerkompanie W13 „Hietzing“ sind der Garde unterstellt.

mini|Der indische Premierminister Narendra Modi mit Außenminister Alexander Schallenberg und einer Ehrenformation des Gardebataillons am Flughafen Schwechat am 9. Juli 2024 Von den Gardekompanien sind maximal zwei gleichzeitig als Ehrenkompanien aktiv und übernehmen die militärischen Repräsentationsaufgaben für den Bundespräsidenten beziehungsweise die Bundesregierung (Akkreditierungen, Kondukte bei Ehrenbegräbnissen und Empfängen mit militärischen Ehren).

Uniform und Ausrüstung miniatur|Gardesoldaten Soldaten der Garde unterscheiden sich durch das scharlachrote Barett, den roten Kragenspiegel mit weißem Vorstoß, das Tragen einer Fangschnur sowie das Exerzieren mit dem StG 58 von den übrigen Einheiten des Bundesheeres. Außerhalb des Protokolldienstes wird aber das Standardgewehr StG 77 verwendet. Unteroffiziere tragen im Repräsentationseinsatz eine geladene Pistole P80 und die Offiziere Offizierstiefel und einen Säbel.

Sonstiges Die Grundausbildung findet in Horn, Allentsteig und gelegentlich auch in Bruckneudorf statt; nach der Grundausbildung wird in die Maria-Theresien-Kaserne nach Wien zurückverlegt. Zur Ausbildung gehören neben einer umfassenden infanteristischen Ausbildung, deren Schwerpunkte unter anderem im Häuserkampf, in der Alpinausbildung und der Aufklärung liegen, auch das intensive Einüben von Gewehrgriffen und des Paradeexerzierens.

Nach einigen Quellen sollen 2008 über 40 Prozent des Gardebataillons Muslime gewesen sein. In der Wiener Maria-Theresien-Kaserne gibt es für sie seit 2004 einen eigenen Gebetsraum.Gerd Millmann: Österreich Für Allah, Volk und Vaterland in Zeit vom 23. Oktober 2008. Eingesehen am 12. Februar 2011.

Die Rekruten einiger Einrückungstermine erlernen neben den Standard-Exerziergriffen und dem Paradeschritt auch zusätzliche, besonders effektvolle Griffe, um an Showvorführungen teilzunehmen.

Bei ausgewählten Einrückungsterminen findet die Auswahltestung für den Aufklärungszug der Stabskompanie statt. Da im Bereich der Aufklärung eine hohe körperliche Belastung abverlangt wird, wird auf die physische Belastbarkeit der Soldaten ein hohes Augenmerk gelegt.

Das Gardemaß der Soldaten ist auf 1,76 Meter festgelegt. auf der Website des Bundesheer (abgerufen am 18. September 2020)

Unter der Regie von David Wagner entstand 2021 der Spielfilm Eismayer über den Ausbildner Vizeleutnant Charles Eismayer vom Gardebataillon mit Gerhard Liebmann in der Titelrolle.

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Einzelnachweise

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