Die Michael Weinig AG in Tauberbischofsheim ist laut eigenen Angaben (Stand 2025) der weltweit größte Hersteller von Maschinen und Systemen in der Massivholzbearbeitung.

Geschichte Gründung Die Firma Weinig wurde von Michael Weinig 1905 als Handels- und Fertigungsbetrieb gegründet. Während des Zweiten Weltkriegs kam die Produktion der Firma zum Erliegen.Michael Weinig AG: Geschichte. Meilensteine. Online auf www.weinig.com. Abgerufen am 28. November 2015.

Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde das stillliegende Unternehmen unter Bertold Weinig (* 1921)Weinig, Bertold. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1319. wieder aufgebaut. 1947 wurde die Produktion auf Holzbearbeitungsmaschinen umgestellt. Bereits 1948 führte Weinig als erstes Unternehmen seiner Branche die Serienfertigung ein. 1973 wechselte die Firma unter ihrem geschäftsführenden Gesellschafter Bertold Weinig auf die Rechtsform einer GmbH & Co. KG. 1983 kam es zur Umwandlung des Unternehmens in eine GmbH.

Börsennotierung und Übernahme Im Jahr 1988 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Michael Weinig AG war von 1989 bis 2002 börsennotiert und gehört bereits seit 1984 mehrheitlich kuwaitischen Investoren.

Unternehmensentwicklung ab 2020

Im April 2020 kündigte die Michael Weinig AG den Abbau von 200 Arbeitsplätzen an. Als Ursache wurden ein erheblicher Auftragsrückgang in Folge der COVID-19-Pandemie und eine erwartete länger anhaltende Rezession angeführt. Rund 100 Arbeitsplätze sollten am Hauptsitz in Tauberbischofsheim entfallen. Zudem sollte bis Ende 2020 das Werk der Tochtergesellschaft Raimann Holzoptimierung GmbH & Co. KG in Freiburg im Breisgau geschlossen und die Produktion nach Illertissen verlagert werden. Im August 2021 gab die Michael Weinig AG jedoch bekannt, dass die Verlagerung des Standorts von Freiburg nach Illertissen nicht stattfinden werde. Stattdessen soll der Standort langfristig erhalten bleiben, und Raimann Holzoptimierung zog im Januar 2022 von Freiburg-Hochdorf ins nahegelegene Malterdingen um.

Am 3. Januar 2026 gab die Michael Weinig AG bekannt, dass im Rahmen eines Transformationsprogramms weltweit mehr als 400 Arbeitsplätze innerhalb von zwei Jahren abgebaut werden sollen. Zudem sind Standortschließungen und -verlagerungen, vor allem innerhalb Deutschlands, geplant. Der Standort Alfeld (Leine), ursprünglich Hauptsitz der Weinig GreCon GmbH & Co. KG mit 140 Arbeitsplätzen, soll vollständig aufgegeben werden. Als Gründe wurden eine schwache Auftragslage sowie anhaltende geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten genannt. Gewerkschaftsvertreter äußerten Kritik an den Plänen und forderten alternative Konzepte zur Sicherung der Arbeitsplätze.

Am 13. Mai 2026 einigte sich die Michael Weinig AG, der Konzernbetriebsrat sowie die Tarifpartner IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall auf einen Zukunftstarifvertrag. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird am Standort Malterdingen die Produktion bis Ende 2026 eingestellt und auf andere deutsche Standorte verlagert, während Vertrieb, Service und Konstruktion vor Ort erhalten bleiben.

Im Juli 2026 verkleinerte die Michael Weinig AG ihren Vorstand von drei auf zwei Mitglieder. Der bisherige Technikvorstand Georg Hanrath legte sein Vorstandsmandat nieder und verließ Ende Juli 2026 das Unternehmen. Seitdem besteht der Vorstand aus dem Vorstandsvorsitzenden Gregor Baumbusch und dem Finanzvorstand Michael Amann.

Unternehmensstruktur Weinig-Gruppe Unter dem Markennamen Weinig bieten mehrere Einzelunternehmen eine Produktpalette an, die die gesamte Prozesskette in der Massivholzbearbeitung abdeckt. Dazu gehören Hersteller von Längskreissägen, Vielblattsägen und Trennbandsägen (Raimann Holzoptimierung GmbH & Co. KG), Kappsägen und Verleimpressen (Weinig Dimter GmbH & Co. KG), Hochgeschwindigkeitshobelmaschinen (Michael Weinig AG), Keilzinkenanlagen und Doppelendprofilern (Weinig Grecon GmbH & Co. KG) und Scannern (LuxScan Technologies). Außerdem werden Anlagenprojekte konzipiert und vertrieben. Der Bereich Holzwerkstoff wird von der Holz-Her GmbH unter der eigenständigen Marke Holz-Her vertreten.

Niederlassungen und Standorte Weinig produziert in Deutschland, Österreich, Luxemburg, den USA und der Volksrepublik China und vermarktet seine Produkte weltweit. Mit 30 Tochtergesellschaften und Niederlassungen ist Weinig in Europa, Amerika, Asien sowie in Australien vertreten.

Produkte Das Unternehmen entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen für die Massivholz verarbeitende Industrie und das Handwerk. Dazu gehören Hobel- und Kehlautomaten, Fensterbearbeitungscenter, Werkzeugschleifmaschinen, Vierseitenhobelmaschinen, Sondermaschinen und Automatisierungen. Unter dem Markennamen Weinig werden außerdem Vielblattsägen, Kappsägen, Verleimpressen, Hochgeschwindigkeitshobelmaschinen, Trennbandsägen, Keilzinkenanlagen, Doppelendprofiler, Scanner, Steuerungssysteme und komplette Anlagenprojekte konzipiert und vertrieben. Unter dem Markennamen Holz-Her werden Kantenanleimmaschinen, CNC-Bearbeitungszentren, Horizontale Druckbalkensägen und Vertikale Plattenaufteilsägen vertrieben.

Siehe auch Liste von Werkzeugmaschinenbauern

Literatur Josef Heer: Tauberbischofsheim heute. 2. Auflage. Druckerei und Buchbinderei der Justizvollzugsanstalt Heilbronn 1983 (S. 98 f., mit Abbildungen der Michael Weinig AG).

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise

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