mini|hochkant|Rathaus (Mairie) mini|hochkant|Kirche St. Remi (15.–16. Jh.)

Rozérieulles ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Metz.

Geographie Rozérieulles liegt sieben Kilometer westlich von Metz links der Mosel auf einer Höhe zwischen 184 und 342 m über dem Meeresspiegel, die mittlere Höhe beträgt 234 m. Das Gemeindegebiet umfasst 6,58 km².

Geschichte Der Ort wurde 977 erstmals als Rosolae erwähnt. Weitere überlieferte Ortsbezeichnungen sind unter anderem Roserulis (1161), Roserueles (1200), Roserioles (1221), Rouzeruelle (1250) und Rozerieulle (1487.). Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 884–886 (books.google.de). Der Ort war im Mittelalter Besitz der Bischöfe von Metz. Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 286–287 (google.books.de). Hier verlief einst die Römerstraße von Reims nach Trier.

Im Dezember 1434 wurde der Ort von Horden demobilisierter Söldner verheert und verwüstet, die von Jean Poton de Xaintrailles angeführt wurden. Während der Belagerung von Metz 1444 waren hier Truppen der Belagerer. Während der Belagerung von Metz 1552 durch den französischen König Heinrich II. überfiel der französische Marschall Vieilleville nachts das Dorf Rozérieulles, in dem fünf Kompanien Lanzenknechte und ebenso viele Schwadronen Reiter lagen, und tötete 700 Verteidiger.Friedrich Schiller: Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Marschalls von Vieilleville (projekt-gutenberg.org).

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Landkreis Metz im Bezirk Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner bauten Kartoffeln, Wein, Obst und besonders Mirabellen an. Auf der Gemarkung des Orts gab es zwei Getreidemühlen, eine Ölmühle, ergiebige Steinbrüche, Kalköfen, eine Bierbrauerei und eine Eisengießerei.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden und wurde Teil des Département Moselle. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.

In den Jahren 1915 bis 1918 und 1940 bis 1944 trug der Ort den eingedeutschten Namen Roseringen.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019Einwohner 961 923 1115 1057 916 1326 1350 1343

Sehenswürdigkeiten

Literatur Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch. Metz 1874, S. 91 (books.google.de).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Grand Est Kategorie:Ersterwähnung 977