Der Städtische Konzertchor „Winfridia“ ist ein klassischer Chor in Fulda.
Geschichte
Am 10. Januar 1876 wurde in Fulda die „Gesang-Gesellschaft-Winfridia“ als katholischer Männer-Gesangverein gegründet. Benannt nach Winfried Bonifatius, dem „Apostel der Deutschen“, sah er seine Hauptaufgabe zunächst im mehrstimmigen Chorgesang zur Verschönerung der Gottesdienste im Fuldaer Dom, besonders an hohen kirchlichen Festtagen. Nach dem Kulturkampf öffnete man sich auch für die weltliche Chorliteratur und beteiligte sich fortan an nationalen Musikfesten und an Kritiksingen.
Ende 1904 zählte der Männerchor bereits über 100 aktive Sänger. Mit der Angliederung eines Frauenchores wurde die „Winfridia“ ab dem 16. Mai 1928 ein gemischter Chor.
Sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg rissen merkliche Lücken in den Chor, aber immer wieder fanden sich engagierte Männer, die durch ihren persönlichen Einsatz das Chorleben wieder aktivierten. 1947 wurde die „Winfridia“ schließlich Oratorienchor, und aufgrund ihrer besonderen Verdienste um das musikalische Wirken innerhalb und außerhalb Fuldas hat ihr der Magistrat der Stadt Fulda im Jahre 1948 das Prädikat „Städtischer Konzertchor“ verliehen. Seit dieser Zeit werden jährlich mindestens zwei Chorwerke der Weltliteratur zur Aufführung gebracht.
Der Chor sang auf Konzertreisen im In- und Ausland, so in Budapest, Como, Davos, Arles und Straßburg, Rom, Assisi, Israel (mit Konzerten in Tabgha und Jerusalem), Leitmeritz und Dokkum.
Im Jahre 2001 feierte der Chor sein 125-jähriges Bestehen mit der Aufführung „Der Jahreszeiten“ von Joseph Haydn und des „Requiem“ von Giuseppe Verdi. Von 1982 bis 2011 war Chordirektor ADC Reinhold Feldmann verantwortlicher musikalischer Leiter.
Seit 2011 hat Chordirektor BDC Carsten Rupp die musikalische Leitung des Konzertchors inne und das Repertoire um weltliche Werke der chorsymphonischen Klassik des 20. Jahrhunderts erweitert.
Im Jahr 2014 schloss sich der Chor dem Verband Deutscher Konzertchöre an.
Musikalischer Teil Das Repertoire der „Winfridia“ umfasst Requiem-Vertonungen von Verdi, Mozart und Brahms, die Matthäus- und Johannespassion sowie die h-Moll-Messe und das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach; zur Aufführung kommen auch die Oratorien Haydns („Schöpfung“ und „Jahreszeiten“) und Händels ("Messiah") sowie Mendelssohns „Elias“ und „Paulus“.
Für die Musik des 20. Jahrhunderts stehen Werke wie „Der ewige Kreis“ von Fritz Rothschuh (Uraufführung), A Sea Symphony von Ralph Vaughan Williams, Annelies von James Whitbourn oder Yunus Emre Oratoryosu von A.Adnan Saygun.
Darüber hinaus präsentiert der Chor regelmäßig Galakonzerte mit Opernchören und Filmmusiken sowie kammermusikalische Stundenkonzerte.
Vorsitzende 1876–1884: Pfarrer Nikolaus Füller 1885–1891: Clemens Latsch 1892–1892: Karl Hahner 1893–1905: Clemens Latsch 1906–1906: Karl Hahner 1907–1914: Josef Latsch 1914–1921: Eduard Kaufmann 1921–1956: Josef Latsch 1956–1977: Hans Will 1977–1980: Heiner Millan 1980–2000: Hans Will 2000–2007: Michael Traut 2007–2018: Maximilian Traut 2018–2020: Ruth Gutberlet 2020–2025: Susanne Haskamp seit 2025: Elke Hohmann
Dirigenten 1876–1883: Pfarrer Wilhelm Malkmus 1884–1885: Lehrer Aloysius Genssler 1886–1891: Martin Burschel 1892–1894: Lehrer Johann Georg Ebel 1895–1905: Lehrer Eustach Mänz 1905–1910: Lehrer Amand Hohmann 1910–1922: Musikdirektor Gottfried Leber 1922–1945: Studienrat Jakob Zilliken 1945–1947: Lehrer Leonhaard Klassert 1947–1953: Studienrat Heinz von Schumann 1953–1956: Dommusikdirektor Fritz Krieger 1957–1970: Robert Pessenlehner 1970–1978: Manfred Kroh 1979–1981: James A. Seger 1982–2011: Chordirektor ADC Reinhold Feldmann seit 2011: Chordirektor BDC Carsten Rupp
Kategorie:Gemischter Chor Kategorie:Kultur (Fulda) Kategorie:Chor (Hessen) Kategorie:Bonifatius als Namensgeber