Die 7,62 × 25 mm Tokarew M1930 ist eine sowjetische Pistolenpatrone. Sie wurde in den 1920er-Jahren zusammen mit der Selbstladepistole TT-30 entwickelt.

Geschichte In der Roten Armee wurden neben den Ordonnanzrevolvern Nagant M1895 auch größere Stückzahlen der Selbstladepistole Mauser C96 im Kaliber 7,63 × 25 mm verwendet. Dadurch war die Mauser-Munition in der Sowjetunion weit verbreitet. Da eigene Waffen- und Munitionsentwicklungen in der Sowjetunion ebenso wie im früheren Zarenreich auf zölligen Maßen beruhten, wurde die Patrone im Zuge der Entwicklung der ersten sowjetischen Selbstladepistole auf die gängigen Maschinen angepasst. Die alte Einheit Linie in der Feinmechanik entspricht 1/10 Zoll, somit ergeben drei Linien ein Kaliber von 7,62 mm.

Unterschiede zur Mauserpatrone Die Unterschiede der Abmessungen zur Mauserpatrone sind so gering, dass beide Patronen aus den jeweils für die andere Munitionsart vorgesehenen Waffen verschossen werden können. Dies wird allerdings nicht empfohlen. Insbesondere wurde die sowjetische Munition mit stärkerem Pulver produziert, sodass der Gasdruck häufig leicht über dem Bereich lag, für den die Mauser spezifiziert war, und deren Verschleiß erhöht. Parameter 7,63 × 25 mm Mauser 7,62 × 25 mm Tokarew Geschossdurchmesser (mm) 7,86 7,85 Hülsenlänge (mm) 25,15 25,10 Hülsenschulter (mm) 8,46 8,45 Hülsenhals (mm) 8,46 8,44 Patronenlänge (mm) 34,80 35,00 Patronenbodendurchmesser (mm) 9,88 9,96 V0 (m/s) 430 430 Geschossenergie (J) 509 508 Geschossgewicht (g) 5,51 5,50 Pulvergewicht (g) 0,50 0,50Gesamtgewicht (g) 10,50 10,50 Weitere Unterschiede gibt es in Bezug auf Geschossart und -aufbau sowie das Material der Hülse; die Hülsen der Mausermunition wurden hauptsächlich aus Messing hergestellt, bei der Tokarewpatrone war es lackierter Stahl, vor allem während des Zweiten Weltkrieges.

Munitionssorten Vollmantel mit Bleikern Vollmantel mit Stahlkern Panzerbrand Leuchtspur

Einsatz Mit der verstärkten Auslieferung der Tokarew-Pistolen, später auch der Maschinenpistolen PPD-38/PPD-40 bzw. PPSch-41, wurde die 7,62er-Patrone M1930 in der Roten Armee zunehmend verwendet, auch wenn im Zweiten Weltkrieg viele Offiziere noch den Nagant-Revolver bevorzugten. Nach dem Kriegsende fand sie in den Staaten des Warschauer Vertrages weite Verbreitung; zusätzlich in den Staaten, die von der Sowjetunion militärisch unterstützt wurden, wie beispielsweise die Volksrepublik China und Nordvietnam, aber auch bei den Befreiungsbewegungen in afrikanischen Staaten.

Sowjetunion TT-30/TT-33 PPD-38/PPD-40 PPSch-41 PPS-43

China Pistole Modell 51 Maschinenpistole Modell 43 Maschinenpistole Modell 50 Maschinenpistole Modell 64 mit Schalldämpfer

Jugoslawien Maschinenpistole Modell 49 und Modell 49/57 Maschinenpistole Modell 56

Polen Maschinenpistole M43, M43/52

Tschechoslowakei Pistole vz. 52 Maschinenpistole Sa vz. 48

Ungarn Maschinenpistole 48 M

Vietnam Maschinenpistole K50M

Andere Bezeichnungen 7,62 mm Typ P 7,62 mm Tokarew 7,62 × 25 TT .30 Tokarev (0,3 Zoll)

Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Patronenmunition