mini|296px|Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen Die Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald) war bis zum 31. Dezember 2019 eine eigenständige Verbandsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Ihr gehörten die Stadt Altenkirchen (Westerwald) sowie 41 weitere Ortsgemeinden an, der Verwaltungssitz war in Altenkirchen (Westerwald). Aufgrund des Landesgesetzes über den Zusammenschluss der Verbandsgemeinden Altenkirchen (Westerwald) und Flammersfeld vom 10. Oktober 2018 entstand zum 1. Januar 2020 die neue fusionierte Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld als Rechtsnachfolgerin.

Geographie Die Ortschaften der Verbandsgemeinde liegen im Altenkirchener Becken und auf den das Becken umgebenden Höhenzügen. Das Becken wird von der Wied, die bei Ingelbach in das Gebiet der Verbandsgemeinde eintritt, durchzogen. Bevor sie bei Neitersen die Verbandsgemeinde Flammersfeld erreicht, hat sie innerhalb der Verbandsgemeinde Altenkirchen zahlreiche kleinere Bäche (Almersbach, Erbach, Quengelbach, Ölfer Bach) aufgenommen.

Die höchsten Erhebungen der Verbandsgemeinde sind der Beulskopf (388 m), der Asberg bei Weyerbusch (334 m) und der Dorn bei Altenkirchen (282 m).

Verbandsangehörige Gemeinden Ortsgemeinde, Stadt Fläche (km²) Einwohner Almersbach 0,61 412 Altenkirchen (Westerwald), Stadt 10,98 6.305 Bachenberg 1,67 104 Berod bei Hachenburg 5,05 562 Birnbach 3,11 626 Busenhausen 3,02 349 Eichelhardt 2,84 519 Ersfeld 1,40 69 Fiersbach 3,04 254 Fluterschen 3,37 644 Forstmehren 1,61 141 Gieleroth 5,92 649 Hasselbach 5,76 311 Helmenzen 4,15 884 Helmeroth 3,57 186 Hemmelzen 2,83 279 Heupelzen 2,58 247 Hilgenroth 2,96 303 Hirz-Maulsbach 6,14 307 Idelberg 1,13 65 Ingelbach 5,08 502 Isert 1,84 109 Kettenhausen 1,68 280 Kircheib 6,55 516 Kraam 2,73 177 Mammelzen 4,12 1.074 Mehren 3,67 495 Michelbach (Westerwald) 4,42 532 Neitersen 5,64 860 Obererbach (Westerwald) 3,63 548 Oberirsen 9,45 609 Oberwambach 3,99 416 Ölsen 2,26 88 Racksen 1,97 137 Rettersen 3,21 363 Schöneberg 3,20 416 Sörth 1,99 250 Stürzelbach 1,77 230 Volkerzen 1,98 85 Werkhausen 5,75 227 Weyerbusch 4,22 1.385 Wölmersen 2,63 371 Verbandsgemeinde Altenkirchen 153,49 22.886 Stand der Einwohnerzahlen: 31. Dezember 2019 (Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz)

Geschichte Die Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald) entstand mit dem Achten Verwaltungsvereinfachungsgesetz des Landes Rheinland-Pfalz, das am 28. Juli 1970 durch den damaligen Ministerpräsidenten Helmut Kohl verkündet wurde und am 7. November 1970 in Kraft trat, aus den bisherigen Verbandsgemeinden Altenkirchen und Weyerbusch, die wiederum am 1. Oktober 1968 aus den ehemaligen Ämtern Altenkirchen und Weyerbusch hervorgegangen waren.

Die Verbandsgemeinde Weyerbusch mit ihren 22 Gemeinden zählte etwa 5.600 Einwohner und erreichte so nicht die von der Landesregierung ausgegebene Soll-Richtzahl von 7.500 Einwohnern pro Verbandsgemeinde. So wurde sie in die seinerzeit noch 25 Gemeinden umfassende und 12.500 Einwohner zählende Verbandsgemeinde Altenkirchen eingegliedert. Hinzu kamen von der Verbandsgemeinde Hachenburg im Oberwesterwaldkreis die Ortsgemeinde Berod bei Hachenburg, sowie von der Verbandsgemeinde Flammersfeld die Ortsgemeinden Schöneberg und Neiterschen mit Kahlhardt und Fladersbach, Neiterschen hatte sich schon am 7. Juni 1969 mit den Ortsgemeinden Niederölfen und Neitersen zur Ortsgemeinde Neitersen in Form einer Neubildung zusammengeschlossen. Vorher, am 1. Mai 1969, wurden die zur Verbandsgemeinde Weyerbusch zählenden Gemeinden Marenbach und Rimbach nach Oberirsen sowie die Gemeinde Hilkhausen mit den Ortsteilen Wiesplacken und Irlen nach Weyerbusch eingemeindet.

Die zur Verbandsgemeinde Weyerbusch gehörenden Ortsgemeinden Giershausen und Ziegenhain wurden 1970 in die Verbandsgemeinde Flammersfeld eingegliedert. Die selbstständige Gemeinde Dieperzen wurde schließlich auf eigenen Wunsch am 10. Juni 1979 nach Altenkirchen eingemeindet.

Die Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald) war Rechtsnachfolgerin der Verbandsgemeinden Altenkirchen und Weyerbusch.

Aufgrund des Landesgesetzes über den Zusammenschluss der Verbandsgemeinden Altenkirchen (Westerwald) und Flammersfeld vom 10. Oktober 2018 entstand zum 1. Januar 2020 die neue fusionierte Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld als Rechtsnachfolgerin.

Bevölkerungsentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl, bezogen auf das Gebiet der Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald); die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 6.490 1835 8.845 1871 11.159 1905 12.998 1939 14.619 1950 16.714 Jahr Einwohner 1961 17.475 1970 18.285 1987 18.495 1997 22.832 2005 23.612

Politik Verbandsgemeinderat Aufgrund der zum 1. Januar 2020 anstehenden Fusion der Verbandsgemeinden Altenkirchen (Westerwald) und Flammersfeld wurde bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 bereits in Neustruktur gewählt (siehe: Ergebnis). Die Amtszeit der bisherigen Verbandsgemeinderäte wurde per Landesgesetz bis zum 31. Dezember 2019 verlängert. Der somit für das gesamte Kalenderjahr 2019 amtierende Verbandsgemeinderat Altenkirchen (Westerwald) bestand aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im früheren Verbandsgemeinderat: Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt 2014 14 12 4 2 4 36 Sitze 2009 14 11 3 4 4 36 Sitze 2004 14 14 3 2 3 36 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Verbandsgemeinde Altenkirchen e. V.

Bürgermeister Die Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen seit 1968:Der Landkreis Altenkirchen im 20. Jahrhundert, herausgegeben von der Kreisverwaltung Altenkirchen, 1992, Seite 510, ISBN 3-925190-10-4 Zeitraum Bürgermeister Anmerkung 1968–1971 Emil Haas (SPD) 1950–1968 war Haas Amtsbürgermeister im Amt Altenkirchen 1971–1992 Karlheinz Klöckner (SPD) 1992–2016 Heijo Höfer (SPD) 2016–2017 unbesetzt Nachdem Höfer zum 1. Dezember 2016 für Thorsten Wehner in den Landtag Rheinland-Pfalz nachgerückt ist, wurden die Aufgaben bis zur Neubesetzung vom 1. Beigeordneten Heinz Düber übernommen. 2018–2019 Fred Jüngerich (parteilos) Verkürzte Amtszeit wegen der Fusion der Verbandsgemeinden Altenkirchen und Flammersfeld Fred Jüngerich setzte sich bei der Stichwahl am 15. Oktober 2017 mit einem Stimmenanteil von 65,4 % durch, nachdem bei der Wahl am 24. September 2017 keiner der ursprünglich vier Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte. Jüngerich trat sein Amt am 1. Januar 2018 an. Wegen der Fusion der Verbandsgemeinden endete diese Amtszeit per Landesgesetz vorzeitig am 31. Dezember 2019.

Siehe auch Liste der Bürgermeister von Altenkirchen (Westerwald)

Wahlkreise Bei Landtagswahlen gehörten die der Verbandsgemeinde Altenkirchen angehörenden Gemeinden zum Wahlkreis 02-Altenkirchen, bei Bundestagswahlen zum Wahlkreis 198-Neuwied.

mini|hochkant=0.4|Wappen der Verbandsgemeinde Altenkirchen

Wappen Das Wappen zeigt in Rot einen goldenen Leoparden mit schwarz-weiß gestücktem Bord. Der Leopard, das Wappen des Grafen von Sayn, wird bereits seit dem Jahr 1907 als Wappen der Kreisstadt Altenkirchen geführt. Durch ein zugefügtes schwarz-weißes Bord und das Weglassen der Mauerkrone ist das Wappen des früheren Amtes Altenkirchen gegenüber dem Wappen der Kreisstadt Altenkirchen geändert worden. Das schwarz-weiß getünchte Bord betont die Zugehörigkeit zu Preußen.

Kommunalpartnerschaften Die Verbandsgemeinde Altenkirchen unterhielt seit 1972 mit der französischen Stadt Tarbes im Département Hautes-Pyrénées und seit 1995 mit der polnischen Gemeinde Olszanka in der Woiwodschaft Oppeln Kommunalpartnerschaften.

Auf der Grundlage der Partnerschaft mit Tarbes fand ein Schüleraustausch statt, an dem das Westerwald-Gymnasium und die Realschule Plus Altenkirchen teilhaben. Weiterhin sind aus der Partnerschaft auch Kontakte zwischen verschiedenen Vereinen entstanden. Auch bei der Partnerschaft mit Olszanka hatte der Jugendaustausch Vorrang. Außerdem hatten die Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde Altenkirchen und der Gemeinde Olszanka freundschaftliche Beziehungen zueinander aufgebaut.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Altenkirchen, Bahnhof Durch die Verbandsgemeinde Altenkirchen führen die Bundesstraßen 8, 256 und 414.

Die Verbandsgemeinde ist an die Bahnstrecken Limburg–Altenkirchen und Engers–Altenkrichen–Au angebunden. Zwischen Au, Altenkirchen und Limburg verkehren Regionalzüge der Hessischen Landesbahn. Seit 1. August 2002 wird der VRS-Tarif als Übergangstarif im Eisenbahnverkehr im Kreis Altenkirchen anerkannt. Bahnstationen gibt es in Altenkirchen (Westerwald), Ingelbach und Obererbach.

Bildung Grundschulen Pestalozzi-Grundschule Altenkirchen Erich-Kästner-Grundschule Altenkirchen Bürgermeister-Raiffeisen-Schule Weyerbusch FEBA – Freie Evangelische Bekenntnisschule Altenkirchen

Staatliche Kooperative Gesamtschule Altenkirchen Westerwald-Gymnasium Realschule Plus

Volkshochschule Als staatlich anerkannte Einrichtung der Weiterbildung übernimmt das Haus Felsenkeller e. V. die Aufgaben der außerschulischen Bildung für die Verbandsgemeinde Altenkirchen.

Studieneinrichtungen Theologisches Seminar Rheinland in Wölmersen

Tourismus Die Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald) verfügt über ein ausgebautes und markiertes Wander- und Radwegenetz. So bieten unter anderem das landschaftlich reizvolle Mehrbachtal im Westen der Verbandsgemeinde und das zur „Kroppacher Schweiz“ gehörige Nistertal bei Helmeroth im Nordosten individuelle und interessante Wanderungen. Auch der 2008 eröffnete und insgesamt 235 Kilometer lange „Westerwald-Steig“ liegt mit einer Strecke von 28 Kilometern in der Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald). Hierbei führt der Westerwald-Steig auch am Beulskopf vorbei. Der Beulskopf, die höchste Erhebung (388 Meter ü. NN), liegt im Norden in der Ortsgemeinde Heupelzen. Hier wurde 1990 ein hölzerner Aussichtsturm – der „Raiffeisenturm“ – mit einer Höhe von 35 m errichtet. Benannt wurde er zu Ehren des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

Literatur (Auswahl) Kreisverwaltung Altenkirchen (Hrsg.): Der Landkreis Altenkirchen im 20. Jahrhundert. Eine Chronik, 1. Auflage, Altenkirchen 1992 (ISBN 3-925190-10-4). Jakob Rausch: Geschichte des Kreises Altenkirchen, Nachdruck der Ausgabe von 1921, Schaan/Liechtenstein 1983. Kreisverwaltung Altenkirchen (Hrsg.): Land an Sieg und Wied. Heimatkunde des Kreises Altenkirchen, Wissen 1987. Horst Heinemann: Geschichte und Geschichten über die Entwicklung der Verbandsgemeinde Altenkirchen von der Steinzeit bis zur Neuzeit. Die Verbandsgemeinde Altenkirchen im Spiegel der Zeitgeschichte, Altenkirchen 2008. Heinrich Holschbach: Volkskunde des Kreises Altenkirchen. Elberfeld 1928. Jakob Rausch (Hrsg.): Geschichte des Kreises Altenkirchen. Altenkirchen 1921. Martin Sinemus: Die Geschichte der evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises Altenkirchen (Westerwald). Saarbrücken 1933. Daniel Schneider: Die Geschichte der Ortsgemeinde Obererbach (Westerwald). Die Ortschaften Hacksen, Niedererbach, Obererbach und Koberstein vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 2 Bände, Obererbach 2009, ISBN 978-3-00-027494-7 (mit Zusammenfassung der Entwicklung der Bürgermeisterei und Verbandsgemeinde Altenkirchen).

Einzelnachweise

Altenkirchen Altenkirchen Kategorie:Aufgelöst 2019