Die Eselsdistel (Onopordum) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung mini|Achäne mit Pappus von Onopordum nervosum
Vegetative Merkmale Onopordum-Arten sind zweijährige, krautige Pflanzen, selten sind sie mehrjährig. Im ersten Jahr wird eine Rosette gebildet. Im zweiten Jahr wachsen sie zu teils imposanten Wuchshöhen von 0,5 bis 4 Metern und Pflanzendurchmessern von 1,5 Metern. Sie sind mit lockeren und spinnwebigen Haaren bedeckt.
Die meist ungestielten Laubblätter sind gezähnt oder fiederteilig, wellig und dornig. Ihre breiten herablaufenden Ränder bilden am Stängel dornige Flügel.
Generative Merkmale Der Gesamtblütenstand ist weit ausladend und verzweigt. Die körbchenförmigen Teilblütenstände sind groß, kugelig und mehrreihig mit steifdornigen Hüllblättchen umgeben. Es sind nur purpurrote (selten weiße oder rosafarbene) Röhrenblüten vorhanden.
Die Achänen sind abgeflacht und vier- bis fünfkantig. Der Pappus besteht aus vielen Reihen von Borsten, die an ihrer Basis verwachsen sind.
Systematik und Verbreitung mini|Stängellose Eselsdistel (Onopordum acaulon) mini|Onopordum cynarocephalum mini|Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blütenkorb von Onopordum platylepis
Die Gattung Onopordum wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 827 aufgestellt. Der botanische Gattungsname Onopordum setzt sich aus den Griechischen Wörtern: ónos für Esel und porde für Blähung zusammen.
Die Gattung Onopordum gehört zur Subtribus Carduinae aus der Tribus Cardueae in der Unterfamilie Carduoideae innerhalb der Familie Asteraceae.
Arten und ihre Verbreitung Die meisten Arten der Eselsdisteln haben ihre Areale in den Mittelmeerländern; sie kommen vom mitteleuropäischen Raum bis Zentralasien und in Nordafrika vor. In einigen Ländern wurden einzelne Arten als Zierpflanzen eingeführt und breiten sich als invasive Pflanzen rasch aus.
Es gibt etwa 40 (25 bis 60) Arten in der Gattung der Eselsdisteln (Onopordum) (Auswahl): Gewöhnliche Eselsdistel (Onopordum acanthium ) Stängellose Eselsdistel (Onopordum acaulon ): Sie kommt in Spanien, Frankreich, Marokko, Algerien und Tunesien vor. Onopordum alexandrinum : Sie kommt in Ägypten, auf der Sinaihalbinsel, in Israel, Jordanien und im Gebiet von Syrien und Libanon vor. Onopordum anatolicum : Sie kommt in der Türkei vor. Onopordum arenarium : Sie kommt in Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen vor. Onopordum armenum (Syn. Onopordum frickii ): Sie kommt in Armenien und in der Türkei vor. Onopordum bracteatum : Sie kommt auf Inseln der Ägäis, auf Kreta, auf Zypern und in der Türkei vor. Onopordum candidum : Sie kommt in der Türkei vor. Onopordum caricum : Sie kommt in der Türkei vor. Onopordum caulescens : Sie kommt in Malta, auf Inseln der Ägäis, in Griechenland und in der Türkei vor. Onopordum cinereum : Sie kommt in Transkaukasien vor. Onopordum corymbosum (Syn. Onopordum tauricum subsp. corymbosum , Onopordum humile ): Sie kommt in Spanien und Frankreich vor. Onopordum cynarocephalum : Sie kommt in Israel, Jordanien im Libanon und in Syrien vor. Onopordum davisii : Sie kommt in der Türkei vor. Onopordum dissectum : Sie kommt in Spanien und in Marokko vor. Onopordum heteracanthum (Syn. Onopordum anisacanthum ): Sie kommt in der Türkei, in Syrien, Libanon, im Gebiet von Israel und Jordanien und in Transkaukasien vor. Onopordum illyricum : Sie kommt in Südeuropa und in Vorderasien vor. Onopordum jordanicola : Sie kommt in Israel und in Jordanien vor. Onopordum laconicum : Sie kommt in Griechenland vor. Onopordum leptolepis : Sie wurde aus dem Gebiet des Iran erstbeschrieben. Onopordum macracanthum : Sie kommt in Portugal, Spanien, auf den Balearen, auf Sardinien, in Marokko und Algerien vor. Onopordum majorii : Sie kommt auf Inseln der Ägäis und auf Kreta vor. Onopordum messeniacum : Sie kommt in Griechenland vor. Onopordum micropterum (Syn. Onopordum nogalesii ): Sie kommt in Spanien und auf Fuerteventura vor. Onopordum nervosum : Sie kommt in Portugal und Spanien vor. Onopordum platylepis : Sie kommt in Tunesien und Libyen vor. Onopordum prjachinii : Sie kommt in Zentralasien vor. Onopordum sarrafii : Sie kommt im Irak vor. Onopordum seravschanicum : Sie kommt in Zentralasien vor. Onopordum sirsangense : Sie kommt in der Türkei vor. Türkische Eselsdistel (Onopordum tauricum , Syn. Onopordum argolicum ): Sie kommt in Südeuropa, Südosteuropa und in der Türkei vor. Onopordum turcicum : Sie kommt in der Türkei vor.
Hybriden Onopordum ×brevicaule (= Onopordum acanthium × Onopordum acaulon) Onopordum ×erectum (= Onopordum corymbosum × Onopordum nervosum subsp. castellanum) Onopordum ×macronervosum (= Onopordum macrocanthum × Onopordum nervosum) Onopordum ×onubense (= Onopordum dissectum × Onopordum macrocanthum) Onopordum ×spinosissimum (= Onopordum acanthium × Onopordum illyricum)
Nutzung Ihre noch nicht aufgeblühten Blütenkorbböden kann man wie Artischocken zubereiten.
Quellen Literatur David J. Keil: Onopordum. In: , textgleich online wie gedrucktes Werk.
Einzelnachweise bei zuletzt abgerufen am 9. Februar 2012 Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Onopordum. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt bei Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009. C. C. Townsend: A New Iraqi Species of Onopordum (Compositae): Contributions to the Flora of Iraq: XIV. In: Kew Bulletin. Band 42, Nr. 2, 1987, S. 439–441. Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Der Kosmos-Heilpflanzenführer. Europäische Heil- und Giftpflanzen. 6., neu bearb. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1995, ISBN 3-440-06954-0, S. 166. David J. Keil: Onopordum. In: , textgleich online wie gedrucktes Werk.
Weblinks
Kategorie:Carduoideen