Die Namenlose (auch Namenlosbach und Lamelofe genannt, fälschlich gelegentlich namenloser Bach) ist ein 8,4 km langer, südöstlicher und orographisch rechter Zufluss der Neger im nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis.

Geographie Verlauf Die Namenlose entspringt und verläuft in der Region Sauerland im Rothaargebirge und im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Ihre Quelle liegt auf der Winterberger Hochfläche nahe dem Nordrand der Kernstadt von Winterberg auf etwa .

Die Namenlose fließt anfangs in Richtung Westen zur Einmündung der von Süden kommenden Büre. Dann verläuft sie nordwestwärts und nordwärts durch das westsüdwestlich der Nordhelle () liegende Silbach, einen nordwestlichen Stadtteil von Winterberg, wo sie auch Lamelofe genannt und durch die von der Nordhelle kommenden Strülleken gespeist wird. Dann fließt der Bach nach Norden und erreicht nach Einmünden der von Osten kommenden Burmecke und nach Passieren des Meistersteins () im Westen und des Ibergs () im Osten mit Siedlinghausen einen weiteren nordwestlichen Stadtteil von Winterberg.

Schließlich mündet die Namenlose in Siedlinghausen rund 110 m westnordwestlich und etwas unterhalb der Dorfkirche von Südosten kommend auf etwa Höhe in den dort von Süden heran fließenden Ruhr-Zufluss Neger.

Zuflüsse Zu den Zuflüssen der Namenlose gehören flussabwärts betrachtet (Daten – wenn nicht anders genannt – laut im Tabellenkopf genannten Einzelnachweisen): Name Seite Länge(km) Quell- Mündungs- Mündungs-ort (Lage) Mündungs-km EZG(km²) GKZ höhe (m ü. NHN) Büre links 2,6 741 614 Winterberg (u) 7,6 k Festerbach links 1 654 602 Silbach (o) 6,7 Rabenseifen rechts 0,9 695 598 Silbach (o) 6,55 Bach vom Hangquellmooram Langenberg links 1,2 709 589 Silbach (o) 5,75 Strülleken rechts 1,5 704 534 Silbach (i) 3,5 0,904 2761144-6 Burmecke rechts 2,0 693 504 Silbach (u) 2,35 2761144-8 Abkürzungen (Lage und GKZ-Anmerkung):   o = oberhalb vom, i = im, u = unterhalb vom Mündungsort;     k = keine GKZ, weil auch als Quellarm gilt

Hydrologie Als Nebenfluss der Neger gehört die Namenlose, deren Einzugsgebiet 15,376 km² groß ist, zum Flusssystem der Ruhr und damit zum Einzugsgebiet des Rheins. 1999 war die Namenlose im Oberlauf in der Gewässergüteklasse I-II, ab Silbach bis zur Mündung in der Güteklasse II. Die mittlere Abflussmenge an der Mündung beträgt 0,38 m³/s.

Natur und Umwelt mini|Namenlose

Schutzgebiete Die Quelle und der Oberlauf der Namenlose liegen im Naturschutzgebiet (NSG) Namenlose-Talsystem (CDDA-Nr. 389837; 2008 ausgewiesen; 89 ha groß). Ein kleiner NSG-Teil ist gleichzeitig als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Bergwiesen bei Winterberg (FFH-Nr. 4717-305; 4,87 km²) ausgewiesen. Im NSG verlaufen auch Büre, Festerbach und Rabenseifen oder zumindest Abschnitte dieser kleinen Namenlose-Zuläufe. Kurz vor dem Ort Silbach fließt die Namenlose im Landschaftsschutzgebiet Winterberg, vom Typ A (Allgemeiner Landschaftsschutz). Danach verläuft der Bach in der Ortslage Silbach. Das nächste Stück des Bachlaufs liegt im Landschaftsschutzgebiet Talsystem der Neger, vom Typ C (Wiesentäler, bedeutsames Extensivgrünland). Darauf folgt, vor der in Siedlinghausen gelegenen Mündung in die Neger, noch einmal ein Bachabschnitt im Landschaftsschutzgebiet Winterberg.

Im NSG und FFH-Gebiet kommen viele seltene Pflanzen und Tiere der Roten Liste vor. Darin gibt es ausgedehnte Feucht- und Nasswiesen, die örtlich von binsen- und seggenreichen Quellsümpfen durchsetzt sind. Die Namenlose und ihre Nebenbäche sind im NSG gänzlich unverbaut. Der Bestand an Fichten wurde dort im Winter 2008/09 auf eine Fichtenparzelle reduziert. Inzwischen hat die Nordrhein-Westfalen-Stiftung mehr als 40 ha im NSG auf Antrag des Vereins für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis angekauft. Die Flächen dieser Stiftung werden extensiv mit Rindern nach Vorgaben des Kultur-Landschafts-Pflege-Programms des Hochsauerlandkreises beweidet.

Fauna Eine Besonderheit im Tal, das von bewaldeten Bergflanken gesäumt wird, ist das Vorkommen des Braunkehlchens (Saxicola rubetra) und des Wiesenpiepers. Darüber hinaus ist am Bach die Wasseramsel zu finden. Der Schwarzstorch, welcher in den südlich angrenzenden Wäldern brütet, ist häufiger Nahrungsgast am Bach. Die bis Anfang der 1990er Jahre als Brutvogel vorkommende Bekassine ist im Naturschutzgebiet Namenlose-Talsystem wie im ganzen Hochsauerlandkreis als Brutvogel ausgestorben. Hingegen kann sie im Herbst und Frühjahr auf dem Durchzug beobachtet werden. Einzelne Bekassinen rasten auch längere Zeit im NSG. Sogar bei hohen Schneelagen wurden Einzelvögel an schneefreien Quellbereichen nachgewiesen.

Verkehr und Wandern Entlang der Namenlose verlaufen die Landesstraße 740 und die Bahnstrecke nach Bestwig, die Winterberg (im Südosten) über Silbach mit Siedlinghausen (im Nordwesten) verbindet. Es verlaufen mehrere Wanderwege entlang der Namenlose und etwa 1 km südöstlich ihrer Quelle führt der Rothaarsteig durch Winterberg.

Literatur Landschaftsplan Winterberg. (PDF; 1,3 MB) Hochsauerlandkreis – Untere Landschaftsbehörde, Meschede 2008, S. 51

Weblinks Werner Schubert: Ungenutzt und ungeliebt – Von der erfolgreichen Rettung der Sauerländer Feuchtwiesen (PDF; 1,85 MB), in: Irrgeister, Naturmagazin des Vereins für Natur- und Vogelschutz im HSK e. V., Marsberg, 2006, S. 23–26

Einzelnachweise und Anmerkungen Hochsauerlandkreis – Untere Landschaftsbehörde: (PDF; 1,3 MB) Meschede 2008, S. 133

Mündungslage (bei/nahe) den Zuflüssen entsprechend der Fließgewässer-kilometrierung der Namenlose

Zur besseren Übersicht und Sortierung flussabwärts ist pro Fließgewässer in die Gewässerkennzahl (GKZ) nach der Ziffer „2761144“, die für die Namenlose steht, jeweils ein Bindestrich eingefügt.

per Funktion „Messen“ im referenzierten Einzelnachweis Topographisches Informationsmanagement (TIM) ermittelt

Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Fließgewässer im Rothaargebirge